Ja, es geht vielleicht schöner oder toller – aber wie wäre es eigentlich, wenn es einfach gut so ist, wie es ist?

Hallo, das bin ich. Eigentlich bin ich recht glücklich mit meinem Leben, eigentlich. Gäbe es da nicht noch immer etwas, was noch besser sein könnte…

Zufrieden mit dem Ist-Zustand. Das wäre doch der Schlüssel der Glückseeligkeit. Stefan hat da einen sehr passenden Spruch: Es ist gut so, wie es ist.
Vom Kopf her liebe ich diesen Spruch. Mein liebster Leitspruch ist:

Das Leben dauert zwei Tage. Einer davon ist jetzt.

Und doch erwische ich mich manchmal dabei, nicht zufrieden zu sein. Apps wie Instagram, wo ich selbst täglich aktiv bin, die schönen Bilder dort, die blenden mich. Mich, die doch ganz genau weiß, dass hier oft alles noch ein bisschen schöner erzählt wird und unzählige Filter es noch mehr strahlen lassen. Dass viele dieser reichweitenstarken Accounts einfach ein paar Follower mehr oder weniger einkaufen und das passende Bejubeln ihrer Bilder gleich mit. Ja, mein Kopf, der weiß das. Aber trotzdem spinnt er manchmal rum. Dann möchte ich hier am liebsten auch das schönste Haus, die adrettesten Kinder, das schönste Essen. Und ich selbst, ich soll natürlich auch fesch strahlen. Übrigens: Das da oben ist ein A6 Filter von VSCO und ein bisschen mehr Kontrast rein. Wem das nicht reicht: FaceTune. Das holt dann auf jeden Fall fesches Strahlen raus :-)) Die ein oder andere übertreibt es damit auch sehr gerne…

Ja, ich weiß das eigentlich: Das echte Leben kommt eben ohne Glitzer-Filter aus. Trotzdem spielt mir mein Gedankenkarussell oft Streiche. Da meine ich, wenn noch A und B passieren, dann kann es eigentlich ja nur im glücklichen C enden. Kleines Beispiel gefällig?

Jahrelang in unserer Wohnung in Hamburg habe ich gedacht, dass meine absolute Glückseligkeit sich erfüllt, wenn ich in einem Haus mit Garten wohne. Kurz vor dem Umzug hat sich dieser Traum noch erfüllt. Ein Haus in der richtigen Größe, um die Ecke Felder und Wiesen, und trotzdem kann man mit dem Rad in die Stadt fahren. Perfekt, oder?

Könnte man denken, wenn da nicht wieder diese kleine, hadernde Stimme in mir wäre: Perfekt wäre es, wenn wir das Haus kaufen könnten. Das wird aber nicht verkauft. Wir haben es gemietet. Fest bis in knapp 2,5 Jahren und dann geht der Mietvertrag in einen ganz normalen über. Dann könnten wir also wie jeder andere Mieter auch auf Eigenbedarf gekündigt werden. Das hat mich irgendwie gefesselt. Hat mich oft denken lassen: „Das lohnt sich nicht.“

Ich möchte etwas ändern. Noch mehr auf Zufriedenheit im Alltag achten. Im Hier und Jetzt leben. Zusammen mit der Familie haben wir das schon sehr gut hinbekommen. Haben darauf geachtet, uns im Alltag mehr auf uns zu konzentrieren. Den Alltag zu entschleunigen und uns von Ballast um uns herum zu befreien. Mit Kindern um die Welt – was die Reise mit uns gemacht hat und über intensiveres, bewussteres Familienleben.

Und für mich selbst? Da könnte ich definitiv besser werden. Meinen Alltag im Hier und Jetzt so zu gestalten, wie ich ihn mir vorstelle. Interessanterweise hat das ja bei unseren Reisen sehr gut geklappt. Da haben wir nichts aufgeschoben. Da haben wir immer gesagt, wenn nicht jetzt, wann dann? Das könnte ich mir ja für meinen Alltag auch sagen, oder nicht? Erstes Ding, was ich schön aufgeschoben haben, weil das Haus gehört mir ja nicht, und, und, und, war eine schöne Holzterrasse. Dachte ich mir, wäre ja nicht nötig. Witzig, oder? Auf dieser Terrasse verbringe ich sehr viel mehr Zeit als auf Reisen (für die ich ohne zu zögern viel Geld ausgebe). Warum soll ich meinem Alltag die Holzterrasse also nicht gönnen? Am Dienstag kommt jetzt der Garten-/Landschaftsbauer und schaut sich die Sache mal an.

Das nächste, was ich eigentlich längst angehen wollte, wenn ich wieder in Münster wohne, ist auch wieder mit dem Reiten zu beginnen. Nun wohnen wir 1,5 Jahre wieder hier und wie oft bin ich geritten? Ganz genau. Kein Mal. Warum? Ja, ja, Arbeit und Kinder. Aber theoretisch müsste ich mir die Zeit einfach mal nehmen. Es mir „erlauben“ einem Hobby nachzugehen. Diese Woche rufe ich an. Beim Reitstall.

Was ist eure Holzterrasse? Sprich, was hättet ihr gerne im Leben, schafft es aber nicht an, weil „zu teuer“ oder „lohnt sich nicht“? Was ist euer Reiten? Sprich, was wolltet ihr eigentlich die ganze Zeit schon machen? Oder was hält euch im Kopf, was ist eure Schranke – wie bei mir der Hauskauf?

Sich den Alltag so zu gestalten, wie man möchte, zufrieden sein, in dem was da ist. Das wünsche ich mir sehr und ich glaube, das kann auch gut klappen.


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