Sri Lanka mit Kindern – Warum nach Sri Lanka und der Start unserer Reise

Sri Lanka wird von vielen als das Einsteigerland Asiens bezeichnet. Mit einer Größe von gerade mal Bayern und quasi das ganze Jahr Saison mit zwei unterschiedlichen Klimabereichen, eignet es sich sogar für eine Fernreise in den Sommerferien. Wir sind im November geflogen und so haben wir uns für eine Route durch den Westen und den Süden entschieden.

Aber von vorne. Warum Sri Lanka? Durch die Nähe zu Indien und den Einfluss der kolonialen Einwanderer ist Sri Lanka durch eine besonders vielfältige und bunte Kultur geprägt. Buddhismus, Hinduismus, Christum und Islam sind die bedeutenden Religionen. Für mich sind das Besondere die Menschen. Die Singhalesen sind unheimlich freundlich, zuvorkommend und über die Maßen kinderlieb.

Anders als in vielen anderen asiatischen Ländern, die wir bisher bereist haben (Vietnam, Thailand, Bali und Malaysia), kommt es uns hier fast vor, als würde der Tourist einfach in das bestehende Leben eintauchen und nicht das Leben „beherrschen“. So hat es für uns auf der gesamte Reise kaum einen Ort gegeben, der vom Tourismus vorwiegend geprägt war. Dadurch war das Rumreisen sehr angenehm. Hartnäckige Offerten wie etwa „Do you need transport, do you need transport?“ – obgleich du gerade in deinem eigenen Mietwagen sitzt, so erlebt auf Bali, fallen weg. Auch stetige Angebote von Übernachtungsmöglichkeiten wie zum Beispiel beim Ankommen auf vielen thailändischen Inseln waren in Sri Lanka Fehlanzeige.

Das machte die Sache mit dem Transport entspannt, die Auswahl an Hotels allerdings auch etwas übersichtlich. Letzteres hatten wir uns ehrlich gesagt einfacher vorgestellt. Da wir im Vorfeld viel von dem Strömungen im Meer gehört hatten, war für uns klar, dass wir uns mit unseren 5- und 3-Jährigen Kindern eher einen Pool zum Baden wünschen. Diese Ansprüche sind völlig individuell und natürlich kann man auch ohne auskommen. Tut man das, kann man aus einer Vielzahl an Home Stays auswählen. Wünscht man sich einen Pool und Komfort liegt Sri Lanka vom Preis her deutlich höher als Vergleichbares in Thailand oder Bali. Das wurde uns leider erst ein wenig später klar.

Was ich mir weitaus schwieriger vorgestellt hätte, war der Transport. Wir hatten eine Rundreise geplant, uns aber gegen ein Mietwagen (es ist wohl in Sri Lanka auf jeden Fall möglich selbst mit Auto das Land zu erkunden), als auch gegen einen durchgängigen Fahrer entschieden. Letzteres natürlich auch aus Kostengründen. Wir sind dann vor Ort mit dem Zug, mit privaten Fahrern und mit TukTuks unterwegs gewesen. Alles leicht zu organisieren und super günstig.

Was ich noch ganz, ganz toll an Sri Lanka finde: die Möglichkeit Safaris in den Nationalparks zu machen, ohne gleich einen ganzen Afrika-Urlaub zu planen. Letzteres hatten wir nämlich schon überlegt, einfach weil wir als Paar selbst viel in Ost- und Südafrika unterwegs waren. Ob so eine Safari allerdings auch was für kleine Kinder ist, das wollten wir in Sri Lanka einfach mal ausprobieren. Man kann eine Vielzahl von Tieren in freier Wildbahn sehen. Elefanten, Krokodile, Pfauen, Warzenschweine, Büffel. Es war einfach toll.

Aber jetzt mal los. Unser erste Station war Kalutara. Sehr gut in 1,5 Stunden vom Flughafen zu erreichen. Sich mit Land und Leuten erstmal zu akklimatisieren war der Plan und das hat im Anantara Kalutara sehr gut geklappt.

Wir sind gleich voll eingestiegen mit einem Besuch des Marktes und einer Gewürzmühle – und anschließendem Kochkurs. Hin ging es natürlich mit TukTuks. Ein riesen Erlebnis und unser Sohn hätte jetzt am liebsten auch eins für Zuhause. Überhaupt waren die TukTuk-Fahrten glaube ich das, was unserem 3-Jährigen an Sri Lanka am besten gefallen hat.

