Mit dem Camper durch Australien. Ich glaube, das ist doch genau das, was man sich für einen Australienurlaub vorstellt. Während meines Studiums war im schon mal für ein Auslandssemester in Australien. Damals sind wir die Westküste hochgefahren mit dem Greyhound Bus. Das war jetzt vielleicht nicht sooo bequem, aber günstig. Auf jeden Fall eine Alternative zum Campingurlaub. Diesmal haben wir uns für Westaustralien entschieden und wollten uns ein Wohnmobil nehmen. Einfach weil dieser Teil des Kontinents so viel dünner besiedelt ist und wir einfach viel sehen und abends in unsere Betten fallen wollten. Eins kann ich vorab schon mal sagen: Ich dachte jetzt nicht, dass ich so der Campertyp bin, aber ich fand es unglaublich toll – so wie alle aus der Familie.

Wir waren im April dort. Eigentlich nicht gerade die beste Reisezeit um von Perth aus Richtung Süden zu fahren. Uns wurde eher zur nördlichen Route geraten. Da diese allerdings weit mehr Kilometer in sich hat, weitere Tagesstrecken um von A nach B zu kommen und, ja, und weil ich sooo viele tolle Bilder von der Südroute gesehen hatte, haben wir uns für den Süden entschieden.

Für uns die allerbeste Entscheidung, denn unsere Vorstellungen wurden noch übertroffen. Unsere absoluten Highlights für Westaustralien seht ihr hier. Aber jetzt geht’s erstmal los, unsere Route:

Perth

Angekommen am Flughafen ging es weiter zum Camper-Verleih. Dort lief erstmal einiges schief, aber zum Thema Orga und Kosten schreibe ich euch nochmal. Auch wie es sich mit unseren beiden kleinen Kindern, 2 und 5 Jahre alt, im Camper verhalten hat.

In Perth haben wir erstmal groß eingekauft und die erste Nacht auf dem Campingplatz Woodmann Point in Coogee (südlich von Perth) verbracht. Ein spitzen Platz mit vielen Bäumen, kleinem Pool und großem Kinderspielplatz. Da wir leider an dem Tag schon ziemlich viel Zeit verloren hatten, haben wir uns Perth erst auf dem Rückweg angeschaut. Dort haben wir dann im Perth Central Caravan Park geschlafen.

Busselton, Yallingup und Cape Naturaliste

Von Perth sind wir weiter nach Busselton und haben uns hier Camp Grace rausgesucht. Ein einfacher Platz unter Bäumen ohne Pool und Spielplatz. Die Waschräume sind auch etwas in die Jahre gekommen. Dafür mit sehr, sehr herzlichen Australiern. Wir mussten unfreiwillig (Camper kaputt) länger auf dem Platz bleiben und uns wurde von allen Seiten Hilfe angeboten. Das fand ich richtig, richtig toll. Von Camp Grace aus könnt ihr euch gut eine Menge anschauen. Natürlich die Margaret River Region und ihre Weine, aber vor allen Dingen Yallingup. Holt euch bei der Bäckerei tolles Gebäck und fahrt dann weiter an die Küste. Injidup Natural Spa ist ein Traum!

Rochen in Hamelin Bay und Augusta

Der erste wahnsinnig tolle Strand und noch dazu: Rochen, die bis zum Strand kommen – und zwar riesige!!! Spätestens da wusste ich, dass all die tollen Bildern, die ich von Westaustralien gesehen habe nicht nur gephotoshopte Glücksmomente waren. Nein, es sind echte Erlebnisse für jeden, der diese Reise macht. Es war einfach toll! Und auf jeden Fall ein Must Do auf dem Trip. Wir hätten auch total gerne in der Ecke geschlafen, leider hatten wir allerdings durch unsere Autopanne viel Zeit verloren, so dass wir weiter Richtung Osten gefahren sind und einfach offroad geschlafen haben. In Australien gibt es ausgewiesene Plätze, wo du dich einfach mit dem Camper hinstellen kannst (kostenfrei). Für uns war das mitten im Busch. Strom und eine Toilette an Bord zu haben, ist da nicht ganz so verkehrt. ;-)

Valley of the Giants Tree Top Walk und Denmark

Driving, driving, driving – ja, wir sind echt viel gefahren. Wurden aber auch dafür belohnt. Wie zum Beispiel mit unserem Ausflug zum Tree Top Walk. Extrem beeindruckend und wie ich auch fand: Extrem beängstigend. Also nix für Leute mit Höhenangst. Der Walk ist in 60 Metern Höhe.

Von dort sind wir weiter nach Denmark, was mir so richtig gut gefallen hat. Wir haben auf dem Denmark Ocean Beach Holiday Park geschlafen. Einem sehr kinderfreundlichen Park mit riesig großen Spielplatz, wo die Kängurus gerne Hallo sagen. Auch beim Frühstück sind sie nicht weit. 5 Minuten mit dem Auto entfernt liegt ein sehr, sehr schöner großer Strand. Vorne Strand, hinten Lagune inklusive Aussie-Feeling. Denn man kann sich auch einfach in den Sand legen und den ganzen Tag den Surfern zuschauen.

Green Pools

Manche Dinge entdeckt man ja eher durch Zufall. Wie die Green Pools bei Denmark. Die Green Pools sorgen wirklich für den großen Wow Effekt. Einfach glasklares Wasser und damit meine ich GLASKLAR! Die Bucht ist schön ruhig, ideal zum Baden mit Kindern und selbst drin plantschen. Mutige springen von den Felsen.

