Mütter – Mütter kriegen oft einen Stempel aufgedrückt von der Gesellschaft. Das hat viele Facetten. Job, Freundin, Frau. Oder Karriere, Freundschaften und Partnerschaft (Sexualität geht wahrscheinlich nicht für das Google Ranking, oder?).

  • Mütter sind die schlechteren Arbeitnehmer
  • Seitdem ihr Mama seid, seid ihr schlechte Freundinnen
  • Muddi-Style, Hänge-Busen und keinen Sex – im Bett geht doch nix. Wann denn auch, wenn mindestens ein Kind zwischen einem liegt

All das leidet doch nur noch, seitdem man Mutter ist – oder eben nicht? Ich glaube, es hat vor allem mit einem zu tun: unserer Selbstwahrnehmung. Krass? Nein, ich glaube es fängt bei einem selbst an, wenn man möchte, dass man anders wahrgenommen wird.

Mütter sind die schlechteren Arbeitnehmer

Fangen wir mal mit der Karriere an oder einfacher, bleiben wir bei dem Beruf. Mütter haben es oft schwer wieder in den Job zu kommen und sind sie erst einmal drin, haben sie es auch dort schwer. Mütter sind nämlich angeblich nicht so belastbar, fehlen ständig und müssen früher weg. Ja Scheiße, das mag in bestimmten Punkten auch stimmen. Vor allem haben sie nach einigen Monaten mit vor allem Windeln wechseln oft wenig Selbstbewusstsein den Job noch genauso zu rocken. Ich erinnere mich selbst an ein Vorstellungsgespräch als Marketing Managerin. Acht Monate mit der Tochter daheim und jetzt soll ich hier einen Haufen Männer überzeugen, dass genau ICH die Richtige bin? Ich, die ja nun Mama ist, und wohl erst einmal gegen Vorurteile in den Köpfen der Männer kämpfen muss. Meine Freundin, selbst Mama und Professorin, nahm meine Tochter und mir meine Ängste: tausch du erst einmal den Mama-Dress gegen den Business Dress, dann wirst du sehen: du bist noch diese andere Person. Die, die das rocken kann. Und ja, ich konnte.

Liebe Mamas da draußen, ihr wisst doch, was ihr wollt und ihr könnt das auch schaffen. Ja, ihr verbringt jetzt vielleicht weniger Zeit bei der Arbeit, aber ihr schafft dort auf einmal viel mehr. Eben weil ihr genau wisst, es muss fertig werden und ja, ihr habt Zeitdruck. Euer Anschluss Job (Mama) wartet nämlich nicht. Also arbeitet ihr auf Punkt, seid zuverlässig. Denn eine Mama lernt eins zu sein: zuverlässig.
Der Job ist stressig? Sorry, aber ein Zweijähriger im Trotzanfall auf dem Supermarktparkplatz ist stressig. Da schafft ihr den Stress bei der Arbeit doch locker.
Ihr sollt mehrere Projekte gleichzeitig schaukeln? Kein Problem. Das könnt ihr sogar unter extremer nervlicher Belastung. Bei einem schreienden Kind auf dem Arm, einen zweiten motzenden am Bein hängen, mit der freien Hand essen kochen klappt doch auch.

Seitdem ihr Mama seid, seid ihr schlechte Freundinnen

Joa, ihr habt weniger Zeit. Da beißt sich die Maus keinen Faden ab. Abends weg mit Stillkind an der Backe oder Wochenendtrips und zwei schreienden Kleinkinder zu Hause lassen, ist halt echt schwer möglich. Aber einfach mal telefonieren? Ginge gut bei euch, wenn die Kinder tagsüber mal schlafen. Dann hat aber kein anderer Zeit. Oder eben wenn die Kids abends im Bett sind. Bei uns ist das 21/21.30 Uhr. Nö, da hat kaum mehr einer Bock zu telefonieren, am wenigsten die Mama selber.

