Wohnung, Haus, Garten, Balkon – das Wohnen. Ein Thema, das hier in der Stadt eigentlich alle Familien in unserem Freundes- und Bekanntenkreis umgibt. Und alle Familien stellen sich ähnliche Fragen:

  • Wo wollen wir wohnen?
  • Wie wollen wir wohnen?
  • Wollen wir etwas mieten?
  • Oder können wir etwas kaufen?
  • Was bauen?
  • Oder sanieren?
  • Stadtnah oder außerhalb?

Viele unserer Freunde kommen nicht gebürtig aus der Großstadt und damit steht eine Frage vor allen anderen:

Wollen wir zurück in die Heimat?

Ja, aber was ist Heimat eigentlich? frage ich mich gerade. Nicht mehr sooo lange und dann habe ich die Hälfte meines Lebens in meiner Wahlheimat verbracht: in Hamburg. Schon während des Studiums‘ in der meinem Elternhaus nächstgelegenen Stadt, in der ich auch schon jahrelang zur Schule gegangen bin, wollte ich weg. Aus den alten Zäunen ausbrechen, was Neues sehen. Ich bin nach Südafrika und Australien gegangen – das war weit weg. Ein Jahr später, mit dem Studienabschluss in der Tasche, war eines klar: ich will woanders arbeiten. In einer wirklichen Großstadt. Ganz oben auf der Wunschliste stand Berlin, dann kamen Hamburg und Frankfurt. Es ist Hamburg geworden. Hamburg war hip, Hamburg war cool. Ich war hip, ich war cool. Habe für wenig Geld in Agenturen gearbeitet. Gefeiert und mein Leben in der Großstadt genossen.

Familie verändert so viel

In Hamburg haben wir auch geheiratet. Ich weiß noch wie die Standesbeamtin davon sprach, dass wir hier in Hamburg nach vielen gemeinsamen Reisen um die Welt, unseren Heimathafen gefunden haben. Jaaaa, das dachte ich!

Dann kamen die Kinder und in jedem ersten Jahr mit Baby habe ich gedacht: Möchte ich nicht doch in MEINE Heimat? Nah ran an meine Eltern, meine Freunde? Meine Kinder in der Nähe meiner Eltern wissen, ihrer Großeltern? Auch zwei meiner Schwestern wohnen noch dort. Wie schön wäre es doch, wenn die Kinder dort mal spontan übernachten könnten. Ich mit meinen Schwestern mal abends losziehen. Ach ja, schön wäre das doch.

Aber jedesmal, wenn ich in meiner alten Heimat bin, merke ich auch, wie sehr ich mich verändert habe. Wenn ich vor Ort bin, fühle ich mich irgendwie nicht soooo wohl. Irgendwie, als wäre die Stadt nicht mit mir gewachsen. In Hamburg ist das anders. Hamburg ist so meins.

Was heißt eigentlich Wahlheimat?

Ja, die alte Heimat hat Vor- und sie hat Nachteile. Für uns sind beruflich letztere gerade die entscheidenden. Wir suchen nach einem neuen Heim. Einem Zuhause für unsere Kinder. Unsere Tochter wird bald 4 Jahre alt und zum ersten Mal im Leben suchen wir ein richtiges Zuhause – irgendwie. Für lange; in meiner Generation wirklich lange. Wir schauen, ob Schulen in der Nähe stimmen, ob wir uns vorstellen können dort mindestens 15 Jahre zu leben. Klar, es kann alles noch anders kommen. Aber Kinder, die verpflanzt man nicht so leicht, die verpflanzt man nicht häufig. Die brauchen ein Zuhause.

Unsere beiden Kinder sind in Hamburg geboren. Vielleicht wird auch das Zuhause, an welches sie sich irgendwann so richtig erinnern werden hier in Hamburg sein. Ist dann die Wahlheimat Heimat? Für unsere Kinder wohl schon. Und für uns?

Was denkt ihr zu diesem Thema? Seid ihr zurückgezogen? Habt ihr woanders ein Zuhause und/oder neue Heimat gefunden?