Mit kleinen Kindern einen Skiurlaub zu buchen, das ist ja so eine Sache. Denn kleine Kinder und selber Skifahren, das ist nicht so wirklich kompatibel. Die Zeiten, wo Wahnsinnige sich Kinder auf der Piste hinten auf den Rücken schnallten, sind ja offensichtlich Gott sei Dank vorbei. Ich nenne Skiferien seit den Kindern also gerne Winterferien – Ferien im Schnee, von denen alle etwas haben. Wir fahren dafür in spezielle Familienhotels. Dieses Mal sind wir auf Basis einer Empfehlung unserer Freunde von daddylicious ins Feuerstein Nature Family Resort gefahren. Wie ich vor Ort erfahren habe, fahren die meisten Familien übrigens auf Grund einer Empfehlung von Freunden in dieses Hotel – scheint also nicht das schlechteste zu sein. 😉 Aber davon an anderer Stelle mehr: Skiurlaub mit kleinen Kindern im Familienhotel Feuerstein.

Wir als Familie wollen nämlich ehrlich gesagt im Winterurlaub vor allem eines: Draußen im Schnee sein. Uund deshalb stelle ich euch erst einmal das Gebiet Ladurns und die möglichen Aktivitäten vor. Für uns Eltern vor allem eins: das Skigebiet.

Skigebiet Ladurns

Um ehrlich zu sein, war dies das Manko, als unsere Freunde uns von ihrem Urlaub erzählten. Auf dem Papier drei Lifte hörte sich für uns nicht gerade spektakulär an. Aber man soll sein Urteil ja auch erst fällen, wenn man sich es selbst einmal angeschaut hat und das fiel dann überraschenderweise ganz anders aus. Vor Ort stehen 15 Pisten bereit und mit „bestens präpariert“ hat der Betreiber definitiv recht. Wir fahren schon lang und viel und können das definitiv unterschreiben: Pistenverhältnisse tiptop. Richtig gut bereitete, breite Pisten – und kaum was los, gemessen an anderen Skigebieten. Das heißt, wir sind richtig viel und gut gefahren und haben die Zeit nicht durch langes Anstehen vertrödelt. Denn ehrlich: Bei uns Eltern ist Zeit ja der maßgebende Faktor. Lange vorbei sind Zeiten, wo man von 9:00 bis 16:00 Uhr auf der Piste stand. Morgens will erst einmal der Nachwuchs versorgt werden und am Nachmittag möchte man, klar, ja auch was mit den Kindern gemeinsam machen. Das heißt: Die Zeit, die man gemeinsam als Eltern auf dem Berg hat, die will man auch zum Skifahren nutzen und nicht zum Anstehen. Und das haben wir. Fünf Tage lang sind wir jeden Vormittag ordentlich gebraust.

Hüttenzauber

Ok, ein, zwei Einkehrschwünge dürfen natürlich auch sein. Ob jetzt als Paar oder mit der Familie. Hochgondeln kann man nämlich bis zur Ladurner Hütte auch. Dort gibt es dann auch Rutsche und Schaukel, oder die Kids rutschen einfach den Schneehang runter.

Die Preise sind sowohl hier als auch auf der Edelweiß Hütte wirklich überraschend günstig. Auf einen Kaffee für 1,40 kehre ich mehr als gerne auf die Sonnenterrasse ein und ein Familienmittagessen bei einer großen Apfelschorle für 3,50 und Würstchen mit Pommes Frites für 6 Euro schmeckt auch richtig gut. Das finde ich wirklich toll. Denn aus anderen Skigebieten weiß ich, dass die Einkehrschwünge oft wirklich exorbitant teuer sind.

Rodel-Spaß

Eine richtig, richtig tolle Sache ist die Rodelbahn. Mal wirklich für Familien geeignet ist die Bahn 6,5 km lang und hat eine ganz wunderbare Aussicht. Auf dem Weg kann man sogar noch bei einem Bauernhof einen Einkehrschwung machen.Man muss also gar nicht Skifahren, um auch im Winter richtig alpine Erlebnisse zu haben.

