Schnullerfee oder Flaschenfee – wann kommt die eigentlich und wird das auch ein Abstillen?

Im Alter zwischen zwei und drei passiert ja eine ganze Menge. Die Kinder fangen zum Beispiel so richtig an mit einem zu sprechen. Ich meine so, dass man sich auch mit ihnen unterhalten kann ;-) und sie erkennen Zusammenhänge. Ja, sie haben auch sehr ihren eigenen Kopf, davon schrieb ich ja neulich im Artikel Neeee, Mama, Neeeee!!! – das Trotzalter und seine Dos and Don’ts. Aber in diesem Alter verlangen wir auch einiges von unseren Kindern. Sie sollen den Schnuller abgeben, das Fläschchen und die Windel bitte am liebsten auch noch. Ja, das fühlt sich ein bisschen an wie noch einmal Abstillen.

Das Ding mit dem Schnuller hatten wir leider nie. Ich sage bewusst leider, denn ich hätte mir in mancher Nacht mit durchgelutschtem Busen nichts mehr gewünscht, als dem Kind einen Schnuller zu geben. Unsere Tochter wollte ihn nicht und bei unserem Sohn habe ich dann ALLES probiert. Hieß: Ich hatte alle Modelle schon vor Geburt gekauft, um dann festzustellen, dass er auch keinen will. Ok, jetzt habe ich nicht das Problem des Abgewöhnens. Also, Schnullerfee gibt es hier nicht, dafür die Flaschenfee und die beiden sind ja schließlich dickste Kumpels – weiß man ja ;-)

Der richtige Zeitpunkt

Wir haben unserem Sohn also die Geschichte von der Flaschenfee erzählt. Seit er abgestillt ist, trinkt er nämlich abends zum Einschlafen eine Flasche. Er hat sich das auch alles brav angehört:

Ich: „Dann kommt sie und nimmt alle Flaschen mit“
CJ: „Mhhmm“
Ich: „Dann darfst du dir aber auch was wünschen“
CJ: „Mhhmm“
Ich: „Was großes“
CJ: „Mhhmmm“
Ich: „Was würdest du dir denn dann wünschen?“

CJ: „Ja, ne Flasche, Mama – ich hab dann ja keine mehr!“

Ok, wir haben das mit der Flaschenfee also nochmal vertagt.

Die richtige Story

Unser Sohn ist uns argumentativ in Sachen Milchflasche echt überlegen und er hat mir im Anschluss auch erklärt, WIE gerne er abends eine Milch trinkt und nein, dass er darauf nicht verzichten mag. Unsere Story war also nicht so gut und die Sache mit dem Wunsch auch nicht wasserdicht. Ich meine, klar, warum sollte er sich auch keine Flasche wünschen. Hatten wir ja vorher nicht ausgeschlossen von der Wunschliste.

Also nochmal von vorne und das hieß, die Flaschenfee schaut immer mal wieder rum und schaut, ob das Kind schon groß genug ist die Flasche anzugeben. Und „dross“, das ist CJ nach Selbstaussage ja schon total. Nach dem Alter gefragt sagt er übrigens wie aus der Pistole geschossen „fünf“, und wenn man dann lacht, kommt mit einem Grinsen „sechs“.

Ist es wirklich wie Abstillen?

Hand auf Herz: Ein bisschen schon. Denn dieses Saugen, was ja seit Geburt an so schön beruhigt hat, so ein heimeliges Gefühl gegeben hat, das fällt weg. Ich war ja sehr oft der Meinung, bei unserem Sohn würde das so eine Nummer á la Stillen bis zum Schulbus. Er ließ sich wirklich extrem gerne stillen. In seinem 13. Lebensmonat waren wir dann auf Bali und PENG: Er wollte nicht mehr. Ich konnte das gar nicht glauben. Habe es immer wieder versucht und das vorsichtige „ich glaube er will nicht mehr“ meines Mannes mit „Ach Unsinn! Er ist nur abgelenkt durch die fremde Umgebung“ abgetan. Aber ja, er wollte wirklich nicht mehr. CJ hat sich also nicht bis zum Schulbus, sondern bis zur Bratnudel stillen lassen. Die aß er dann nämlich sehr gerne auf Bali.

Und jetzt mit der Flasche? Seit der Abstill-Geschichte bin ich ja der Meinung, Kinder finden selbst den richtigen Zeitpunkt. Genau dieses Vertrauen in das Kind sollte die Mama auch entspannter werden lassen. Also habe ich es einfach laufen gelassen mit der Flasche. Irgendwann, es war im Skiurlaub, haben wir die Flasche einfach abends weggelassen. Es war offensichtlich der richtige Zeitpunkt, denn er hat es so geschehen lassen. Nur wieder zuhause hat er einmal danach gefragt. Mittlerweile war sogar die Flaschenfee da. Aber statt ihm Angst zu machen und alles mitzunehmen, hat sie ihm ein Geschenk gebracht. Einfach weil er schon so toll „dross“ geworden ist und abends die Flasche gar nicht mehr braucht.

