Nach unserer langen Reise ist es mir so richtig aufgefallen: Die Kinder waren viel zufriedener, als sie weniger hatten. Sie sind zwei Monate lange sehr gut mit wenig bis gar keinem Spielzeug ausgekommen. Nie haben sie aber so viel und friedlich miteinander gespielt. Unsere Kinder haben einen Altersunterschied von 2,5 Jahren und ja, auch im Alltag zu Hause haben sie insgesamt recht wenig Streit. Wenn, dann geht es um Spielzeug. Wieder zuhause hat es mich wie der Schlag getroffen: Überall Sachen, einfach überall. Es hat mich genervt. Das ganze Aufräumen, überall Zeug. Noch mehr hat mich das ganze Gemotze gestört. Das Gemotze darüber, dass das Chaos nicht aufgeräumt wird. Ich hatte den Eindruck, viele Dinge würden einfach nur noch aus den Schränken gezogen. In dem ganzen Gewusel von Dingen finden die Kinder gar nichts mehr, was sie wirklich spielen können.

Was kann weg?

Auch den Kindern hat das nicht gefallen. Mein Gemotze über das Aufräumen, das Aufräumen an sich und auch, dass sie nicht so richtig ins Spiel kamen, sondern eigentlich in vielen Dingen gleichzeitig steckten. Ich war ziemlich überrascht, als sie der Idee sehr offen gegenüberstanden, dass ein Teil der Spielsachen verkauft werden soll und ein anderer Teil in den Keller kommt. Das mit dem Verkaufen habe ich den Kindern so erklärt, dass man für den Erlös dann wieder neue Dinge kaufen kann. Dinge, die man sich wünscht. Sachen, mit denen man wieder mehr spielt. Wir haben also mittlerweile drei Fahrzeuge weniger, ein Bällebad, Babyspielsachen und, und, und verkauft. Gekauft haben wir ein neues Laufrad und einen Roller. Viel ist auch einfach im Keller gelandet. Ein Großteil der Kuscheltiere, Ritterfiguren, Kaufladen, viele der Utensilien für die Kinderküche, einige Bücher, der ganze Kleinkram, den man leider überall geschenkt bekommt. Diese Teile sind eigentlich die schlimmsten, weil völlig nutzlos. Das betrifft den Großteil aus den Mitgebsel-Tüten von Kindergeburtstagen und Adventskalendern – eigentlich alles, was nicht essbar ist :-) Das geht über kleine ICEs von Bahnfahrten und Spielzeug aus dem Happy Meal. Nicht zu vergessen der Schrott aus Ü-Eiern. Alles das kann WEG!

Was noch weg könnte, wäre der Puppenwagen, die Puppenbetten, das Puppenhaus. Das heißt nicht, dass die Kinder nicht nach wie vor viel mit Puppen spielen, aber all dieses Zubehör brauchen sie dazu gar nicht. Ich glaube, das ein oder andere stellen wir Mamas auch nur aus dekorativen Gründen in die Kinderzimmer…

Womit wird noch gespielt?

Es gibt jetzt nur noch einen Schrank. Den kann man zwar zumachen, trotzdem kommt er ohne diese Schütten aus, in denen sich alles und nichts befindet. Mit folgenden Dingen wird hier am meisten gespielt:

  • mit den Schleichtieren
  • mit den übrig gebliebenen Teilen aus der Kinderküche und der Küche selbst
  • mit den Pferden und den Steckenpferden
  • mit den Bauklötzen

So langsam beginnt bei uns auch die (Klein-)Lego und Playmobil-Phase. Duplo ist ohnehin sehr beliebt. Hier hat jeder ein Teil und das steht auf einem Tischchen. Wichtig ist bei allen Spielzeugen: Nur eins zur Zeit. Ausnahmen gibt es auch, zum Beispiel wenn in einem Spiel verschieden Spielzeuge zum Einsatz kommen. Heißt, es wird zum Beispiel eine Bauklotz-Stadt gebaut und die Schleichpferde reiten hier ein.

Was halte ich für sinnvolles Spielzeug?

