Beruf Blogger – wie kam es eigentlich bitte genau dazu?

Uih Mädels, die Jungs fragen ja nicht ;-), in der letzten Zeit erreichen mich ganz viele Fragen zum Thema Bloggen. Das freut mich ja und ja, ich mache mir auch Gedanken. Gedanken, wie ich was Geistreiches antworte. Denn ehrlich: es ist einfach so passiert. Mir, der Gegnerin des Web 2.0. Der Frau, die auf einem Slam wohl die einzige ist, die mit ihrer Email Adresse auf die Brust gepappt rum läuft. Einfach aus Ermanglung eines mega poshen Twitter Namens. Twitter? Wer braucht das schon und sorry, die was ins Netz schreiben sind doch alle ein bisschen bekloppt. So oder so ähnlich meine Meinung 2008.

Im Nachhinein betrachtet: schön doof oder schade, schade Marmelade. Hätte ich damals mal mit dem ganzen Bloggen, Instagrammen usw. angefangen, wäre heute vielleicht was aus mir geworden. Einfach weil es noch gar nicht viel gab und ich glaube, noch wichtiger: Diese es nicht aus Profitgier getan haben. Ich war aber anders, der Feind sozusagen. Als mein Freund mir erzählte, wie witzig es auf Sascha Lobos Follower-Party war, nicht mehr zu klingeln, sondern über Twitter zu sagen, dass man vor der Tür steht, war ich sicher: die haben alle einen Knall. Und überhaupt: sorry, der Typ trägt den roten Iro und wird zu Marketingstrategien befragt. Das verstehe ich jetzt nicht. Ohne jahrelanges BWL Studium?!

Die BWL in mir ist organisiert, aber ja, auch kreativ. Und so startete 2008 mein persönlicher Online Siegeszug: im Healthcare Bereich. Der ist, was Innovation im Marketing betrifft, leider so ca. eine Dekade zurück. Da kann man Innovator sein. Als ich 2014 meinen Social Media Manager machte und erstmals ein Instagram (kannte ich vorher natürlich nicht) und Twitter Konto aufmachte, war ich in meinen Berufsbereich quasi der bunte Vogel. Extrem innovativ. Es dämmerte mir aber, dass die Welt da draußen vielleicht noch ein bisschen innovativer sein könnte.

Ich schreibe gerne. Schon immer. Vieles muss aus mir raus. Wenn ich mich im wirklichen Leben immer so aufregen würde, wäre ich in einigen Teilen wohl nicht gesellschaftsfähig. Ja, geschrieben habe ich immer gerne. Habe sogar ein unveröffentlichtes Buch im Regal. Über Dinge, die man am besten nicht sagt. Geht ja keinen was an, wenn es mal nicht so läuft. Also ja, ich schreibe gerne. Und ich mache gern online Marketing. Bis 2014 vielleicht nicht sooo innovativ, aber in meinem Bereich der Innovator. Nun kam mein zweites Kind. Ich wollte dran bleiben. Am Online Marketing. Hatte ja gerade meinen Social Media Manager in der Tasche. Und ich wollte schreiben. Schreiben, was ich möchte.

Mein Mann schlug einen Blog vor. Ich sagte: nö, das liest ja keine Sau. Er: dann ist es doch egal. Du willst schreiben und die Thematik verstehen, oder? Ja, das wollte ich und so ging es los. Mit einer null, null Gewinnerzielungsabsicht und ich glaube, genau das ist gut. Ich glaube sonst wirst du kein Blogger. Du musst das schon lieben was du tust, denn wahrscheinlich alles, oder das meiste, was du tust, wird nicht bezahlt.

Kommt es anders, hast du vielleicht Glück. Glück ist relativ, denn wenn dir ein Produkt gegeben wird, möchten die Leute auch etwas dafür. Keiner schenkt dir was. Deine Leser werden das wahrscheinlich nicht so gut finden. Authentizität ist wichtig. Ich habe mich wie ein Schnitzel gefreut, als ich als PR Sample einen Kinderwagen angeboten bekommen haben. Unglaublich war das. Ich könnte mein Glück kaum fassen. Bald kamen mehr Produktangebote und das Überlegen einer Strategie. Was will ich machen? Was sind meine Themen. Was mein USP? Was bin ich und mein Blog mir wert?

Das hält bis heute an. Wenn ich mir Themen überlege. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Richtung noch die richtige ist. Wenn ich meine Preise machen. Auch wenn ich mittlerweile ganz gut von dem Blog leben kann, ist das meiste, was ich mache, unbezahlt. Es sind meine Geschichten, meine Ideen, wofür ich beim Bloggen brenne.

Ich glaube du musst ein Stück weit Rampensau sein, sonst stellst du viele Teile eines Lebens nicht in die Öffentlichkeit. Du musst ein Stück weit Rampensau in Verhandlungen sein, um dich nicht zu verramschen. 

Du möchtest anfangen zu bloggen. Dann frage dich Warum?

Wenn deine Antwort ist, damit Geld zu verdienen, wird es glaube ich schwierig. Frage dich viel mehr, warum deine Leser gerade deine Texte lesen sollten, deine Bilder und Videos anschauen. Was ist dein Mehrwert in einer digitalen Welt, die vor Informationen überquillt? Bezahlt wirst du nur durch Reichweite und diese erreichst du nur, wenn du deinen Lesern einen wirklichen Mehrwert bietest. Und das sind nicht die Kooperation, das sind die Artikel, Fotos, Videos die du zumeist unbezahlt machst.

Wenn deine Antwort ist, weil du gerne gute Geschichten schreibst, zu Diskussion anregst, neue Ideen hast und das ganze erst einmal für dich machst, dann sage ich: GO for it! Ich bin mir sicher, du wirst bald viele Leser erreichen.


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6 Gedanken zu “Beruf Blogger – wie kam es eigentlich bitte genau dazu?”

  1. YEAH! Toll geschrieben! Super Motivation. Denn DAS ist der Grund, warum ich meinen Blog gestartet habe und DAS ist auch der Grund, warum ich schreibe, wann und was ich möchte. Geschichten zu schreiben macht einfach Freude! Sonnigen Tag wünsche ich Dir!

  2. Als Blogger Anfängerin finde ich deinen Artikel zwar etwas ernüchternd, andererseits ist es für mich Ansporn, den USP zu finden, mich zu finden. Danke dafür!

  3. Danke für diesen Artikel, Sarah! Das hat mich gleich dazu inspiriert, mal aufzuschreiben, warum ich eigentlich blogge und Geld spielt da bislang keine Rolle. Bei mir steht dafür ganz oben auf der Liste, dass ich durchs bloggen jeden Tag etwas Neues lerne – und das macht es für mich so spannend und abwechslungsreich! Außerdem hätte ich ohne meinen Blog ganz viele wunderbare Menschen nie kennengelernt.

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