Im Alter zwischen zwei und drei passiert ja eine ganze Menge. Die Kinder fangen zum Beispiel so richtig an mit einem zu sprechen. Ich meine so, dass man sich auch mit ihnen unterhalten kann 😉 und sie erkennen ZusammenhĂ€nge. Ja, sie haben auch sehr ihren eigenen Kopf, davon schrieb ich ja neulich im Artikel Neeee, Mama, Neeeee!!! – das Trotzalter und seine Dos and Don’ts. Aber in diesem Alter verlangen wir auch einiges von unseren Kindern. Sie sollen den Schnuller abgeben, das FlĂ€schchen und die Windel bitte am liebsten auch noch. Ja, das fĂŒhlt sich ein bisschen an wie noch einmal Abstillen.

Das Ding mit dem Schnuller hatten wir leider nie. Ich sage bewusst leider, denn ich hĂ€tte mir in mancher Nacht mit durchgelutschtem Busen nichts mehr gewĂŒnscht, als dem Kind einen Schnuller zu geben. Unsere Tochter wollte ihn nicht und bei unserem Sohn habe ich dann ALLES probiert. Hieß: Ich hatte alle Modelle schon vor Geburt gekauft, um dann festzustellen, dass er auch keinen will. Ok, jetzt habe ich nicht das Problem des Abgewöhnens. Also, Schnullerfee gibt es hier nicht, dafĂŒr die Flaschenfee und die beiden sind ja schließlich dickste Kumpels – weiß man ja 😉

Der richtige Zeitpunkt

Wir haben unserem Sohn also die Geschichte von der Flaschenfee erzÀhlt. Seit er abgestillt ist, trinkt er nÀmlich abends zum Einschlafen eine Flasche. Er hat sich das auch alles brav angehört:

Ich: „Dann kommt sie und nimmt alle Flaschen mit“
CJ: „Mhhmm“
Ich: „Dann darfst du dir aber auch was wĂŒnschen“
CJ: „Mhhmm“
Ich: „Was großes“
CJ: „Mhhmmm“
Ich: „Was wĂŒrdest du dir denn dann wĂŒnschen?“

CJ: „Ja, ne Flasche, Mama – ich hab dann ja keine mehr!“

Ok, wir haben das mit der Flaschenfee also nochmal vertagt.

Die richtige Story

Unser Sohn ist uns argumentativ in Sachen Milchflasche echt ĂŒberlegen und er hat mir im Anschluss auch erklĂ€rt, WIE gerne er abends eine Milch trinkt und nein, dass er darauf nicht verzichten mag. Unsere Story war also nicht so gut und die Sache mit dem Wunsch auch nicht wasserdicht. Ich meine, klar, warum sollte er sich auch keine Flasche wĂŒnschen. Hatten wir ja vorher nicht ausgeschlossen von der Wunschliste.

Also nochmal von vorne und das hieß, die Flaschenfee schaut immer mal wieder rum und schaut, ob das Kind schon groß genug ist die Flasche anzugeben. Und „dross“, das ist CJ nach Selbstaussage ja schon total. Nach dem Alter gefragt sagt er ĂŒbrigens wie aus der Pistole geschossen „fĂŒnf“, und wenn man dann lacht, kommt mit einem Grinsen „sechs“.

Ist es wirklich wie Abstillen?

Hand auf Herz: Ein bisschen schon. Denn dieses Saugen, was ja seit Geburt an so schön beruhigt hat, so ein heimeliges GefĂŒhl gegeben hat, das fĂ€llt weg. Ich war ja sehr oft der Meinung, bei unserem Sohn wĂŒrde das so eine Nummer ĂĄ la Stillen bis zum Schulbus. Er ließ sich wirklich extrem gerne stillen. In seinem 13. Lebensmonat waren wir dann auf Bali und PENG: Er wollte nicht mehr. Ich konnte das gar nicht glauben. Habe es immer wieder versucht und das vorsichtige „ich glaube er will nicht mehr“ meines Mannes mit „Ach Unsinn! Er ist nur abgelenkt durch die fremde Umgebung“ abgetan. Aber ja, er wollte wirklich nicht mehr. CJ hat sich also nicht bis zum Schulbus, sondern bis zur Bratnudel stillen lassen. Die aß er dann nĂ€mlich sehr gerne auf Bali.

Und jetzt mit der Flasche? Seit der Abstill-Geschichte bin ich ja der Meinung, Kinder finden selbst den richtigen Zeitpunkt. Genau dieses Vertrauen in das Kind sollte die Mama auch entspannter werden lassen. Also habe ich es einfach laufen gelassen mit der Flasche. Irgendwann, es war im Skiurlaub, haben wir die Flasche einfach abends weggelassen. Es war offensichtlich der richtige Zeitpunkt, denn er hat es so geschehen lassen. Nur wieder zuhause hat er einmal danach gefragt. Mittlerweile war sogar die Flaschenfee da. Aber statt ihm Angst zu machen und alles mitzunehmen, hat sie ihm ein Geschenk gebracht. Einfach weil er schon so toll „dross“ geworden ist und abends die Flasche gar nicht mehr braucht.

Und wenn er doch noch einmal danach fragt? Ich bin ehrlich: Ich denke, Verbote bewirken oft das Gegenteil. Wenn er mal aus der Flasche trinken wollen wĂŒrde, wĂŒrde ich einfach ein bisschen Tee reinmachen.

Ich glaube strikte Cuts, harte Verbote und dieses „durchziehen“ bringt eine HĂ€rte in den Familienalltag, die niemandem gut tut. Weder Eltern noch Kind. Also vertraut ruhig ein bisschen auf euren Nachwuchs. Er wird es schon richtig machen.