Unsere Kinder schlüpfen sehr gerne in Rollen. Die Schleichtiere, Pferde und Steckenpferde werden mit am meisten bespielt. Mehr soll es hier nicht geben. Eher weniger. Das Ganze ist nämlich nur der Anfang. Ich möchte wirklich weniger in den Zimmern haben. Spielzeug, das sich meine Kinder wünschen, wird nach dem wirklichen, langfristigen Nutzen beurteilt und wenn es dann wirklich angeschafft wird, gegen anders ausgetauscht. Gegen das, was sie nicht wirklich nutzen.

Auf unserer Wunschliste für kreatives Kinderspiel steht in den kommenden Monaten folgendes:

  • Kapla Steine – um Weiden, Häuser usw. zu bauen
  • Lego – am besten finde ich hier die Mischkisten, mit denen man selber etwas bauen kann. Hier sind schon Fotoapparate, Motorräder, Frösche und so weiter entstanden.
  • Magnet Bausteine – auch hieraus kann man ganz kreativ Dinge bauen.

Basteln

Was unsere Kinder mit am meisten nutzen und mittlerweile auch beide haben, ist ein ordentlicher Arbeitsplatz. Jeder hat seinen Schreibtisch. Hier stehen Stift, Scheren, Masking Tape, Kleber. Schütten mit Malbüchern, Bastelpapier und so weiter. Ob das gut geht? Also ich sage mal so: wir hatten schon so einige „Kunstwerke“ an den Wänden und ehrlich: die Schreibtische an sich kann man auch an keinen mehr weiter vererben. So bemalt, beklebt und so weiter sind sie. Aber ganz ehrlich: Die Kinder genießen es hier selbst kreativ zu werden und das finde ich wichtig und faszinierend. Wer ist bitte kreativer als Kinder?
Unser Bastelzimmer hattet ihr ja schon mal gesehen. Wir haben nämlich gleich einen ganzen Raum der Kreativität gewidmet. Meist sitzen die Kinder hier zusammen am Tisch, aber seit ein paar Wochen hat auch der kleinen Bruder seinen eigenen Schreibtisch. Sein Reich zeige ich euch auch bald gerne.

Bücher

Bücher gibt es bei uns viele. Wir lesen jeden Abend, oft am Nachmittag und manchmal sogar direkt morgens. Aber es ist mir aufgefallen, dass in den vollen Regalen Bücher förmlich untergehen. Wir haben also die „Babybücher“ aussortiert. So richtig gereicht hat das immer noch nicht, um die Bücher „sichtbarer“ zu machen. Gut ist schon mal das Bücherregal, wo die momentanen Lieblinge mit der Front nach vorne (für Kinder also ersichtlich) reinkommen. Noch besser finde ich aber, dass die Kinder sich jetzt alle zwei Wochen in der Bücherei je zwei Bücher selbst aussuchen können. Fördert die Vielfalt, trotzdem setzt man sich intensiver mit dem einen auseinander und zudem schont es den Geldbeutel.

Darüber hinaus haben wir eine ganze Menge Hörspiele. Mittlerweile auf Tonies, so können es die Kinder besser bedienen. Im Spielzimmer steht das Gästebett, das den Kindern als Ausruhsofa dient. Hier wird Mittagspause gemacht oder sich auch am Nachmittag einfach mal hingelegt und Tonie gehört. Übrigens sind wir riesengroße Tonie-Box-Freunde, vor allem, weil sie sich so einfach überall hin mitnehmen lässt. Ob in den Garten oder aufs Klo ;-)

Fazit

Wir sind hier bestimmt noch am Anfang. Trotzdem merke ich, wie sich schon jetzt die Situation um einiges entspannt hat. Die Kinder können sich sehr lange gemeinsam mit einem Spiel beschäftigen und das fördert ihre Kreativität und ihren Zusammenhalt. Und am Ende des Tages gibt es hier auch viel weniger Stress ums Aufräumen. Ich selbst will mich mehr fragen, was die Kinder wirklich brauchen. So soll der Adventskalender in diesem Jahr aus 1,2 Schleichtieren, 1,2 Büchern und sonst nur Süßem bestehen. All die gut gemeinten Kleinigkeiten sollen weg fallen. Auch werde ich nicht mehr vermeintlich günstige Hamsterkäufe machen, von Dingen die man vielleicht mal verschenken könnte. Im Keller ist nämlich noch ein Schrank voll… Ja, es gibt noch viel zu tun :-)

Woher ist was?