Schlafentzug ist Folter – 4 Monate mit einem Dauerschnuckler

Anfang der Woche war es soweit. Ich stehe morgens um 6:30 Uhr im Bad und die Tränen laufen. Ging einfach nix mehr. Nach der drölfzigesten Nacht in Folge, in der ich mehr oder minder fast nicht geschlafen habe, war das Fass voll. Nein, es lief über. Schlafentzug ist einfach Folter!

Apropos lief. Die ersten 10 Wochen lief es mit Sohnemann Sahne. 1a würde ich sogar sagen. Er schlief durch und mit durch meine ich 7, 8, 9 Stunden am Stück. Ich habe es nur auf Nachfrage gesagt und dann verhalten, weil ich seit Geburt meiner älteren Tochter eins weiß:
Leben mit Kinder heißt, du weißt an keinem Tag was der nächste so bringt!

Und genauso verhielt es sich mit Baby CJs Trink- und Schlafverhalten. Das stellte sich nach 10 Wochen um. Der Herr hatte Hunger und zwar ordentlich. Auch nachts wollte Monsieur an die Theke. Seinen Platz hatte er eh von Anfang an im Bett, also war es auch nicht weit an den Tresen. Anfangs dachte ich es wäre ein Schub, dann dachte ich ok Zähne und kürzlich war er ja auch noch erkältet. Da MUSSTE er schließlich viel trinken. Geht alles vorbei. Denkste.

Es gab Zeiten da hat er auch mal die Flasche genommen und ich konnte weg. Und es gab Zeiten, da schlief er wenigstens von 20:00 bis 24:00 Uhr selig in seinem Bett – pardon unserem Bett. Die sind aber alle vorbei. Zum ins Bett gehen muss es Mamas Busen sein, beim kurzen Aufwachen muss es Mamas Busen sein und sobald Mama im Bett ist, ist Gott sei Dank der Dauerschnuckel anwesend, welcher die ganze Nacht noch schön handwarme Milch liefert – für CJ liefs also. Für mich nicht. Wenn andere sagten ihr Kind kommt noch 2-3 mal die Nacht, kann ich sagen: ich weiß gar nicht genau wann er nicht dran hängt. Da ich im Liegen stille, krumm, gebogen, wer weiß wie, kommt nach dem Schlafmangel auch noch der körperliche Verfall.

Wer jetzt denken mag: ’na die haben den ja auch jetzt schon total verzogen‘, dem darf ich direkt den Wind aus den Segeln nehmen. Denn wie die Eltern, so die Kinder trifft leider nicht zu. Unsere Tochter ging zwar schmale 2,5 Jahre extrem schlecht ins Bett, dafür schlief sie mit sechs Monaten tief und fest in ihrem eigenen Zimmer. Da sie schon Wochen vorher nachts nicht mehr trank, gab es keinen Grund warum sie noch im Elternschlafzimmer schlafen sollte.

Also Fazit zu meiner Person: ich habe Augenringe, ich bin extrem verspannt, wirke sogar schief, ich bin um es mal vorsichtig zu sagen, gerade recht sensibel und dazu wirkt sich das Ganze nur bedingt auf mein Gewicht aus. Wäre ja auch zu schön gewesen.

In jedem Fall haben wir (Achtung, Ehe-Wir) der Situation und somit dem Dauerschnuckler den Kampf angesagt und uns folgenden Plan zurecht gelegt:

a) Monsieur schläft in SEINEM Bett – liegt wäre hier wohl die treffende Ausdrucksweise
b) das Bett wird zugemacht, also nicht als Anstellbett genutzt und wenn er schläft wird er ins Wohnzimmer gefahren. Also weg vom Elternbett
c) wenn er aufwacht probieren wir es mit einem von den 12 bereitgelegten Schnullern – nein, er nimmt eigentlich keinen Schnuller
d) tragen ihn, trösten ihn, lassen ihn aber nicht wie gewohnt andocken
d) wenn er wirklich Hunger auch nur haben könnte (also im 3.4 Stunden Rhythmus) wird er gestillt und wenn das nicht läuft, weil er dann wieder nur dauerschnuckeln will, die Flasche (die nimmt er allerdings eigentlich ja auch nicht mehr)

So der Plan…

12 Gedanken zu “Schlafentzug ist Folter – 4 Monate mit einem Dauerschnuckler”

  1. Oh bitte, bitte lass diesen Plan funktionieren – für euch und für uns! Hier die gleiche Situation, nur ohne vorherige zehn Wochen “Sahnestückchen“…der große Bruder schlief in diesem Alter (18 Wochen) im eigenen Bett (!) durch (!) von neun bis um sechs! Hat also rein gar nichts mit dir,verwöhnen, jedes Kind kann schlafen lernen oder sonst was zu tun. Jedes Kind ist anders!
    Drücke dir die Daumen, dass der Plan funktioniert!
    Alles Liebe,
    Britta
    (deren Gewicht unter dem nächtlichen Dauerschnuckeln oder vielmehr der konsumierten Nervennahrung am nächsten Tag sehr wohl leidet)

    • Danke dir! Und ja, da sieht man es mal wieder: von wegen die Kinder wie die Eltern. Du und das mit der Nervennahrung ist ein Muss, welches in dieser Extremsituation wenigstens ein bisschen Energie für die Tage liefert. Schöne Weihnachtsfeiertage dir und deiner Familie!

