Ja, so ein erstes Kind ist was feines. Ein Testballon könnte man auch sagen. Empfänglich für viele Arten von Experimenten. Ich las kürzlich etwas von 21-Tage-Zuckerfrei-Challenge. Da hätte man auch meine Tochter interviewen können. Für die waren die ersten 18 Monate ihres Lebens zuckerfrei. Ja, wenn man es nicht gewohnt ist, mag man da jetzt sagen. Richtig, sie war es auch nicht. Trotzdem machte sie wohl in der Krippe das ein oder andere lange Gesicht, als sie auf ihren Dinkelstangen rumkauen sollte. Nach 7 Monaten in der Kita kam dann mal die Frage der Erzieher auf, ob sie das ein bisschen lockern dürften. Durften sie und somit war auch der Weg frei für Lüttis erstes Eis. Auch die Funktion eines Fernsehers ging sogar über Jahre an Lütti vorbei. Maximal der kleine Maulwurf auf dem Handy oder Conny auf dem iPad – aber einzig bei Langstreckenflügen waren drin. Nun ist sie vier Jahre alt und sie darf mal was schauen. Und ja, das vierte Lebensjahr brachte noch mehr: ihre erste Juniortüte!

Und ihr Bruder? Der macht das quasi alles zeitgleich mit – nur ist er 2,5 Jahre jünger. Zuckerfrei??? CJ würde wohl ausflippen. Sein erstes Eis durfte er mit 9 Monaten kosten. Quasi ein Eis, dazu ein Schlücken Muttermilch. Schnell darauf flippte er förmlich aus, wenn er keine eigene Eistüte hatte. Nun, mit anderthalb, ist „Eis, Eis, Eis“ eines der Wörter, das er völlig fehlerfrei und SEHR KLAR über die Lippen bringt. Mittlerweile scheint ihn dies sogar des Nachts einzuholen. Im Schlaf ruft er nämlich auch gerne „Eis, Eis, Eis!!!“

Und die Sache mit dem Fernsehen? Interessiert ihn Gott sei Dank nicht so ganz. Verboten ist es aber auch nicht, wenn die Vierjährige mal schaut. Wo es allerdings durchaus erlaubt und willkommen ist, ist auf Langstrecken im Auto. Dabei spreche ich allerdings von Strecken von einigen hundert bis 1000 Kilometern. Da hat nun jedes der Kinder eine Halterung für ein Digital Device. Bei CJ läuft dann da Bobo. Und was machen wir noch auf Reisen? Übrigens ausschließlich auf Reisen? McDonalds. Im zarten Alter von 1,5 hatte CJ nun auf der Fahrt nach Österreich seine erste Juniortüte bekommen. Hätte mir das jemand erzählt, als unsere erste Tochter 1,5 war, hätte ich Schnappatmung bekommen. Irgendwie gedacht, die Eltern ticken doch nicht ganz frisch und ihnen wohl heimlich jegliche Eignung als „gute“ Eltern abgesprochen.

Ja, ja, mit 1,5 saß Lütti noch brav beim Essen auf dem Hochstuhl im Restaurant, aß brav alles Gemüse und vielleicht die ein oder andere Nudel, während wir Eltern uns unterhalten konnten und selbst aßen. Sogar bei einem Gläschen Wein.

Und CJ? Der steht gerne im Hochstuhl – ja, auch in der Öffentlichkeit. Gemüse isst er, sagen wir mal so, nicht gaaaannnz so gerne. Fleisch, am liebsten in der Darreichungsform Wurst, dafür um so lieber. Von Kohlenhydraten in Form von Brot hält er nicht viel und überhaupt ist er nicht gerne lange am Tisch. Kurz trifft es wohl eher.

Ja, Kinder sind sehr unterschiedlich. Eltern auch – zwischen dem ersten und zweiten Kind. Ich war übrigens mittlere Schwester. Ich kenne also beides. 😉

Eins noch zum Abschluss: Ja, große Geschwister sind ein Glück. Wie sonst hätte unser Sohn mit 1,5 auf einem Streckenpferd mit Schmetterlingsflügen durch die Wohnung fetzen können. Kleinere Geschwister sind aber ein genauso großes: Ich glaube, Lütti hat keinen größeren Fan als ihren Bruder und dieser ergreift IMMER für sie Partei. Selbst wenn sie eine Auszeit hat, weil sie ihn geärgert hat… #geschwisterliebe