Letzte Woche war es dann soweit, ich war kurz vor dem Abstillen, oder die hauseigene Milchbar drohte mit Schließung. Allerdings nicht wegen Überfüllung geschlossen, sondern auf Grund von randalierenden Gästen. Mein Sohn, seines Zeichens gerade zarte vier Monate alt geworden, hatte nichts anderes zu tun, als sich mit Karnickel-Nackengriff ganz fest in umliegendes Brustgewebe zu krallen. Ich würde sogar sagen, er hat begonnen meine Busen zu perforieren.

Damit nicht genug, nimmt das Kind nun seine Umgebung mehr wahr. Schaut durch die Gegend, dreht seinen Kopf hin und her. Ja, ist doch schön, dass der Junge nun die Welt entdeckt, mag man denken. Jaaaa, allerdings mit Brustwarze zwischen den Kauleisten ist das nicht sooo schön. Diese Dinger haben einfach nicht die Konsistenz von Kaugummi, auch wenn meinem Sohn dies nicht klar zu sein scheint. Das kontinuierliche An- und Abdocken ist allerdings auch nicht besser als das Langziehen…

Kurzum: es ging nicht mehr. Ich habe quasi schon Schnappatmung bekommen, wenn es losging, um kurz darauf zu sagen „Sorry, aber das geht gar nicht“. Im Pekip-Kurs habe ich schlaue Dinge wie ‚ignorieren‘ gehört, denn jegliche Reaktion würde so ein Verhalten noch provozieren. Sorry, aber hat Ihnen schon mal jemand in die Brustwarze gebissen??? Also, bei mir führt das zu Reaktionen.

Also Ausweg Hebamme und ich muss sagen, ich habe da eine sehr gute, deshalb will ich ihre Tipps mal mit euch teilen:

  1. Der Junge fängt sich wieder. Also keine Angst haben, Kneifen, Langziehen usw. ist mal wieder nur eine Phase. Es geht eher darum Mamas Körper wiederherzustellen.
  2. Stillhütchen kaufen – mein Mann ist also gleich um 19:30 Uhr noch los, in die nächste Apotheke. Ich dachte: Juhuhh, Rettung naht! – CJ dachte: Sorry, aber jetzt wollen die mir schon wieder (Stichwort Schnuller) mit Plastikscheiß kommen – nehm‘ ich nicht. Protestgeheul. Aber in jedem Fall probieren, ich für meinen Teil kann nämlich sagen, die Teile sind echt angenehm.
  3. Multi-Mam Kompressen auf die Brustwarzen legen. Ziemlich praktisch, im besonderen für unterwegs, und tun wirklich gut!
  4. Die günstigere Variante ist Lanolin Creme bei Doc Morris oder so klein abfüllen lassen.
  5. Und der ultimative Tipp meiner Hebamme: Schwarzteebeutel in ein halbes Glas Wasser mit einem halben Teelöffel Honig ziehen, ausdrücken, dann 1-2 Minuten ins Gefrierfach und auf die Brustwarzen – wirkt Wunder.

Und was mache ich mit Sohnemann? Ich gebe ihm beim Stillen ein Spucktuch zum malträtieren in die Hände, lege in der Öffentlichkeit einen Schal über ihn, damit der nicht abgelenkt ist und wenn es zu doll wird, vertage ich das Stillen auch schon mal auf später. Nach ein paar Tage kann ich sagen, dass all die Maßnahmen auf jeden Fall was gebracht haben.

Also, der Zapfhahn ist noch auf. Noch 🙂