Warum haben unsere Kinder gemeinsame Spiel- und Schlafzimmer?

Das ist, glaube ich, mit eine der häufigsten Fragen, die uns im neuen Haus begegnen: Warum haben die Kinder keine eigenen Zimmer? Und warum schlafen sie zusammen in einem Zimmer?

In unserer Altbauwohnung in Hamburg lag das auf der Hand. Hier gab es nur ein Kinderzimmer und zwei Bereiche. Wir hatten noch ein bisschen Spielzeug im Wohnbereich, aber immer so, dass wir Eltern uns noch wohlfühlen. Hier im neuen Haus hätten wir die Möglichkeit es anders zu gestalten. Jedes Kind könnte sein eigenes Kinderzimmer haben. Warum haben wir es dann nicht gemacht?

Gibt es das passende Alter für ein gemeinsames Kinderzimmer?

Für jeden ist eine Lösung natürlich individuell und alle Kinder sind verschieden. Trotzdem ist es manchmal gar nicht schlecht, sich als Eltern auch einmal mit anderen Meinungen zu beschäftigen und ich bin ein Mensch, der gerne informierte Entscheidungen trifft. Alle folgenden Infos sind im Netz recherchiert. Kleine Kinder (unter 6 Jahren) sollen fast immer von einem gemeinsamen Kinderzimmer profitieren. Sie tun sich später nachweislich leichter, soziale Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Ein toller Altersabstand um sich besonders nah zu sein, liegt zwischen 2-3 oder 2-4 Jahren. Das ist aber auch der Altersabstand, bei dem es die meisten Konflikte gibt. Aber der Altersabstand ist groß genug um Rivalitätsprobleme nicht Überhand nehmen zu lassen und klein genug, um gemeinsame Interessen zu ermöglichen.

Im übrigen bin ich nicht der Meinung, dass es grundsätzlich ein Genderthema ist, ob für Kinder ein gemeinsames Kinderzimmer passt. Das interpretiert dann doch zu viel in die Geschlechterrolle kleiner Kinder hinein. Ja, es gibt angeborene Unterschiede, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass sie sich durch unser Verhalten als Eltern oder durch die Inszenierung der Geschlechter in der Werbung und in den Medien vergrößern“ (Zitat Was Mädchen zu Mädchen und Jungs zu Jungs macht aus der Zeit).

Vorteile gemeinsamer Kinderzimmer und was muss ich beachten?

Für uns überwiegen die Vorteile, die ein gemeinsames Kinderzimmer mit sich bringt. Nicht gerne alleine schlafen liegt in der der Natur des Menschen. Gemeinsam mit Bruder oder Schwester im Zimmer zu schlafen bedeutet für viele Kinder große Sicherheit und Geborgenheit. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass sich das in meiner Kindheit genauso angefühlt hat. Dass ich mich gefreut habe mit meiner Schwester über das Monster unterm Bett sprechen zu können. Und ich weiß auch noch, wie mich ihre Geschichten gegruselt haben. Ja, ich glaube, gemeinsame Kinderzimmer fördern auch den Zusammenhalt.

Keine Frage, das Quatschen und Kichern untereinander kann uns Eltern gerade beim ins Bett bringen auch ganz schön nerven. Hier müssen wir öfter mal eine Ansage machen. Meist schläft der Kleine aber irgendwann weg und die Große darf oben im Bett noch ein Buch anschauen oder Hörspiel hören.

Ist ein Kinderzimmer ein Nachteil und was muss ich beachten?

Hat man wirklich nur ein Kinderzimmer zur Verfügung, sollte man versuchen die Bereiche zu trennen. Auch bei einem passenden Altersabstand ist es wichtig die Bedürfnisse aller Kinder zu berücksichtigen. Wir haben das große Glück, dass unsere Kinder fast alle Spielzeuge gemeinsam nutzen. Ist dies nicht der Fall, können Rückzugsecken geschaffen werden, wie ein Hochbett, Raumteiler, Vorhänge usw. Wir haben das in Hamburg gemacht. Sehr gute Tipps gibt auch eine meiner Lieblingsseiten Gewünschtestes Wunschkind in ihrem Artikel Gemeinsames Kinderzimmer – wie es am besten funktioniert .

Nachdem wir in unserer Wohnung ein ca. 16qm großes Zimmer für beide hatten, haben wir hier jetzt zwei recht kleine Zimmer (10 qm) und ein großes Spielzimmer für die Kinder. Ob es nötig ist, mehrere Zimmer zu haben? Das glaube ich nicht und war auch nicht der Grund unseres Umzugs. Es macht Dinge einfacher, zB dass es im Schlafzimmer das Duplo für den Kleinen gibt und somit getrenntes Spielen möglich ist. Zusätzlich habe ich schon nach den ersten Wochen mein kleines Arbeitszimmer hergegeben und es wurde zum Bastelzimmer, welches unheimlich viel genutzt wird. Zudem steht hier das Playmobil-Schloss. Ja, es ist toll auf andere Zimmer ausweichen zu können. Aber eine Bastelecke kann man auch im Wohnzimmer mit einrichten, so haben wir das in Hamburg gemacht. Ich glaube es braucht vielleicht ein paar mehr Ideen, wenn weniger Platz da ist, dafür glaube ich, Kinder können mit weniger auch sehr viel konzentrierter spielen. Aber dazu vielleicht mal in einem nächsten Artikel.

