Blogger, Burnout – alles nur Modebegriffe?

Vor ein paar Tage hat eine ziemlich große Familienbloggerin – vielleicht sogar die Größte in Deutschland – hingeworfen. Öffentlich. Mit Tränen. Mit dem ganzen Program. Ich erwische mich kurz dabei zu denken, ob dies vielleicht eine Inszenierung für noch mehr Traffic ist, denn um das geht es ja leider heute beim Bloggen fast am meisten – MEHR TRAFFIC.

Der Mensch in mir sieht aber eine Frau, die offensichtlich ziemlich am Boden ist, ausgebrannt, ko, die einfach nicht mehr kann. Die vielleicht an einem sogenannten Burnout leidet. Ein Burnout? Viele denken ja dies sei nur ein Modebegriff der modernen Gesellschaft. Genau wie Blogger ja kein Beruf ist, sondern maximal ein Hobby und wenn du Blogger UND Mutter bist, dann schreibst du einfach ein bissel nebenher – bis du wieder was Richtiges machst. Mit diesem Irrglauben hat meine Freundin Dani von siebenkilopaket mal ordentlich aufgeräumt. Wer sich also fragt was ein Blogger so den ganzen Tag macht, der schaut einfach mal zu ihr rüber, sie beschreibt ziemlich anschaulich die Arbeit eines Mamablogs. Und überraschender Weise sitzt sie nicht grinsend und mit Eurozeichen in den Augen da, während sie vergnügt an ihrem Ice-Soja-Bubble-Latte-Chocolate-Flavored-Latte schlürft und über den Kommentar lacht, in dem sich eine Leserin darüber wundert, dass man fürs Nichtstun so viele tolle Sachen bekommt.

Bloggen – ja warum blogge ich eigentlich? Ich habe damit angefangen, weil ich UNHEIMLICH gerne schreibe. Ich liebe es Dinge die mich beschäftigen aufzuschreiben, hier eine Plattform gefunden zu haben wo ich frei meine Themen und Meinungen voran bringen kann. Und ja, natürlich möchte ich auch das dies jemand liest. Sprich ich treibe die Reichweite über Social Media Kanäle voran. Das ist Arbeit. Und ja, ich habe einen Familienblog – das sagt schon der Name: SarahPlusDrei. Das heißt auch meine Famile spielt eine Rolle. Aber bis zu welchem Maße? Was ist vertretbar? Ich habe dazu gerade einen tollen Artikel vom bloggen und nicht bloggen von Claudi von Was für mich gelesen, die es wie so oft schafft, mir aus dem Herzen zu schreiben.

Bloggen kennt keine festen Arbeitszeiten, Bloggen heißt selbstständig arbeiten – selbst und ständig. Und als Blogger brennst du fürs Bloggen. Sonst macht du das nicht. Sicher! Aber da muss man auf sich aufpassen. Aufpassen nicht 24/7 die Kanäle zu befüllen, denn irgendwer wird immer online sein, den man vielleicht auch noch erreichen könnte. Familienblog heißt die Menschen mitnehmen. Familie heißt aber auch die Tür mal zuzumachen. Mal nur Familie und nicht Familienblog zu sein. Vor wenigen Wochen hatte ich mal ein paar Zeilen geschrieben, die ich dann doch nicht veröffentlicht hatte, weil zu privat. Und da schlummerten sie dann, als Entwurf auf meinem Blog. Heute will ich sie veröffentlichen. Mit einem Bild vom einzigen analogen Tag aus dem letzten Jahr – dem Geburtstag meines Sohnes.


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3 Gedanken zu “Blogger, Burnout – alles nur Modebegriffe?”

  1. Hallo Sarah,
    das hast du toll geschrieben.
    Ich habe auch das Video gesehen. Mmmh gute Frage, ob es Inszenierung war oder nicht. Vielleicht möchte man sich ja auch New York „finanzieren“ lassen. Was passt da besser als „ich brauch ne Pause“
    Kann aber auch alles wirklich zu viel geworden sein. Gefühlt kam das aber sehr plötzlich. Wenn ich nicht mehr kann, lächle ich auch in keine Kamera mehr, schraube (zumindest bei Instagram) kürzer, denn Familienbilder sind wohl keine Koopreration, und lädt keine Videos mehr bei YouTube hoch (ist ja inzwischen beides gelöscht), sondern füttert erstmal eben nur den Blog.
    Schauen wir mal, wie es da weiter gehen wird.
    LG

    • Liebe Eva, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich möchte Marie weder be- und noch viel mehr verurteilen. Was ich denke schon beurteilen zu können: das was sie gemacht hat war imens viel Arbeit! Und in diesem Sinne versteh ich auch deine Zeilen zu lassen. Denn was man sich finanzieren lässt, zahlt man immer mit Zins und oft Zinseszins zurück. Liebe Grüße, Sarah

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