Familienurlaub in Marokko – besser ohne Drohne

Unser Urlaub ist nun zwar leider etwas anders und kürzer ausgefallen als geplant, trotzdem soll er hier auf dem Blog natürlich einen Platz finden. Es geht nicht immer alles glatt, aber das darf auch nicht einen Schatten auf alles werfen. Die ersten Tage in Fez waren nämlich richtig, richtig schön. Fez hat uns schon vor Jahren (damals noch ohne Kinder) sehr, sehr gut gefallen. Deshalb haben wir auch diesmal hierhin unsere erste Station gelegt.

Vor allem um die Altstadt zu erkunden, das einheimische Essen und auch um etwas auszuruhen. Da das Wetter auch in den Herbstferien bis zu 30 Grad hatte, haben wir uns kurzfristig noch entschieden unser gebuchtes Riad in der Stadt gegen ein kleines Hotel mit Pool außerhalb der Stadt zu tauschen. Überhaupt habe ich festgestellt: Mit Kindern macht ein Riad in der Stadt gar nicht viel Sinn. Durch die Altstadt zu laufen, Dinge anzuschauen bei heißen Temperaturen ist echt anstrengend. Da tut es gut, nachmittags am Pool richtig Kind zu sein. Mit Plantschen und Rennen. Das hätte ich mir jetzt für uns und anderen „Städtereisenden“ in einem kleinen Riad in der Stadt nicht vorstellen können.

Ein paar Impressionen habe ich für euch zusammengefasst. Anders als in Marrakesch (da gab es auch mal eine Ausnahme, aber nicht schlimm) sind uns alle Einheimischen zu jedem Zeitpunkt freundlich, ach was sage ich: herzlich entgegen gekommen. Sie haben den Kindern unglaublich viel geschenkt (ohne an uns Erwachsen etwas verkaufen zu wollen) und waren auch total zufrieden, einfach nur mit den Kindern Spaß zu haben, ohne ein Geschäft zu machen. Bestes Beispiel: Die beiden Kids wurden sehr zur Freude der Kleinen in alle möglichen Hüte und Gold gehüllt. Als sie am Ende sagten, sie wollen aber nichts davon mitnehmen (wir Eltern waren sogar willig, was zu kaufen), hat der Verkäufer gelacht und ihnen noch Trockenfrüchte geschenkt.

Die Altstadt kommt einem vor wie aus tausendundeiner Nacht. Mit Eseln, Hühnern und allem drum und dran. Für ein Taxi haben wir ca. 1,50-2 Euro den Kilometer gezahlt, hatten dann aber auch große, gute Autos. Kindersitze gibt es leider nicht, die müsstet ihr mitbringen. Ein Petit Taxi geht leider nur bis zu 3 Mitfahrern.

Gewohnt haben wir übrigen im Villa Agapanthe. Ein wirklich ganz schönes, kleines Hotel mit freundlichem, sehr kinderliebem Personal. Das Frühstück ist einfach und sehr gut und für den Abend gibt es Pasta Bolo oder Salat (je 10 Euro) zur Wahl oder ein drei Gänge Menü für 20 Euro. Wenn man mag, kann man natürlich auch mit dem Taxi in die Stadt fahren. Drum herum ist allerdings gar nichts.

Die Sache mit der Drohne

Vorab: Gute Ratschläge sind jetzt im Nachhinein fehl am Platze. Wir erkundigen uns immer sehr genau, wo man fliegen darf, haben eine versicherte Drohne, die mit den neuesten Updates ausgestattet ist. Sprich, in Flugverbotszonen hebt sie gar nicht erst ab. Woran wir nie gedacht hätten: man darf die Drohne in Marokko gar nicht erst einführen. In Marrakesch selbst hängen (wie ich dann später feststellen durfte) recht viele Schilder am Flughafen. In Fez wohl nur eines: am Zoll. Und den hatten wir sogar durchquert! All unser Gepäck durchleuchten lassen. Einfach, weil die andere Schlange so lang war. Angehalten wurden wir nicht, wir konnten so mit der Drohne einreisen. Als wir einige Tage später den Flughafen betraten, um von Fez nach Marrakesch zu fliegen, wurde unsere Taschen direkt an der Eingangstür durchleuchtet. Dann große Aufruhr: Ob das unsere Drohne wäre???? Äh ja, falls man sie aber irgendwo nicht fliegen darf: Wir sind sie gar nicht geflogen. Als die Antwort war, man dürfte ja gar nicht mit ihr einreisen, waren wir ehrlicherweise sehr überrascht, denn wie gesagt, wie haben unser Gepäck komplett beim Zoll bei Einreise abgegeben. An dieser Stelle die Anmerkung: Wenn man seine Drohne bei Einreise abgibt, kann man sie möglicherweise (heißt: nicht garantiert) bei der Ausreise wiederbekommen. Das wäre aber bei uns ohnehin auch keine Möglichkeit gewesen, das wir in Fez ein- und in Marrakesch wieder ausgereist sind.

