STOP!!! – ich brauch mal kurz Pause um mein Leben zu sortieren

Puuuh, ich weiß auch nicht, seit einiger Zeit beschleicht mich so ein beklemmendes Gefühl. Ein Gefühl der Machtlosigkeit. Ich fühle mich ausgeliefert. Ich fühle mich der Zeit ausgeliefert. Der Tage, Monate, Jahre. Bitte mal kurz STOP!!!!

Mit Kindern rennt die Zeit schneller. Ja, das habe ich schon häufig gehört. Im Besonderen von anderen Eltern, als ich noch keine Kinder hatte. Gedacht habe ich mir ehrlich gesagt: „Ja, ja, ihr mit euren Weisheiten. Danke auch.“ Geglaubt habe ich es nicht so richtig. Nun bin ich seit bald 4 Jahren Mama und ganz ehrlich: die Zeit rennt. Sie rennt viel zu schnell. Ich komme irgendwie gar nicht mit.

Ich bin Mitte 30, habe zwei Kinder und eigentlich müsste ich doch jetzt erwachsen sein. Habe ich früher zumindest immer gedacht, wenn ich an eine Frau mit zwei Kindern in meinem Alter dachte. Ich dachte: dann ist man erwachsen. Aber bin ich das? Das hatte ich mir doch irgendwie immer anders vorgestellt. So gesetzter. Mit Haus, Hof, Garten. Organisierter, strukturierter.

Das dies bei mir alles vielleicht gar nicht so ist, das fand ich am Anfang der Mutterschaft ok. Muss ja auch nicht sein. Ich will ja auch kein Spießer sein. Ich will cool bleiben. Das Kind läuft mit. Läuft mit in meinem alten Leben. Dies zumindest so meine Gedanken. Und so haben wir es auch am Anfang gemacht, mit unserem ersten Kind. Wir haben es mitgenommen zu Freunden, auf Feiern, haben beide weiter ganz normal gearbeitet, haben ähnliche Urlaube gemacht wie früher. Ich war nicht erwachsen, ich hatte aber ein Kind. Ein kleines Kind und das Gefühl, dass ich immer noch jung und ’ne verdammt coole Socke bin.

Heute habe ich zwei Kinder. Meine Tochter wird bald vier Jahre alt. Sie ist ein großes Mädchen. Ein schlaues Mädchen. Sie kann ziemlich gewitzt argumentieren und auch schon ihren Namen schreiben. Sie will richtig Fahrradfahren lernen, am liebsten ganz bald in die Schule kommen und mit 18 ein eigenes Pony. Aber erstmal tut es auch ein Kaninchen. So mit acht. Wenn sie dann groß ist. Und während ich das hier so schreibe, laufen Mama-Hormonbombe die Tränen nur so runter. Denn mein kleines Mädchen ist wirklich schon so groß geworden. Ich will sie am liebsten festhalten. Mein Mädchen und die Zeit. Jetzt Haus, Hof und vor allem Garten haben und eigentlich am liebsten nur noch Zeit mit meinen Kindern verbringen. Denn genau diese Zeit, die wird auf einmal so kurz. So greifbar kurz. Die Luft wird mir eng. Ich will den Pausenknopf drücken. Ich will jetzt mal schnell alles so machen, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe mit Kindern: Nämlich dass sie in der Natur groß werden, so wie ich. Mit Tieren, so wie ich. In einem großen Garten, so wie ich. Eben anders. Und wenn ich das alles organisiert habe, dann drücke ich wieder den Play-Knopf. Aber Slomo, wenn das geht, bitte.

Ich will gar nicht mehr die coole Socke sein, die alles unter einen Hut kriegt. Ein hippes, cooles Leben UND eine Familie. Ich will gerade weniger, aber doch viel mehr. Ich brauche gerade weit weniger coole Parties, hippe Cafés. Ich muss gerade nicht Karriere und meine Kinder unter einen Hut kriegen. Ich will gerade weniger von all dem, was außen um mich herum ist, und ganz viel mehr von meiner Familie. Von meinen Kindern. Weil die eben doch so ganz, ganz schnell groß werden.


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8 Gedanken zu „STOP!!! – ich brauch mal kurz Pause um mein Leben zu sortieren“

  1. Liebe Sarah, du schreibst gerade das, was ich auch denke! Bisher ist es mir immer so wichtig gewesen zu arbeiten, Kariere machen und erfolgreich zu sein. Die Arbeit war ein riesen großer Teil von einem und man konnte sich so garnicht vorstellen ohne zu sein! Ja man hat sich sogar auf den Moment gefreut, wo man wieder arbeiten gehen kann…..

