Unsere Spielplätze brauchen mehr Väter oder die Frage: Sind wir Mütter wirklich so schlimm?

Der Mann hat sich heute mal wieder aufgeregt. Warum? Vater/Tochter Nachmittag. Nein, mit der Kleinen war alles in Ordnung. Vielmehr ist er mal wieder ins Mütter-Revier eingedrungen: den Spielplatz innerhalb der Woche.

Er hat ja schon einige traumatische Erlebnisse hinter sich. Am schlimmsten war wohl der einmalige Besuch der Elternschule vor 1,5 Jahren. Hier war er zu einem ‚Musik und Gesang für die Kleinen’ Kurs. Es muss so schlimm gewesen sein, das er heute noch sagt, dass wird ihn bis ins Grab verfolgen. Grund dafür waren die Mütter, denen er ohne einen einzigen Geschlechtsgenossen ausgeliefert war. Einige hatten nach seiner Aussage noch nicht mal ein Kind dabei, sprich sie konnten sich mit der 100 prozentigen Aufmerksamkeit auf ihn stürzen.
Überhaupt ist ihm in seiner Elternzeit ziemlich negativ aufgefallen, dass er auf dem Spielplatz kaum mal einen Mann getroffen hat. Ziemlich überraschend, wo wir doch in einem der geburtenreichsten Stadtteile Deutschlands wohnen… Er hat sich also an den Väter e.V. (http://vaeter.de) gewandt und hat hier schnell Gleichgesinnte getroffen. Ich weiß nicht, ob es das auch in anderen Städten gibt. Aber es scheint eine tolle Sache. Hier tanzt auch nicht alles ums Kind, sondern die Angebote sind eher Väter UND Kind fokussiert und nicht anders rum. Das heißt soviel wie hier trifft man sich zum Brunch und die Kinder spielen drum rum. Anders als bei Mütter-dominierten Spielgruppen, bei der Mama höchstens einen kalten Tee trinkt, weil sie den Nachwuchs stets im Auge behält.

Zurück zum heutigen Tag. Nach Aussage meines Mannes war er von ca. 45 – wie er sie bezeichnet ‚Alnatura-Müttern’ – umzingelt. ‚Angegriffen’ ja, genau dieses Wort fiel, haben sie ihn zwar nicht, aber wohlgefühlt hat er sich auch nicht wirklich. Kein Mann weit und breit zu sehen.

Es handelt sich übrigens um den Spielplatz, auf dem meine Freundin beim Verzehr einer Cola einige strafende Blicke geerntet hat. Auf Nachfrage ob was nicht in Ordnung sei, wurde ihr die Bitte entgegen gebracht die Cola doch bitte nicht vor den Augen der Kinder zu trinken!

Also ich kann da die Männer irgendwie verstehen, dass sie nicht zwingend auf diesen irren Haufen treffen müssen…. Aber schön wäre es doch, wenn sich die Väter auf ein Feierabend-Bierchen auf dem Spielplatz träfen und die Kinder drum herum spielen. Das finde ich jedenfalls.


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10 Gedanken zu „Unsere Spielplätze brauchen mehr Väter oder die Frage: Sind wir Mütter wirklich so schlimm?“

  1. Danke für diesen witzigen Artikel!

    Meine Lieblingsanekfote: Spielplatz voller Schaukel-langsam-Anschubs und Rutsche-runterhelf Müttern. Mein Sohn war beschäftigt, mir bisl langweilig, also hab ich angefangen die umstehenden Bäume für Klimmzüge und zum klettern zu nutzen. Ich hätte so gerne Fotos von den schiefen Blicken gehabt.

    Mir ging das auch echt oft so in München. In Thailand hat es zum Glück keine klassischen Spielplätze,vermissen tun wir die aber auch nicht.

    • Na die Fotos hätte ich auch gerne gehabt :-) War gerade auf eurem Blog und hätte große Lust die hiesigen Spielplätze auch einzutauschen. Heute wieder Erlebnis der Dritten Art an Sandförmchen-Front….

      • Steht mir auch wieder bevor, fliegen am 1.5. wieder nach München. Hab mir fest vorgenommen meine Gymnastikringe ab jetzt mitzunehmen, sind ja immer ausreichend Bäume zum Aufhängen auf Spielplätzen. Das wird bestimmt super:)

        Aber es soll nur ein recht kurzer Aufenthalt bis Oktober werden und ein noch längeres Fernbleiben für mind. 9 Monate. Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln.

  2. :) Hab ich in meiner Elternzeit auch beobachtet.. man muß sich mit seinem Pizzakarton einfach da hinsetzen, das Taschenmesser auspacken und essen, sollen wie Mädels doch gucken, ich hab meine Beute auf jeden Fall erlegt und verspeist während meine Kurze auf dem Rutschenturm rumgeklettert ist und zwischendurch immer mal „zum Probieren“ einen kurzen Boxenstopp gemacht hat….

  3. Find ich super, den Artikel!

    Mein Großer kommt gerade in das Alter wo er allein spielen kann, aber da wir auf dem Dorf wohnen, und der Spielplatz direkt neben unserem Haus ist, geht er auch schon mal alleine Buddeln, während ich das Auto aussauge. Wenn wir zusammen auf dem Spielplatz sind ist meist nicht viel los, das ist eher bei Ausflügen in Zoos oder Tierparks der Fall. Aber da sind dann auch andere Väter. Feierabendbierchen auf dem Spielplatz mit gleichgesinnten fänd ich super!

  4. Ist irgendwie schon witzig, denn hier ist es oft genau umgekehrt: Der Spielplatz ist unter der Woche in teils fester Männerhand. Das macht die „Al Natura“-Muttis nicht entspannter leider. Ein Feierabendbier auf dem Spielplatz würde wahrscheinlich zu Handgemenge führen.. (wie kann man nur) ;D

    Liebe Grüße,
    Johnny

  5. @jonny @vadder: ich glaub man muss es einfach machen. Am besten selbst im Rudel auftreten, da ist man nicht so leicht angreifbar. Auf beschriebenen Spielplatz (ein wirklich harter Brocken) haben sogar wir Damen es mal mit nem Beck Lemon als wirklich seichten Einstieg in die Materie probiert. Außer böse Blicke nix. Ging also :-)

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