Vor einer Woche ging es los: Unser knapp zwei-monatiges Abenteuer mit Kindern um die Welt. Den Start machte Bangkok und weiter ging’s auf die Insel Koh Lanta, wo wir jetzt gerade sind. Ich versuche euch regelmäßig ein bisschen was zu erzählen und Antworten auf eure Fragen einzubauen.

Langstrecke fliegen mit Kindern im Billigflieger – wie war das?

Ja, mit jetzt vier Vollzahlern wird es schon recht kostenintensiv einen Langstreckenflug zu buchen. Wir haben uns deshalb wie bolle gefreut, als wir bei Eurowings für 1.500 Euro einen Flug für uns vier nach Bangkok und zurück geschnappt haben. Klar wird schon beim Buchen: Ganz viel kostet extra. Ich habe zwei Gepäckstücke à 23 Kilo dazugebucht. Das war ehrlich gesagt eine SEHR enge Kiste. Ein weiteres Gepäckstück können wir aber auf unserer Reise nicht handeln (zwei Arme, zwei Kinder, zwei Gepäckstücke) und das Aufstocken in das nächst größere Kilogewicht pro Gepäckstück wäre teuer geworden. Wir haben also x mal umgepackt und schwere Sachen wie wirklich ALLE Kosmetika (Sonnencreme, Duschgel, Mückenzeug usw) ins Handgepäck verfrachtet. Wir hatten einen großen Koffer gekauft*, der ist ok. Was ich aber wirklich empfehlen kann, ist die Reisetasche*, die wir noch kurz vor dem Abflug gekauft haben. Da geht superviel rein, sie ist total flexibel und hat Rollen. Aufteilung ist wie im Koffer, sprich zum aufklappen – das war mir wichtig.

Angekommen am Flughafen waren gerade nach der Zugfahrt die Kinderkoffer Gold wert. Ach, was sag ich: Schon am Bahnhof. Kofferrennen und die Stimmung ist top. Im Flieger konnten wir beiden Kindern mit den Jetkids Koffern ein Bett an Bord bauen. Das war wirklich richtig, richtig klasse! Ja, die Dinger sind wirklich nicht gerade ein Schnapper, lohnen sich aber wenn man wie wir viel Langstrecke fliegt. Sie sind total stabil und neben der Bettfunktion kann man unterwegs wirklich überall leicht die Kids damit durch die Gegend ziehen (kein Vergleich mit anderen Kinderkoffern die wir haben – auch nicht von der Stabilität her).

Essen hatte ich für alle schon bei der Buchung bestellt. Dass das extra kostet, war ja klar und das hätte man auch im Flieger locker spontan kaufen können. Was ich echt blöd fand: Auch Unterhaltungsprogramm hat gekostet – 9,90 Euro extra. Die Kinder hatten eh die Kopfhörer mit an Bord und Kinderserien sind immerhin frei. Hat mich also wieder versöhnt :-)

Die Kids sind wie gesagt super schnell eingeschlafen mit Decken aus Jacken von uns. Da es aber echt arschkalt war, musste ich mir noch eine Decke kaufen – ja, kostet auch extra. Aber sei’s drum. Der Flug war wirklich gut und ich würde es sofort wieder buchen.

Bangkok mit Kindern – Sehenswürdigkeiten und Get around

Wichtig war uns, nach der langen und anstrengenden Anreise ein wirklich schönes Hotel zu haben. Neben Zug zum Flughafen, Flug, dauert nämlich auch die Anfahrt nach Bangkok rein gerne noch 1 bis 1,5 Stunden. Wir waren im Oriental Residence und haben 120 Euro pro Nacht gezahlt. Beide Kinder hätten auf das Sofa gepasst, unser Sohn hat sich aber für unsere Bettmitte entschieden ;-)

Taxen, die nach Taxameter abrechnen (ca. 800 Baht in die City), kriegt ihr ganz einfach am Flughafen. In die Schlange stellen und Nummer ziehen :-) Im Hotel angekommen hieß es erstmal abspannen. Sprich Pool und Room Service. Ja, ist nicht günstig, aber manche Dinge sind es einfach wert. Alle in einem Bett sitzen, über die Stadt schauen und Pad Thai essen war wirklich toll. Unser Sohn hat am nächsten Morgen gleich gesagt, das möchte er bald wieder machen.