    Doch STOPP…..was ist da passiert, auf einmal ist da ein kleiner Mensch der dich braucht, dem du Liebe und Geborgenheit schenkst, mit dem du lachst, den du tröstest und seine riesigen Entwicklungsschritte begleitest.
    Etwas, was dich mit Stolz und unglaublichem Glück erfüllt. Etwas, was dir niemand sonst geben kann!

    Doch dann ist es soweit….jede Elternzeit hat ihr Ende! Die Arbeit, die, die so lange ein so großer und wichtiger Teil von dir war, klopft an die Türe und meldet sich zurück zum Dienst. Plötzlich wird dir klar, nun kannst du nicht mehr immer für deinen kleinen Menschen da sein.

    Die Zeit die mir nun noch bis zum Ende meiner Elternzeit bleibt rast grade wie ein D-Zug an mir vorbei. Ich kann es nicht stoppen bzw. verlangsamen! Wie gerne hätte ich nun auch diese „Pause“-Taste!!!

  2. Huch, hab ich dir diesen text teleportiert?
    Mir geht’s zumindest so so so gleich.
    So sad, dass es diesen Pauseknopf nicht wirklich gibt.

  3. Du bist eine wunderbare Mama und deine Kinder werden stolz auf dich sein wie viel sie mit dir schon erlebt haben und wie glücklich ihre Kindheit war. Wir werden ja nun älter und für uns rast die Zeit sehr schnell, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, dann sitzen wir vor dem Kamin in unserem Schaukelstuhl und erzählen unseren Enkel wie deren Eltern waren. :) Wir haben noch so viel vor uns und wir werden noch viel erleben! Genießen wir es! :*

  4. Liebe Sarah, ich hab die Pause Taste gedrückt und den Job vorerst mal auf Eis gelegt, weil ich mir und meinen Kindern Zeit geben will. Und es ist schön. Manchmal auch unheimlich, weil ja auch was fehlt. Aber im Grunde einfach nur schön. Und wenn mir das genug ist und die Kinder größer sind, dann wieder anders. Dieses andere leben läuft mir sicher nicht davon.

  5. Mir geht es auch so. Das Kind ist zwar erst (schon!!!) 1, aber dennoch. Arbeit, Stadtleben, das Heimatdorf im schweren Herzen… Ich würde es auch gerne anders machen, habe aber die leise Ahnung, dass mich das auch nicht dauerhaft glücklich machen würde. Aber so ein Pausenknopf – der wär schon fein!

  6. Genau so geht es mir auch. Als berufstätige allein erziehende Mutter muss ich alles streng durch organisieren. Frühren um 7. 00 Uhr geht wir alle und um 17..00 Uhr sind wir wieder Zuhause. Kurze Pause für Mama. Leseblatt..reden mit den großen. Essen . Umziehen Zähne waschen. Kleinste wird um 7..00 ins Bett. Noch schnell das nötigste im Haushalt. Vorbereiten auf den nächsten Tag dann ist es auch schon 9..00uhr.
    Nächster ins Bett. Um 22..00 der große. Mama ist meist um halb zehn im Bett da der Wecker um halb sechs klingelt.
    Ich habe das Gefühl ich verpass alles.

    • Liebe MOM ich bin auch alleinerziehend und muss auch arbeiten. Am Morgen müssen wir alle funktionieren. Wie kleine Roboter. Aber in der freien Zeit spüren wir die Liebe die wir für einander haben. Klar ist es blöd wenn es dann in der kurzen Zeit auch noch Streit gibt. Man versucht sich mit dem schlechten Gewissen zu arrangieren. Aber weißt du was? Nur weil wir arbeiten heisst dass nicht dass wir etwas verpassen. Wenn man einander am tag teilhaben lassen will findet man einen weg. Gerne würde ich alles auf Fotos bannen und in einer Kiste für die Ewigkeit verwahren. Aber wir können die zeit nicht stoppen oder anhalten. Das Leben ist wie ein Kettenkarusell. Es dreht sich und dreht sich. Die schönen kleinen Momente. Das Lachen. Die Liebe trägt man im Herzen. Genießen wir also die Momente die wir haben. Herzlich aus der Schweiz.

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