Mit kleinen Kindern in den Skiurlaub zu fahren, das ist ja so eine Sache. Zum einen braucht es eine gute Betreuung, wenn die Kleinen noch nicht mit auf die Skipiste können. Also einfach Oma und Opa mitnehmen und selber ab auf die Piste? Auch wenn Schnee noch so schön ist, Kinder halten es nicht ewig draußen aus. Es wird schlichtweg zu kalt und dann ist es schön drinnen ein Angebot für die Kleinen zu haben. Denn nur in der Bude hocken und Gesellschaftsspiele spielen, das wird dann auf Dauer doch ein bisschen langweilig.

Uns haben Freunde das Feuerstein Nature Family Resort in Südtirol empfohlen. Und auf Empfehlung, so habe ich vor Ort erfahren, kommen hier auch die meisten. Das spricht auf jeden Fall für das Hotel und vorweg: Langweilig wird es hier bestimmt nicht.

Angekommen sind wir des Nachts. Da es mit dem Auto schon eine Strecke ist, versuchen wir immer die Hälfte zu fahren, wenn die Kinder schlafen. Hat auch diesmal wunderbar geklappt. Der Schnee hat uns wortwörtlich bis vor die Haustür gepustet, wo uns auch mitten in der Nacht noch Angelika vom Hotel ganz herzlich begrüßte. Wer lieber fliegt, kann das auch ganz einfach bis nach Innsbruck. Es gibt einen Hotelshuttle, der einen in nur 45 min ins Hotel bringt.

Das Zimmer war tiptop für die Kinder vorbereitet. Kinderbett, Windeleimer, Wickelplatz – auch wenn CJ jetzt seit Neuestem tagsüber stolzer Träger von Boxershorts ist. Und damit meine ich: sehr stolzer Träger… 🙂

Urlaub im Familienhotel? Bislang waren wir eher in familienfreundlichen Hotels unterwegs und da blieb mir des Morgens schon ein wenig die Spucke weg bei der Kinderschar, die mich dort erwartete. Also, dass die Kinder ihren Spaß haben werden, da war ich mir schon in den ersten Minuten sehr sicher. Wie es für uns als Eltern werden würde, darauf war ich gespannt. Aber was dann kam, das hätte ich wirklich nicht erwartet.

Kinderprogramm der Superlative

Ich glaube, da kann man wirklich sagen: Gut, besser, Feuerstein! Ich bin mir ziemlich sicher, es geht nicht besser. Die Liste der Möglichkeiten für die Kinder liest sich ja fast wie im Traum, aber was dann auch dahinter steckt, das kann man wohl wirklich nur vor Ort erleben.

  • 70 Stunden/Woche Kinderbetreuung für Babys, Kleinkinder und Kinder, angelehnt an Montessori
  • Spielescheune mit Heuboden, Boulder Wand und Feenzimmer
  • Holzwerkstatt zum HObeln und Werken
  • Südtirols erste hoteleigene Family Turnhalle
  • Malatelier nach Arno Stern
  • Indoor Matschspielplatz
  • Mini-Bauernhof mit Eseln und kinderlieben Tieren
  • Spiel- und Chill-Out-Lounge für Kleinkinder, Kinder und Teenies
  • Mama&Baby-Zimmer mit spezieller Ausstattung
  • Im Winter Zauberteppich für kleine Skianfänger, Eislaufplatz und Rodelhang auf dem Gelände
  • Im Sommer Badeteich mit Piratenboot und Sonnendeck

Ihr seht, es gibt definitiv nichts, was es nicht gibt. Aber wie sieht das denn nun praktisch aus? Vorab: Auch in einer Woche kann man glaube ich gar nicht alles ausprobieren. Da braucht es ein paar Skiurlaube im Feuerstein und es wird wohl kein Mal langweilig. Aber ich erzähle einfach mal ein bisschen.

Baby- und Kleinkinder-Betreuung

Von 0 bis 3,9 Jahren gibt es die Baby- und Kleinkinderbetreuung. Ab 9:30 Uhr geht es morgens in einem extra Raum los. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Mit am besten finde ich das Couscous-Bad, das ähnlich wie eine Sandkiste funktioniert. Einen extra Schlafraum für die Kleinen gibt es auch. Vormittags geht es raus an die Luft, zum Rodeln oder im Schnee spielen. Die ganz Kleinen kommen im Kinderwagen mit oder in der Trage. Wieder zurück im Haus gibt es Mittagessen im Kinderrestaurant – ja, es gibt ein Restaurant nur für Kinder. Eltern haben keinen Eintritt, versteht sich. Bis 13:30 Uhr ist dann Abholzeit.

