Erst als ich den Flug schon gebucht hatte, wurde mir so richtig klar, was das wohl heißt. Allein eine Woche mit dem 1,5- und der 4-Jährigen. Aber ganz allein war ja auch nicht richtig. Wir haben nämlich in Portugal Freunde besucht. Allerdings haben die selbst zwei Kinder, also kurz: Die waren natürlich auch selbst ausgelastet.

3,5 Stunden Flug und einige Nerven weniger, ich berichtete ja im Rahmen eines Blogpost von meinem Abenteuer allein fliegen mit zwei Kleinkindern, waren wir dann in Lissabon angekommen. Unser Freund hat uns netterweise mit dem Auto abgeholt. Wer diesen Luxus nicht hat, der leiht sich einfach einen Wagen. Das ist nämlich tierisch günstig in Portugal und für mein Empfinden kann man da auch ganz gut fahren. Rund 80km nördlich von Lissabon liegt Peniche. Ein wunderschönes Fleckchen Erde.

Da ich mit null Erwartungen angekommen bin, war die Freude noch doppelt so groß. Zwei riesengroße schöne Strände, Felsküste, Buchten, Beachbars. Letztere sind mal wirklich am Strand und nicht wie man es oft von europäischen Feriendomizilen kennt, hinter einem von Urlaubstouris auf Fahrrädern oder sonstigen fahrbaren Untersätzen bevölkerten Highway. Das heißt im Klartext: Hier kannst du auch mal gemütlich einen Galão (Milchkaffee trinken) und die Kinder spielen entspannt im Sand weiter.

Überhaupt, Entspannung war ja das Stichwort. Und die Kinder mal laufen lassen. Das war der Plan. Das es so gut gelingt, hätte ich nie und nimmer gedacht. Platz ohne Ende und die Kinder können rennen und toben. Die Portugiesen, die Surfer, alle kinderfreundlich bzw., und das finde ich fast noch entspannter, es war einfach völlig normal, dass die Kinder auch dabei sind.

Obgleich ja gerade mal Anfang April war es so schön warm, dass wir sogar in den Pool springen konnten. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Die beiden Mädels (Lüttis Freundin) sind glatt jeden Tag rein. Aber die waren auch so unterwegs, dass sie sogar ins Meer gehüpft sind. Da war der Kleine dann doch etwas vorsichtiger. Durch die Dünen und an den Stränden haben die Kinder Schätze gesammelt, sind rumgeklettert und haben natürlich Sandburgen gebaut.

Also alles tiptop? Ganz ehrlich: Zwei Kinder allein sind einfach Programm. Daran ändert auch Urlaub nichts. Oder vielleicht doch: zumindest meine Kids sind da noch eine Spur aufgedrehter. Wir Eltern haben uns so gut wie möglich organisiert, dass jeder von uns auch mal Auszeiten nehmen konnte. Einfach mal was lesen und einen Kaffee trinken ist nämlich auch schön. Ansonsten darf man die Augen nämlich zumindest von unseren zwei Kindern nicht lassen. Wo Gefahr lauern könnte, rennen sie auch hin 🙂 Also ich war abends immer ziemlich platt. Noch mehr, nachdem ich hintereinander (zusammen hat leider nicht geklappt) zwei Kinder ins Bett gebracht habe.

Also, wer noch viel vom Abend erwartete, für den ist Urlaub mal alleine mit Kids bestimmt nichts. Wer mal was Tolles alleine mit seinen Kindern machen möchte, was noch mehr mit ihnen zusammenschweißt, der fährt einfach mal los. Es geht nämlich auch ohne den Papa. Allerdings ist es mit ihm schöner, das muss ich auch wirklich sagen.

Deshalb packen wir beim nächsten Mal den Papa auf jeden Fall ein. Portugal ist auf jeden Fall für einen Urlaub mit Kindern mehr als geeignet. Die Flugzeit ist mit 3,5 Stunden noch übersichtlich, Mietwagen und Unterkünfte sind günstig und für Kinder ist Platz und sie sind überall willkommen. Reisebetten, Hochstühle, Treppengitter? Sind im Normalfall gar kein Problem und kosten auch nicht extra. Auch essen gehen und das bei uns tägliche Eis sind wirklich gut erschwinglich. Also wir fahren auf jeden Fall wieder hin!