Für uns überwiegen also nach wie vor die Vorteile gemeinsamer Kinderzimmer. Die Kinder lernen schon zu teilen und Konflikte unter sich zu lösen. Sie geben aufeinander Acht und haben immer jemanden zum Spielen. Das schweißt zusammen.

Woher ist was?

Bett Manis-h*

Betthimmel Baldachin CamCam*

Spielpferd Happy People*

Kinderküche und Puppenbetten Flohmarkt und ebay Kleinanzeigen

Seegrasskörbe von Bloomingville*

Kisten lässig*

Puppenhäuser Ikea

Pilzlampe*

Poster vierundfünfzig Illustrationen

Wandaufkleber Sterne bunt*

Rausfallschutz Pinolino

Teppich byGraziela

4 Gedanken zu “Warum haben unsere Kinder gemeinsame Spiel- und Schlafzimmer?”

  1. Hi, bei uns ist es ganz anders, jeder hat ein Zimmer. Ich denke, beides hat immer Vor- und Nachteile bzw muss zur Familie passen und zu den Gegebenheiten. Ich denke nicht, dass ein gemeinsames Zimmer „schadet“, aber wir bevorzugen deutlich eigenes Zimmer. Die beiden Großen haben eine Tür zwischen ihren Zimmern, die wahlweise zu oder auf ist, wie sie eben grad wollen. Jeder kann sich in sein Zimmer zurückziehen, meistens spielen sie trotzdem zusammen. Auch schlafen sie manchmal zusammen, manchmal nicht, ganz, wie sie es wollen. Wer Besuch hat, kann eben auch alleine mit dem Besuch spielen. Aus meiner Sicht lernen sie genauso Teilen, Rücksichtnahme oder Konflikte und haben immer wen zum Spielen. Sie sind doch trotzdem Geschwister in einem Haushalt. Im Bekanntenkreis gibt es eben auch negative Beispiele, wo dann die älteren bestimmte Spielsachen nicht haben dürfen oder auch bei Besuch die kleinen Geschwister immer mitspielen müssen. Meine Mutter erinnert sich heute noch ungern an das Teilen mit ihrer Schwester.
    Daher, für uns passt es nicht, aber das klingt super, wie es für Euch genau das richtige ist. Im Endeffekt haben wir alle Luxusprobleme, nicht jeder hat die Wahl, ob Kinder teilen oder nicht. Daher genieße ich den Luxus, den wir haben, das entscheiden zu können, wie es für uns passt.
    Liebe Grüße!

  2. Hallo Sarah,
    ein interessantes Thema und bei uns auch ganz aktuell, da unsere zwei Mädels (4 und bald anderthalb) im Frühling auch zusammen gezogen sind. Wir hätten die Möglichkeit für getrennte Zimmer gehabt, aber ich würde es mit den Erfahrungen der ersten Monate nicht anders machen. Die Große schläft endlich wieder gut ein und die Kleine hat keinen harten Bruch vom Elternschlafzimmer hin zum Einzelbett. Manchmal ist ihnen selbst der Bettenabstand von anderthalb Meter zu viel und wir schieben ihre ebenerdigen Hausbetten zusammen, weil sie kuscheln wollen :)
    Natürlich gibts auch mal Streit, weil die Kleine Puzzleteile klaut oder die CD aus macht. Dafür haben wir für die Große eine Bastelecke mit Tisch und Schrank im Esszimmmer eingerichtet sowie immer einen leeren großen Esstisch, auf den sie gerne ausweicht. Zudem haben die Betten selbstgenähte Stoffvorhänge, so dass sie einfach “zu machen“ kann, wenn sie ihre Ruhe haben möchte.
    Uns erleichtert es das Schlafritual, das Spielen und es hat eine wunderbare Schwesterbeziehung noch vertieft. Daher ein dickes “JA“ zum gemeinsamen Zimmer.

    Liebe Grüße und danke für diesen schönen Artikel.
    Lisa

  3. obgleich ich auch jede andere art der aufteilung verstehen kann, so bin ich bei diesem thema ganz bei dir! aus platzgründen gibt es bei uns momentan nur ein kinderzimmer. dieses hätte zumindest platz für zwei kinderbetten aber wir handhaben es so, dass beide kinder ( fast 2 und 3 1/2 jahre) nicht nur gemeinsam in einem Zimmer sondern auch zusammen in einem (großen) bett schlafen. zuvor haben wir alle zu viert in einem familienbett geschlafen, und so haben sie nun noch sich, geniessen es sehr und im bedarfsfall legt sich dann noch ein elternteil dazwischen. wir planen umzuziehen und ich bin gespannt wie wir es dann mit mehr platz gestalten, momentan favorisiere ich ebenfalls ein schlaf- und ein spielzimmer… liebste grüße -julia

  4. Vielen Dank für diese tolle Inspiration, liebe Sarah! Ich habe gestern begeistert deinen Artikel gelesen und unserer jetzt fast 5-jährigen Tochter vorgeschlagen, ob wir aus den beiden Kinderzimmern ein Schlaf- und ein Spielzimmer machen sollen. Sie war sofort begeistert und möchte am liebsten sofort mit ihrem Bruder (1,5) zusammen in einem Zimmer schlafen. Da wir zur Zeit immer Diskussionen beim ins Bett bringen haben, dass die große nicht allein einschlafen möchte, der Kleine aber noch nicht alleine einschlafen kann, werden wir das ganze auf jeden Fall mal ausprobieren! Ich werde dir dann berichten, wie es bei uns kappt, wenn es so weit ist.
    Liebe Grüße
    Eva

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