Kinderskikurse

Unsere Tochter hat mit ihren fünf Jahren den 6-Tage-Halbtagskurs im Kinderland belegt. Morgens wurden die Kinder gemeinsam von unserem Hotel (dem Feuerstein) zur Kinderskischule gefahren (ca. 4 km). Das hat den enormen Vorteil, das ein Abgeben durch die Eltern an der Skischule bzw. Skikindergarten ausfällt. Denn wer kennt es nicht von zu Hause, dass die Kinder die Eltern nicht immer gleich gehen lassen möchten? Das fiel in diesem Urlaub komplett aus, denn am Bus wartete immer mindestens schon eine neue Freundin von Lütti.

Den Skikurs hat sie bei Patrick gemacht und war total begeistert. Er – und seine Kollegen wohl auch – haben anscheinend genau das richtige Gespür für Kinder, denn nicht nur einmal berichtete unsere Tochter, wie nett er doch sei und was er alles so gesagt hat – wenn wir mal mit ihr gefahren sind, musste natürlich auch alles original so laufen wie Patrick es gesagt hat 😉 Aber das Ergebnis spricht für sich: Unsere Tochter hat in der Woche extrem viel dazugelernt. Und das Allerwichtigste: Es hat ihr richtig, richtig Spaß gemacht!

Richtig toll finde ich als Elternteil, dass es bei den Skikursen immer eine zusätzliche Betreuungskraft gibt, die beim Liften und allem anderen hilft und auch mal da ist, wenn eines der Kleinen zur Toilette muss. Dieses Konzept ist top! Auch das in der Woche die Bezugsperson, also der Skilehrer, nicht wechselt, finde ich vor allem für kleinere Kinder richtig gut. Der Unterricht wird übrigens zweisprachig gegeben – wir sind ja in Südtirol 🙂

Vormittags gibt es eine Drink- und Snackpause und Mittags wird in der Skischule gegessen. Einen Nachmittagskurs gibt es auch, wir haben unsere Tochter aber immer um 14 Uhr am Hotel wieder in Empfang genommen.

Ganz wichtig finde ich nämlich eins und bin sehr froh. dass ich da der gleichen Meinung war wie der Skilehrer: Nur weil die Kinder mit ihren Eltern im Winterurlaub sind, MÜSSEN sie NICHT automatisch immer Skifahren. Es macht ihnen sehr viel mehr Freude, wenn sie auch mal Nein sagen dürfen. Schlittenfahren, Schwimmbad, im Schnee tollen – das alles gehört nämlich für Kinder auch dazu. Also: Keinen Druck machen, dann kommt der Spaß von ganz alleine.

Bei unserer Tochter sind nach dem Skirennen am Freitag, das den Abschluss der Skiwoche im Kinderland bildet, sogar ein paar Tränchen geflossen. Einfach weil sie traurig war, dass es vorbei ist. Und ok, bei mir sind auch ein paar Tränchen geflossen, einfach weil ich so stolz auf meine Kleine war/bin.

Also: Noch einmal ganz, ganz großes Lob an die Skischule!

Preise

Ich hatte es ja oben schon einmal geschrieben: Soooo viel Zeit bleibt uns Eltern einfach nicht mehr zum Skifahren. Zumindest wenn die Kinder noch nicht oder nicht die ganze Zeit mitfahren können. Da ist es natürlich toll, wenn der Skipass nicht ganz so teuer ist. Der 5-Tages-Skipass kostet in der Nebensaison, als wir da waren, 147 Euro. Pro Erwachsenen gib es einen Kinderskipass (geboren nach dem 01.12.2009) gratis. Der Skikurs hat für 6 Tage inklusive der Übermittagsbetreuung mit Essen 200 Euro gekostet. Material kann (erstklassig!) ebenfalls zu moderaten Preisen vor Ort ausgeliehen werden.
Ich finde also, Familienskigebiet passt also wirklich sehr zum Angebot. Bei vielen großen Skigebieten zahlt man nämlich eben auch den Preis für das große Gebiet, kann es mit der begrenzten Zeit als Eltern aber kaum nutzen.

Ausflüge in die Region

Mal eine kleine Schneepause gefällig? Richtig, richtig schön ist der Ort Sterzing. Hier waren wir einen halben Tag zum Bummeln und Essen. Ich glaube Einkaufen kann man auch sehr gut dort. Dahingehend vielleicht auch noch der Tipp einer Leserin: das Outlet Center Brenner, direkt vor der Grenze. Da möchte ich dann beim nächsten Mal auch mal gerne hin 🙂