  2. Ich hoffe sehr für euch, dass es funktioniert.
    Ich habe das 22 Monate ähnlich durchgemacht….22 MONATE! Ich weiss nicht wie oft ich sie nachts gestillt habe!!
    Dann ist nur noch mein Mann zu ihr gegangen…mich hat sie gar nicht mehr zu Gesicht bekommen und schwups schlief sie durch…dafür ist deiner halt noch zu klein, aber vielleicht geht es ja, wenn er sicher keinen Hunger hat.

    Ganz liebe Grüsse….Katja

    • 22 Monate!!! Katja, du machst mir Angst :-) Also ich hoffe hier irgendwie noch den Durchbruch hinzukriegen. Obwohl ich gestern noch gesagt habe: bis der hier mal im Kinderzimmer schläft, dauert es noch Jahre… Frohe Weihnachten dir und deiner Familie

  3. Wenn es Dich aufmuntern sollte: bei uns sieht es GENAU SO aus!!! Auch zweites Kind und ohne mich und die zwei weichen Busenfreunde geht (Wieder-)einschlafen gar nichts!!! Du sprichst mir aus der Seele, und wir wissen auch nicht, wie wir wieder davon loskommen. Unser Erster hat nie bei uns im Bett geschlafen und ebenfalls mit 9 Monaten im eigenen Zimmer geschlafen, auch wenn er noch bis er 2,5 war zweimal wach wurde und die Flasche wollte. Abends kann unsere Kleine partout nicht ohne mich, geschweige denn nachts! Ich hoffe, das macht Dir irgendwie Mut. Gemeinsam kommen wir vielleicht raus aus dem Schlammassel… Ich schau mal wieder bei Dir vorbei!

    • Ja es ist doch unglaublich, oder? Wie unterschiedlich können Kinder bitte sein? Nun ja, geteiltes Leid ist wenigstens halbes Leid. Ich wünsche frohe Weihnachten und eine Mütze voll Schlaf

  4. Das kenne ich irgendwo her. Meine kleine kam bis sie 1 Jahr alt war mindestens 4x in der nacht zum trinken / einschlafen. Als ich dann endluch sagte, ich kann endgueltig nicht mehr. Nzn trinkt sie abends vorm ins bett gehen ne Fasche und schlaeft seitdem viel besser, zwar noch nicht allzu oft durch aber wird immer besser.

  5. Kenne das auch nur zu gut :( Wir haben z.t. Nächte da wird sie öfter als stündlich (!) wach und wehe es gibt keine Brust, dann wird das ganze Haus zusammen geschrien. Sie ist nun 6Monate alt und es wird irgendwie eher schlechter als besser… Schnuller und Flasche werden vehement verweigert!
    Und zum Thema wie unterschiedlich Geschwisterkinder sein können… Der große hat von Anfang an mit 1x stillen nachts durch geschlafen, mit 3Monaten haben wir auf Flasche umgestellt da das stillen bei ihm nicht wirklich gut lief und die Flasche für alle eine Erlösung war. Von da an hat er dann von 20.00-09.00Uhr am morgen DURCHGESCHLAFEN…

  6. Ich kenn das in dezent angewandelter Form. Meine kleine -jetzt 3 Monate- benötigt mich auch seit der Geburt zum nuckeln. Es hieß am Anfang ist das ganz normal, dass die Kinder um ihre Geburtszeit unruhiger sind. Sie wurde spät abends geboren
    Bloß wann ist- Anfang – vorbei? Ab und an bekomm ich sie so ins Bett
    Sie reibt ihre Augen, quengelt ein wenig und schläft ein
    Andere Abende trinkt sie normal, schläft ein. Und dann sind da diese Abende wo sie überdreht und unruhig Wirkung, schläft trinkend ein und nuckelt bis zum umfallen. Nuckel nimmt sie nicht. Ein Schmusetuch hilft dezent und Schneemann Olaf seine Nase ist ab und an sehr hilfreich. Noch schläft sie bei uns im Bett
    Aber langsam frage ich mich, was ich ihr als Ersatz bieten kann. Denn Nuckel aufzwingen – sie wirkt beim Nuckel- möchte ich auch nicht. Aber ewig möchte ich auch nicht den Nuckel spielen. :s

  7. Also meine Jungs sind 6 und 8 Jahre alt. Sowohl vorlesen, ja auch als sie noch viel kleiner waren ging das, beruhigt wahrscheinlich und seit langer Zeit ist es Radio. Entweder CD oder seit neuesten ist es wdr4 (nichts so meins, aber gut). Beruhigt. Klassische Musik soll auch helfen. Bei manchen ist es das Rücken krabbeln, bei uns nicht.

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