Ankommen in Bangkok heißt auch Ankommen in der totalen Hitze. Also: slow down. Mit Kinder kannst du einfach nicht alles machen. Wir sind ganz früh los, um der Mittagshitze zu entfliehen und haben uns den Grand Palace angeschaut. Von TukTuks wird überall abgeraten. Schon vor 14 Jahren, als wir das erste Mal in der Stadt waren, haben die TukTuk-Fahrer alle behauptet, der Kings‘ Palace sei „heute geschlossen“, aber man hätte ein ganz tolle andere Idee… Wir haben also ein normales Taxi genommen. Kindersitze haben wir diesmal übrigens nicht mit genommen. Bis zum zweiten Lebensjahr hatten wir einen dabei. Zurück zum Taxi: Es heißt, keinen Festpreis aushandeln, ist immer teuer als auf Meter. Unser Fahrer ist direkt im Affenzahn losgebraust – Meter angeblich kaputt. Erst als wir ihm nachdrücklich gesagt haben, dass wir sonst jetzt aussteigen, ging – oh wunder – das Meter wieder. Taxifahren ist aber wirklich günstig. Wir haben hin 2,50€ gezahlt für eine Strecke von 6,5 Kilometern.

Der Palast macht um 8.30 Uhr auf. Kinder bis zur Körpergröße von 1,20 Meter sind frei. Erwachsene zahlen 13 Euro pro Person. Bitte darauf achten lange Sachen zu tragen, sprich Knie und Schultern bedeckt und eigentlich geschlossene Schuhe. Ich durfte meine Sandalen anbehalten, bei den Kindern sind sie ohnehin locker. Wir hatten uns in letzter Sekunde dazu entschieden, für unseren 2,5 Jährigem doch noch einen Buggy* mitzunehmen. Einen einfachen, leichten, der ins Handgebäck passt. In Bangkok habe ich diese Entscheidung schon bejubelt. Zudem muss ich sagen, dass der Britax Holiday viel günstiger ist als vergleichbare Handgepäckbuggys und sich wirklich, sehr, sehr gut fahren lässt. Auch unseren ja nun bestimmt 13 Kilo schweren Sohn plus Gepäck mit einer Hand.

Pause kann man übrigens immer und überall machen. Da kann man sich von den Kindern mal was abschauen.

Wetter in Thailand – zu heiß für Kinder?

Es ist April und ja, es ist arschheiß! Viele haben mich gefragt ob nicht zu heiß für Kinder. Das Thermometer zeigt nicht selten 35 Grad, gefühlte 39. Unsere Kinder haben sich bisher immer sehr schnell an Hitze gewöhnt. Superwichtig ist natürlich viel trinken und lange Pausen. In der Mittagshitze bleiben wir immer drinnen und machen alle eine lange Mittagspause. Unsere Kinder tragen luftige Sachen. Ab der Dämmerung immer lang wegen der Mücken. Kleidung ist da ein viel besserer Schutz als Mückenspray. Das gibt es an Armen und Beinen noch dazu. Zudem empfiehlt es sich, ein Antiallergikum einzupacken und eine leichte Kortison-haltige Salbe (neben normalem Fenistil), Kinder reagieren oft recht empfindlich gegenüber Mückenstichen. Das muss nicht gleich was Schlimmes sein, sollte aber im Auge behalten werden, und es ist gut hier gleich selbst etwas behandeln zu können.

Essen in Thailand – und was machen die Kinder?

Viele von euch haben mich nach dem Video in der Garküche gefragt: und was essen die Kinder? (Bild so schlecht, da aus dem Video). Ich finde, das erste, was eine Freundin mir immer sagt: Kein Kind ist bisher am gedeckten Tisch verhungert. Denkt daran: Es ist sauheiß, das ist anstrengend für den Körper. Gerade für so kleine. Wenn euer Kinder also am Anfang einer solchen Reise nicht so gerne essen möchte, dann ist das auch ok. Reis gibt es auch in Garküchen und die Thais sind auch Künstler in kleinen, süßen „Schweinereien“. Ich denke, frische Donuts mag jedes Kind, oder? So hatte CJ mit seinen 2,5 Jahren brav in der Garküche gegessen. Lütti dankend verzichtet – aber bei den Donuts waren dann wieder beide dabei :-)

Erzieherische Maßnahmen, was das Essen angeht, darf man auch mal ein paar Tage über Bord schmeißen, denke ich. Hier auf der Insel ist es mit dem Essen sowieso kein Problem. Nudeln mit Butter, Omelette – die Thais machen alles möglich. Vitamine gibt es über jede Menge Obst ohnehin genug. Aber die Thais braten dir für die Kinder wirklich einen Storch. Gestern habe ich nach Kartoffeln gefragt. Hatten sie mit viel Entschuldigung nicht – aber dafür für uns dann heute warme Pellkartoffeln am Start.

Ehrlich: Thailand ist Kids-Heaven. Aber da mein Post jetzt schon so lang ist, schreibe ich euch noch einen zweiten über Koh Lanta. Wie wir hingekommen sind, wo wir wohnen und was wir hier so machen.