Unser Sohn ist mit seinen 2,5 Jahren wirklich sehr, sehr gerne hingegangen und wollte meist auch nicht direkt abgeholt werden. Ich glaube ja, das liegt vor allem an den tollen Betreuern und dem erstklassigen Betreuungsschlüssel. Davon würde wohl jede Kita träumen. Aus diesem Grund glaube ich auch, dass es gar kein Problem ist, auch kleinere Kinder hier mal abzugeben.

Rund um das Hotel herum – einfach alles da

Am Nachmittag gibt es ein Kinderprogramm für 4- bis 12-Jährige ab 14 Uhr. Wir haben die Nachmittage allerdings immer als Familie genutzt, was daran lag, dass Lütti vormittags beim Skikurs, wir auf der Piste und CJ bei der Kleinkinderbetreuung war. Und neben dem Skifahren gibt es hier einfach SOOOOO VIELE Dinge, die man als Familie machen kann. Schlittentour auf den hauseigenen Schlitten. Die sind wirklich spitzenklasse und das tollste: Es sind immer genug da. Leider ist das ja oft keine Selbstverständlichkeit. Tragen und Kraxen für die Kleinsten gibt es auch einfach im Hotel. Genauso wie Kinderwagen. Man muss also wirklich gar nichts mitbringen.

Schwimmspaß für alle

Ihr wollt ins Schwimmbad – pardon: in eines der 4 Schwimmbäder, habt aber die Schwimmflügel vergessen? Auch alles da. Wirklich: Solange ihr die Kinder nicht zu Hause vergessen habt, ist wirklich alles da in diesem Hotel.

Baby- und Kinderschwimmbad, Rutschenspaß ohne Ende und Outdoor Pool. Wir waren mit den Kids unterwegs, haben Wettrennen auf den drei Rutschen nebeneinander gemacht, Stefan hat den Tagesrekord auf der Feuersteinspeedrutsche eingestellt und ich habe draussen auch mal meine Bahnen gezogen. Das alles bei endlich mal ausreichend vielen Liegen mit schönstem Blick in die Berge.

Spielscheune, Malatelier, Holzwerkstatt, Matschraum

Am liebsten sind die Kinder in die Spielscheune geflitzt. Am besten natürlich nicht mit uns Eltern, sondern in der blauen Stunde. Was das ist? Ab 18:30 Uhr startet nochmal ein Teil der Kinderbetreuung. Es beginnt mit Abendessen im kindereigenen Restaurant. Manchmal wird hier auch selbst Hand angelegt und die Pizza mit den Kindern zusammen belegt. Nach dem Essen geht es dann los: In den Kidsroom, die Spielscheune, Turnhalle oder Matschraum. Unsere Kinder haben die blaue Stunde geliebt!!! Auch wenn sie nicht jeden Abend mitessen durften, da war das Vermissen bei mir als Mama doch zu groß, sind sie oft nach dem Essen mit uns noch dazu gestoßen. Auch das ist überhaupt kein Problem.

An den Nachmittagen werden verschieden Dinge im Malatelier und in der Holzwerkstatt angeboten. Wie gesagt, ich glaube, um alles was angeboten wird auszuprobieren, reicht eine Woche gar nicht aus. Wir waren im Malatelier und fanden es spitze. Eure Kinder stehen eher auf rummatschen, ihr nicht so? Sogar Gummistiefel und Matschhosen sind da, es kann also einfach los gehen.

Und zum Abschluss eines wirklich ereignisreichen Tages, hängt auch noch jeden Abend eine kleine Gute-Nacht-Geschichte an der Zimmertür. Irgendwie wurde sich hier wirklich bei allem Gedanken gemacht.

Hauseigene kleine Piste

Der kleine Hang am Haus war unser persönliches Highlight. Hier sind wir unzählige Rodelrennen gefahren und Dank des Teppichlifts konnten die Kinder sogar Skifahren. Das heißt, selbst der zweijährige CJ stand auf den Brettern und es hat ihm total viel Spaß gemacht.