Auf dem Markt haben wir allerlei Neues kennengelernt und die Kinder wurden auch gleich mit Obst beschenkt. Das war ein toller Einstieg. Auch der Besuch der Gewürzmühle, wo alles frisch von Hand gemahlen wird und viele Einheimische haufenweise Gewürze kaufen, war ein eintauchen in das hiesige Leben.

Einen Kochkurs zu machen rate ich jedem. Wir haben ihn im Anantara gemacht und es war einfach der Hammer. Das singhalesische Essen ist sooooo gut und gleichzeitig soooo scharf ;-))) Wir haben aber natürlich auch Versionen für die Kinder gekocht – die ich nachher auch mitgegessen habe :-) Die Rezept und Gewürze haben wir dann mit nach Hause gekriegt und für unsere Nachbarn ein großes sri-lankisches Essen gegeben – etwas europäischer gewürzt.

Das Hotel finde ich als Einstieg ins Land klasse. Der Ort selbst ist total nett und übersichtlich und im Hotel kann man entspannen, ganz, ganz hervorragend Essen und es gibt auch einen wirklich guten Kids Club. Wie später überall im Land bin ich begeistert von der zuvorkommenden und freundlichen Art.

Die Zimmer sind richtig, richtig schön und der Pool toll. Es gibt das rundum Sorglos Paket mit Getränken, Obstsnacks und sogar Sonnencreme wird gereicht. In allen Restaurants gibt es spezielle Kinder-Menü-Karten. Das heißt dann, wenn man asiatisch isst, ein asiatisches Kinder-Menü und beim Italiener das Ganze mit italienischem Essen. Das finde ich mal richtig weit vorne. Euer Kind isst aber nichts asiatisches? Kein Problem, dann lassen sie Pizza bringen :-). Auch einen Arzt gibt es im Hotel. Das finde ich gerade für so einen Reiseeinstieg auch beruhigend. Bei unser Tochter hatten sich Mückenstiche entzündet und sofort war das Hotel Team zur Stelle.

Wir haben uns nach 3 Tagen so akklimatisiert, dass wir uns mit Gepäck in zwei TukTuks geschwungen haben und unsere weitere Reise mit dem Zug angetreten sind. Irgendwie haben wir gedacht, das machen wir locker :-) Am Bahnhof angekommen waren wir erstmal die Attraktion. Ein hilfsbereiter Mann kam direkt auf uns zu und sagte, der Zug habe 45 Minuten Verspätung. Ich bin ganz ehrlich: ich habe erstmal angenommen, er sagt das nur, damit wir bei ihm einen privaten Transport buchen. Ich war definitiv noch nicht lang genug in Sri Lanka. Er hatte nämlich absolut recht und wollte uns einfach nur helfen. Aus 45 Minuten wurde fast eine Stunde auf dem Bahnsteig in der Mittagshitze – eine Stunde mit vielen unheimlich freundlichen Mit-Wartenden. Im „Kiosk“ wollte ich was zu essen für uns kaufen. Es sprach zwar niemand so richtig englisch, aber auf meine Frage „not spicy?“ diskutierten 10 Männer einige Minuten rum was man uns denn nun anbieten könnte. Es endete mit einem Muffin und Sri Lanka Cola. Soviel zu „not spicy“ in diesem Land :-) Aber vor allem zu der Freundlichkeit der Menschen. Unser Sohn hatte sich noch eine Packung Erbeer-Kaugummi raus gesucht, ich hatte aber leider nicht genug kleines Geld um das Ganze zu bezahlen. Was ist passiert? Wir haben es geschenkt bekommen. Nicht zum ersten Mal in diesem Land und auch nicht zum letzten.

Die Zugfahrt nach Galle hat glaube ich so ca 2,5 Stunden gedauert. Genau weiß ich es gar nicht mehr. Der Zug war voll und ja, natürlich keine Klimaanlage. Aber Fenster und Türen sind offen, so das es mit der Wärme echt total in Ordnung ist. Die Fahrt selbst ist ein absolutes Erlebnis. Am Meer entlang und auf der anderen Seite der Dschungel. Alle sind super freundlich und ich glaube, es hat so um die 3 Euro gekostet. Für alle zusammen. Nur weniger Gepäck würde ich das nächste Mal mitnehmen…

In meinen nächsten Reiseberichten schreibe ich euch noch von unserer genauen Route durch den Süden, von Galle, Unawatuna, Mirissa, Tangalle und natürlich über den Besuch der Nationalparks Udawalawe und Yala. Wenn ihr bis hierher Fragen habt: nur her damit.

Offenlegung: die drei Nächte haben wir zu einem vergünstigten Preis, einer sogenannten Media Rate, im Anantara übernachtet.


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