Und wenn er doch noch einmal danach fragt? Ich bin ehrlich: Ich denke, Verbote bewirken oft das Gegenteil. Wenn er mal aus der Flasche trinken wollen würde, würde ich einfach ein bisschen Tee reinmachen.

Ich glaube strikte Cuts, harte Verbote und dieses „durchziehen“ bringt eine Härte in den Familienalltag, die niemandem gut tut. Weder Eltern noch Kind. Also vertraut ruhig ein bisschen auf euren Nachwuchs. Er wird es schon richtig machen.


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7 Gedanken zu “Schnullerfee oder Flaschenfee – wann kommt die eigentlich und wird das auch ein Abstillen?”

  1. Du schreibst immer so witzig und einfach echt. Ich liebe deine Posts. Mein Sohn ist jetzt 14 Monate und leider auch ohne Schnuller und mit durchgelutschtem Busen:-/

  2. Wunderbar! Ich musste gerade echt laut lachen :D Danke!
    Den durchgelutschten Busen kenn ich nur zu gut!
    Vor allem aber machst du mir gerade Mut. So wie hier das Stillen von meiner 10monatigen Tochter noch eingefordert wird, glaube ich auch eher dass wir dann am Schulbus stehen. Aber vielleicht ja doch nicht ;)

  3. Mal wieder ein sehr herrlich geschriebener Artikel und er spricht mir aus dem Herzen…. mein Sohn, 2,5 Jahre alt, liebt seinen Schnuller zum Schlafen- gerade kommen aber bei allen anderen Mamis die Schnullerfeen und ich hab mich dadurch tatsächlich etwas unter Druck setzen lassen… unser Sohn kannte sie auch schon aus Erzählungen aus der Kita, aber als sein Wunsch von der Fee auch „ein neuer Schnuller“ war, haben wir es dann auch erstmal gelassen. Meine Mutter!!! war total überrascht, dass wir ihm den Schnuller nehmen wollen und so konnte ich dann noch beruhigter sagen, dass er schon selbst signalisiert wann es für ihn soweit ist. Ich hoffe nur sehr, dass es nicht in die Nähe der Geburt seines ersten Geschwisterchens fällt, denn zur selben Zeit würde ich ihm das nicht zumuten wollen!
    Aber mal ehrlich, der Druck von Außen und vor allem von den Zahn- und Kinderärzten wächst.

  4. „Kinder finden ihren richtigen Zeitpunkt“ kann ich absolut unterschreiben! Bei uns war es das mit dem Alleine einschlafen. Mit 16 Monaten hat man bei unserem Zwerg gemerkt, dass wir beim Einschlafen stören. Er hat weiter mit uns geredet, rumgezuppelt… Als ich dann an einem Tag gesagt hab: Mama geht jetzt, wenn was ist, bin ich gleich wieder da, hat das super funktioniert. Seitdem legt er sich ohne Murren in sein Bett und schläft ein. Es war einfach Zeit dafür…

  5. Wunderbar geschrieben und genau zum richtigen Zeitpunkt. Besonders die Kinder- und Zahnärzte drängeln ja ständig… aber bei unserem Großen ging es auch von einem auf den anderen Tag. Einfach mit Zuwarten, manchmal Rückfragen und irgendwann einfach Weglassen. Und ganz viel Ersatz-Kuscheln nicht vergessen! Besonders in den ersten Tagen!
    Liebe Grüße
    Insa

  6. Ach herrlich…gratuliere…so habt ihr ein Gepäckstück weniger auf eurer tollen Reise…dann passt vielleicht doch noch ein Bikini für Mama mit in den Koffer !
    Habe ja gestern schon auf Insta geschrieben, dass der Große bei uns sie erst jetzt abgegeben hat…mit vier einhalb‍♀️…aber er ist immer so mega entspannt danach eingeschlafen…da war auch ein bisschen Egoismus dabei ! Zum vierten Geburtstag haben wir es schon mal probiert mit dem „kalten Entzug“, er wollte auch eigentlich, aber nach drei Abende herzzerreißendem Schluchzen und der Aussage: „Aber Mama ich liebe Milch und wer Milch liebt, liebt auch Kühe (er durfte die Milch aus dem Becher trinken, das war aber wohl nicht das gleiche)…sind wir eingeknickt…und nun Einhaltes Jahr später hat er sich ganz allein entschieden! Also genau wie du sagst, wir sollten die Kinder viel öfter mal machen lassen…sie kennen den richtigen Zeitpunkt!!!

  7. Ich denke auch, dass Kinder oft selbst den Zeitpunkt für Veränderung bestimmen. Sei es das Abstillen, der Schnuller, die Flasche oder die Windelfreiheit. Zumindest war es bei meiner Tochter so. Und wir haben diese Meilensteine gut gemeistert. Natürlich wird dir von außen auch viel suggeriert. Grade auch von anderen Müttern… aber auch da herrscht meiner Meinung nach mehr Schein als Sein!

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