Also bin ich jetzt echt so eine Kackfreundin? Ich glaube ja an Qualität vor Quantität und wenn ich selbst nicht nur als Mama wahrgenommen werden möchte, dann sollte ich Themen wie Stuhlgang der Kleinen, Geburtsverletzungen und alle Klamotten sind nur noch angespuckt lieber im Geburtsvorbereitungskurs lassen. Oder eben bei den Freundinnen, die ich auch zu Mittagsschlafzeiten anrufen kann. Komm ich nun endlich mal raus, brezel ich mich auf. Dann darf ich auch gerne mal keine Mama sein. Ok, wäre da nicht der Fahrradsitz auf meinem Rad, mit dem ich zur Kneipe gefahren bin.

Und nein, dass soll nicht heißen, ihr seid die Alte und ihr musst euch nur so verhalten wie früher und es ist alles fein. Wenn man Mama ist, zerbrechen Freundschaften, das ist keine Frage. Aber ich bin der Meinung, die Freundschaften, die bleiben, sind intensiver geworden. Denn sie sind wichtiger geworden. Ehrlicher. Freundschaften, auf die man sich verlassen kann. Denn ja, ihr seid jetzt vielleicht ein Mensch geworden, der weniger Freundschaften hat, aber auch ein Mensch, auf den man sich verlassen kann.

Muddi-Style, Hänge-Busen und keinen Sex – die Partnerschaft geht bergab

Hart, oder? Aber laufen Muddis nicht nur noch im vollgekotzden Onesie rum, rasieren sich nicht mehr die Schammhaare und haben sich zuletzt die Nägel lackiert, als sie noch ihr Füße vor dem Schwangerschaftsbauch sehen konnten? Ja, ich gebe zu, dass ich seit den Kindern nicht gerade jünger aussehe. Und ja, es ist auch kein Geheimnis, dass die Brüste vom Stillen oft nicht umbedingt in ihre Topform finden. Meine ehemalige Körbchengröße B ist einem nicht ganz straffen A Gewebe gewichen. Und ja, würde ich den Yoga Hund machen, würden sie ganz schön schlackern. Aber: es gibt gute BHs UND gute Klamotten. Man muss sich nur trauen sie anzuziehen. Dieser Fucking Körper hat sich in 9 Monaten zu einem Heißluftballon verformt, um dann aus einer Öffnung groß wie eine Zitrone eine Melone herauszupressen und diese Melone hat er dann auch noch monatelang ernährt. Und das so gut, dass der Nachwuchs eher Ausmaße eines Michelin Männchens hatte. Also was bitte? Auf diesen Körper dürft ihr stolz sein, aber sowas von. Er hat es verdient, in die geilsten Fummel gesteckt zu werden. Da darf man ruhig mutig sein. Und ja, gönnt diesem Körper doch mal was: schöne Mani- und Pediküre, einen Frisörbesuch, und, und, und.

Im Bett geht doch nix. Wann denn auch, wenn mindestens ein Kind zwischen einem liegt

Joa, auch hier kann ich nicht unbedingt sagen, dass wir in Puncto Häufigkeit einen Preis gewinnen. Ich hatte da ja auch mal so einen Artikel geschrieben. Die Sache mit der Liebe – 10 Dinge die sich mit den Kindern verändert haben. Die Spitzenunterwäsche ist es also nicht, die hier den Kick gibt. Das braucht es auch nicht, denn Sex als Eltern hat immer einen Hauch von einer heimlichen Affäre: man hat immer Angst entdeckt zu werden. Deshalb reicht ja schon das Wissen um ein Zeitfenster um Lust zu kriegen. Ok, die Zeitfenster sind seltener geworden und kürzer. Aber ehrlich. Der beste Sex ist doch der hemmungslose und vor jemanden, mit dem man einen Geburt durchgestanden hat, vor dem braucht man mal gar keine Hemmungen zu haben. Also los!

Ich glaube, dass man selbst die Musik, die einem entgegenspielt ein wenig mitbestimmen kann. Seid nicht nur Zuhörer von Songs, die die Gesellschaft spielt. Nehmt das Instrument selbst in die Hand. Ihr seid doch alles tolle Frauen. Ihr seid nicht nur Mama. Muddi-sein ist geiler Scheiß und ja, es setzt vielleicht auch Seiten in euch frei, die euch über euer altes Ich hinauswachsen lassen.