Weiter ging es dann damit, dass ein Haufen Marokkaner untereinander diskutierte. Mit uns redete keiner. Irgendwann hieß es: „It’s ok, it’s ok“ und ein Polizeibeamter begleitete uns zum Check-In. Vorher gab man uns die Drohne zurück. Und da fing der eigentliche Irrwitz so richtig an.

Ich fragte immer wieder, was das denn nun heißen sollte. Ob man uns ein Schriftstück für die Drohne geben würde, damit wir mit ihr weiterreisen können. Ob man sie versiegeln würde. Wie das Ganze denn jetzt weiter geht. Keine Antwort, nur immer „it’s ok“. Unter den Augen von drei Polizei-/Zollbeamten haben wir dann eingecheckt. Da im Anschluss ja noch Handgepäckskontrolle, Zoll usw. kamen, hielten wir es für die beste Idee, unter den Augen der Beamten, die Drohne ins Aufgabegepäck zu geben. Gesagt, getan.

Dann durch die Kontrolle, wo uns der Zoll anhielt (zu dem jetzt auch Beamte kamen, die gleich am Eingang an der Flughafentür dabei waren). Ob wir nicht etwas anzumelden hätten. Ich fragte, was denn? Antwort: Na, die Drohne!

Ab dem Zeitpunkt kam ich mir ehrlich gesagt maximal verarscht vor. Wie in einem schlechten Theater. Als ich sagte, die hätten wir ja nun nach mehreren „it’s ok“ und unter den Augen der Kollegen eingepackt, hieß es, mein Mann müsse dann jetzt mit der Polizei mitkommen, das wäre eine Straftat… Was soll ich sagen: Man hat uns von Anfang an ins offene Messer laufen lassen? Wir hätten die Drohne auch gerne beim Betreten des Flughafens weggeworfen, wenn wir das gewusst hätten…

Es folgte eine Tortur, im besonderen natürlich für Stefan. Ein Dolmetscher wurde telefonisch hinzugezogen, da das Französisch auf beiden Seiten nicht reichte. Ich saß mit den Kindern davor und wartete und wartete. Irgendwann musste der Kleine aufs Klo. Da unsere Pässe einbehalten wurden, sind wir anders als behauptet fast nicht wieder zurück in die Absperrung gekommen. Endlich wieder da, hieß es nur, ich solle jetzt ganz schnell mit den Kindern zum Flieger rennen, Stefan müsse bis auf weiteres bei der Polizei bleiben. Verabschieden konnten wir uns nicht. Wir drei wurden von der Polizei zum Flieger begleitet, wo das Gepäck mit der Drohne entladen wurde. Dann durften wir fliegen, ohne Ahnung was mit Stefan ist. Die Kinder fragten natürlich die ganze Zeit nach ihrem Papa.

Stefan wurde nach vier Stunden von der Polizei entlassen. Die Drohne ist einbehalten worden und er hat eine Strafe gezahlt. Ein Flieger ging an dem Tag leider nicht mehr. Er ist also zum Bahnhof, wo er dann erfahren musste, dass die Züge für diesen, wie auch für den Folgetag, ausgebucht sind. Er hat sich dann für die Alternative entschieden: 8,5 Stunden über Nacht mit dem Überlandbus von Fez nach Marrakech. Die Straßenverhältnisse eine Katastrophe. Er nur in einer kurzen Hose und T-Shirt (mehr hatte er nicht dabei) und bei Klimaanlage auf Maximum bitterlich gefroren. Er hat die Nacht dann schlaflos auf dem Boden vor der Rückbank des Busses verbracht. Da dort der Motor ist, war es etwas wärmer.

Die Moral von der Geschicht‘: Reise nach Marokko mit Drohne nicht. Was bei uns bleibt: Das Gefühl, sehr ausgeliefert in einem Rechtssystem zu sein, in dem die Staatsgewalt entgegen jeder Widersprüche regiert und wir das Gefühl hatten, das Machtverhältnisse ausgenutzt und zur Schau gestellt wurden.