Two Peoples Bay und Little Beach

Noch so ein Glücksgriff war der Little Beach in Two Peoples Bay. Einem wunderschönen Naturschutzgebiet. Vom Little Beach hatten wir vorher gar nicht gehört – einige andere wohl auch nicht, denn außer uns waren ganze 5 Leute am Strand. Ach was sage ich: TRAUMSTRAND. So, so schön. Ich weiß, ich verfalle hier oft in Superlative, aber ich habe das Gefühl, die Orte, die wir auf dieser Reise entdeckt haben, sind eben einfach ein Superlativ.

Geschlafen haben wir auf einem Campingplatz direkt am Fluss, Kalgan River Chalets & Caravan Park. Pool oder Spielplatz sucht man hier vergebens – trotzdem eines unserer absoluten Highlights auf der Reise: Die wilden Kängurus kommen bis zum Campingplatz und manche von ihnen kann man sogar füttern. Also, wenn unsere Kinder eins von Australien erzählen, dann immer, dass sie Kängurus gefüttert haben.

Esperance und Lucky Bay

Um zu unserem persönlichen Reisetraum zu kommen, sind wir erst einmal nach Esperance gefahren und haben auf dem Esperance Seafront Caravan Park geschlafen. Auch hier gibt es schon tolle Strände, Ziel war aber definitiv Lucky Bay. Nur ob man eben einen der begehrten Campingplätze am Lucky Bay bekommt, das weiß man vorher nicht. Um dort hinzukommen muss man ca. 60 km durch den Nationalpark. Erst vor Ort erfährt man, ob noch ein Stellplatz frei ist. Es gibt nicht die Möglichkeit anzurufen oder online nachzuschauen. Das mag auch daran liegen, dass der Campingplatz keinen Strom und kein Handynetz hat. Wir hatten also Gott sei Dank den Tipp bekommen ganz früh in Esperance loszufahren, um so vielleicht Glück zu haben. Und wir hatten Glück!!!!

Ich sage es euch: Der HAMMER!!! Absoluter Topstrand und glaubt es oder nicht: Wir kamen runter zum Strand und haben dort sofort zwei Kängurus gesehen. Sollten auch nicht die letzten bleiben. Eine Familie stürmte sogar unser Frühstück :-) Der Campingplatz liegt oberhalb dieser wunderschönen Bucht. Man kann Wanderungen durch den Nationalpark machen oder auch andere Strände besuchen. Die Tage hier waren auf jeden Fall der absolute Hammer. Wir sind eigentlich nur gefahren, weil uns irgendwann der Strom und das Essen ausgingen. Lucky Bay ist auf jeden Fall mein Must Do auf der Westaustralien Reise.

Ihr merkt, es hat uns MEGA gut gefallen. Deshalb ist Lucky Bay auch in meinem Artikel Australien mit Kindern – die Highlights unserer Westküstenroute.

Outback, über Hyden zurück nach Perth

Hat jemand von euch damals die Flying Doctors gesehen? Ich bin sicher, das ist in dieser Ecke gedreht worden. Niemand, aber auch wirklich niemand zu sehen. Da war wirklich mal NIX. Maximal eine Ansammlung Briefkästen am Straßenrand. Unseren Campingplatz haben wir auch nicht gefunden. Eine Tanke im Nirgendwo, ein paar seltsame Gestalten, die in der Tanke/Pub am Tresen hängen und auf Nachfrage sagten der Campingplatz sei dahinter. Dass in diesem Teil Australiens schon eine Tanke als Ort gilt, musste ich auch erst lernen. Der Campingplatz war ziemlich ausgestorben, wenn auch sauber mit guten Toilettenhäusern. Aber es war dazu hier im Outback schon saukalt und ich irgendwie froh, als wir am nächsten Tag weiterfuhren.

Lancelin Sand Dunes und unser Lieblingscampingplatz

Spontan entschieden, dass wir es doch noch schaffen hoch zu fahren und es nicht bereut. Die Lancelin Sand Dunes sind auf jeden Fall auch eines unser absoluten Highlights unserer Westküstentour. Die Kinder sprechen immer wieder davon und das Sandboarden war auch ein absoluter Spaß.

Der Strand im Ort auch und auch der Campingplatz in der „Nähe“ (das ist ja in Australien ein dehnbarer Begriff): Willowbrook Farm. Wenn möglich sogar reservieren, weil viele Familien hier am Wochenende von Perth aus kommen. Es gibt jetzt keine fancy Waschräume, auch keinen Pool oder Kinderspielplatz. Das ganze Gelände ist aber Kids Heaven. Tiere, Busch, versteckte Ecken. Wir haben hier eine Nachtwanderung gemacht und viel Zeit mit der dreibeinigen Ziege „Star“ verbracht. Die Stimmung auf dem Platz ist richtig gut. Bis tief in die Nacht wird gegrillt und gequatscht.

Und doch noch Koalas

Auf dem Weg zurück nach Perth hatten wir dann auch noch richtig Glück: Wir haben doch wirklich noch Koalas gesehen. Eigentlich gibt es gar keine in diesem Teil von Australien…

Fotos: iPhone oder mit der Drohne DJI Spark mit Fernbedienung und extra Akku*