Urlaub für Eltern im Feuerstein

Ja, ich glaube, dass Kinder im Feuerstein total gut Urlaub machen können, steht außer Frage – ich würde sogar vom Kinder-Traumurlaub sprechen, denn neben all der tollen Ausstattung, brauchen Kinder ja vor allen Dingen Kinder und die gibt es im Feuerstein. Besonders unsere Tochter hat einige Freundschaften geknüpft und so haben der Skikurs und die blaue Stunde gleich doppelt soviel Spaß gemacht.

Und wir Eltern? Wir waren echt urlaubsreif, wollten Entspannung, auch mal Zeit zu zweit und auch zusammen Skifahren. Zu hohe Erwartungen an einen Skiurlaub mit zwei kleinen Kindern? Nein! Dank der wirklichen tollen Kleinkinderbetreuung vor Ort und der spitzen Begleitung des Skikurses für die Kinder, blieben uns die Vormittage zum Skifahren und Sonne auf der Hütte tanken. Das hieß auch mal wieder gemeinsame Erlebnisse als Paar schaffen und sich so richtig unterhalten. Am Stück meine ich. Verrückt, oder?

Wenn wir nicht sooooo skibegeistert wären, hätten wir bestimmt auch mal den Wellnessbereich nur für Erwachsene genutzt. So hat uns die Familiensauna zusammen mit den Kids völlig gereicht und der Mann ist mal zum Aufguss in die andere Sauna verschwunden. Wie gesagt, für alles reicht eine Woche bald nicht.

Das nächste Mal weiht Stefan dann auch endlich mal seine Laufschuhe im Fitnessbereich ein – aber immerhin haben sie nach Monaten schonmal zum ersten Mal das Haus verlassen. Ich hingegen war in den frühen Morgenstunden bei Anna im Yoga Loft und es war super! Endlich mal was für sich tun und das noch vor dem Frühstück. Das gibt ein richtig gutes Gefühl. Auch endlich mal wieder Bahnen ziehen. Ich habe wirklich das Gefühl, die Woche hat meinem Körper richtig gut getan.

Kulinarik

Das Essen ist wirklich spitzenmässig. 3/4 Pension heißt übrigens, es gibt ein Frühstücksbuffet (sogar bis 11 Uhr mit Sekt, für all diejenigen, die es nicht direkt in den Schnee zieht) von 15:00 – 17:00 Uhr eine Skifahrerjause mit Brot, Kuchen, Suppe und Salat und ab 18:30 Uhr ein 5-gängiges Abendessen. Zeit zu zweit? Kann man hier auch haben. Um 18:30 beginnt nämlich auch für die Kinder die blaue Stunde und wie gesagt, meine Kinder haben es geliebt dahinzugehen. Da dürfen Eltern dann auch mal Zeit für sich haben und wenn es den Nachwuchs dann doch mal wieder zu den Eltern zeiht, bringen die Betreuer die Kinder wieder bis zum Tisch.

Und was ist mit Skifahren, Kinderskikurs und was kann man sonst so machen?

Weil wir soooo viel gemacht haben und es einfach viel zu berichten gibt, habe ich euch dazu einen extra Beitrag geschrieben Winterurlaub mit Kindern – das Familienskigebiet Ladurns. Dort findet ihr dann auch Preise und Organisatorisches.

Fazit

Stefan hat laut seiner Körperfettwaage 1,6 Kilo Fett verloren und jetzt 2 Kilo mehr Muskelmasse – so soll richtig guter Skiurlaub doch sein! Was haben die Familienmitglieder sonst noch gesagt bei unserer Runde „Was war das Schönste für dich am Skiurlaub?“

  • Für unsere fünfjährige Tochter Lütti die blaue Stunde und das Schwimmbad
  • Für unseren zweijährigen Sohn die Spielscheune
  • Für den Mann, dass es so vielseitig war. Dass man so viele Sachen in verschiedenen Konstellationen machen konnte: Allein in der Sauna, zu zweit Ski fahren, zu dritt im Schwimmbad und zu viert am Rodelberg
  • Und für mich? Ich fand es einfach spitze, den Kopf auf der Skipiste einfach mal wieder komplett freizukriegen und das mit dem guten, richtig guten Gefühl, dass es den Kindern dabei auch gut geht. Und nicht nur gut, sondern dass sie einfach ohne mich Spaß haben und ich auch Spaß haben darf. Dass halt alle auch mal für sich Urlaub machen und dann wieder gemeinsam. Und diese gemeinsamen Erlebnisse am Rodelhang, der Spaß, den wir hatten, der ist wohl unvergesslich.