An dieser Stelle vielleicht auch ein Hinweis, dass Marokko für mich klar zu den Ländern gehört, welche ich über einen Veranstalter buchen würde. Einfach, um im Ernstfall (und wir hatten gleich zwei, da unser Sohn noch ins Krankenhaus musste) einen Ansprechpartner zu haben. Wie immer haben wir sehr, sehr gute Erfahrungen mit dem Club Med gemacht, dazu aber auch an anderer Stelle nochmal mehr. Erstmalig aber auch mit evaneos. Leider konnten wir ja unsere Reise nicht fortführen, hatten aber mit unserer persönlichen Ansprechpartnerin Isabelle (welche vor Ort in Marokko sitzt, denn evaneos arbeitet mit lokalen Reiseexperten zusammen) eine tolle Route geplant. Inklusive Besuch in der Wüste mit Übernachtung. Eure Route wird hier ganz persönlich für euch zusammengestellt, je nach Wünschen und Budget.


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4 Gedanken zu „Familienurlaub in Marokko – besser ohne Drohne“

  1. Ich glaube man kämmen über alles Reden!! Es gibt’s gezetze und muss man respektieren werden
    Einfach Marroco ’schöner Ort zu besuchen!! Ich Leibe immer wieder dort zu sein,, wie die Leute mit einfachstes Art zu leben haben.
    Ein mal Marroco immer Marroco

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  2. Hi,
    Danke für den ausführlichen Bericht. Ich habe meine neue Drohne aus Versehen auf der Durchreise unwissentlich in Marokko via Flughafen eingeführt – der Typ am Security Check beim Verlassen des Flughafens hat telefoniert und die kleine DJI Mavic Mini nicht gesehen. Bis dahin kannte ich die Gesetzlage auch garnicht. Am Flughafen in Marokko hatten mich aber schon viele Banner angestrahlt man solle doch seine Drohne anmelden – habe ich nicht. Eine Amerikanerin, die sich offensichtlich mit dem Drohnen Gesetz in Marokko auseinander gesetzt hat, hat mich dann in der Wüste auf meine Drohne angesprochen, woraufhin ich gegoogelt habe und deinen Artikel gefunden habe und mächtig Müffensaußen bekommen habe. Es gab verschiedene Optionen für mich: 1) Drohne dort lassen, um kein Risiko zu gehen 2) versuchen per Post zu senden, Drohnenverlust in Kauf nehmen 3) Risiko gehen und versuchen auszureißen. Nachdem ich noch ein bisschen recherchiert habe, habe ich mich schlussendlich für 3) entschieden und habe die Drohne in meinem Koffer (ohne Batterie und SD-Karte) verstaut und den Rest des Equipments neben meinen restlichen Elektro Zeug im Handgepäck gehabt. Glücklicherweise hat der Security Mensch beim Betreten des Flughafens und der damit verbundenen Gepäckkontrolle die Drohne auch nicht gesehen, sodass ich zumindest im Flughafen selbst (Handgepäckskontrolle, Gate-Gepäckkontrolle) ein bisschen entspannter war. Offen war dann quasi nur noch, ob es das Gepäck nach Deutschland schafft und dann mit oder ohne Drohne. Schlussendlich hat es die Drohne im Koffer nach Deutschland geschafft und ich habe mich mächtig schlecht und irgendwie kriminell gefühlt, um ehrlich zu sein.
    Die Aufnahmen aus Marokko per Drohne haben mich das aber dann auch wieder schnell vergessen lassen. Ich werde mich ab sofort natürlich bei jeder anstehenden Reise detailliert informieren und werde jegliche Einfuhrrestriktionen berücksichtigen und die Drohne einfach zuhause lassen – der Stress war enorm. Ich kann also jedem nur empfehlen sich vorher zu informieren. Ich hatte reines Glück. Wenn es doch jemand, speziell in Marokko riskieren will, empfehle ich – so doof das klingt – die Drohne seiner Freundin/Frau zu geben. Die marokkanischen Sichertskontrolleure saßen im 90° Grad Winkel beim weiblichen (Männer, Frauen sind getrennt) Handgepäckscheck am Bildschirm und haben sich mehr auf die Frauen, als auf das Röntgenbild fokussiert. Glaubt mir, ich habe es ziemlich genau beobachtet ;-)

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