Es gibt schlimme Dinge und es gibt RICHTIG SCHLIMME DINGE

Ein Zitat einer Freundin mit ebenfalls 3-jähriger Tochter. Heute war es mal wieder soweit #lebenmitkindern #lebenamlimit. Sooo schlecht ging der Nachmittag eigentlich gar nicht los. Draußen gewesen, gute Stimmung, ok, ein Duplo springen lassen, nach Hause, später Badewanne. So der Plan. Erste Mutter-Tochter-Auseinandersetzung, nachdem Schneeschuhe nicht vor der Tür, sondern drinnen ausgezogen werden mussten, alles voll Dreckwasser, aber gut – almost daily business. Dann ging’s aber ans Eingemachte.

Lütti machte so in Ruhe mit Knete in der Bastelecke rum, ich gab dem Kleinen Obst und dann sollte es in die Wanne gehen. Noch kurz Bastelecke aufräumen. Sprich Knete in die Becher. „Nein Mama, nicht drücken. Nein Mama, nicccchhhhttt drücken, nein!!!!“ Heulkrampf. Absoluter Heulkrampf. Irgendwie bahnte sich zwischen Tränen und Nein das Wort Schmetterling. Was hatte ich getan? Ein Lebewesen in Knete zerquetscht? Nein. Viel schlimmer. Oben auf hatte Lütti wohl einen von ihr aus Knete ausgestochen Schmetterling gelegt. Das konnte ich jetzt erahnen. Ich sage nur Scheiße. Schnell nochmal Knete wieder raus, ausrollen, Schmetterlingsausstechform hinlegen unter vielfachen Entschuldigungen. Aber nix is. Es gibt schlimme Dinge und richtig schlimme Dinge und das Plattdrücken von Kneteschmetterlingen gehört definitiv zu letzteren – mindestens. Einen solchen Heulkrampf hatte ich das letzte Mal erlebt, als ich von Lütti verlangte die Tür zum Treppenhaus zu schliessen. Wohlgemerkt kriegt sie gerne die Krise, wenn ich diese eigenmächtig schliesse, das will sie ja machen. Frage ich aber, ob sie das machen kann, weil ich ihren Bruder und die Einkäufe, neben ihrem Fahrradhelm und sonstigem Gedöns versuche ins Haus zu balancieren ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Sie? Die Haustür schließen? No!

Aber zurück zum Kneteschmetterling. Es folgten nämlich 25 Minuten absolute Verzweiflung auf Lüttis Seite. So einen Trotzanfall habe ich wirklich noch nie erlebt. Egal was ich sagte, es war verkehrt. Also sagte ich irgendwann nix mehr, das war auch nicht richtig.Versuche vom Thema abzulenken scheiterten eiskalt. „Willst du jetzt mit in die Badewanne? In die Große? Sonst lasse ich Baby CJ die Kleine ein!“ „Die Grrrrrooossssse!!!! Aber ich komme nicht!!!!“ Irgendwann flog irgendwas durchs Wohnzimmer und das hat Lütti zu ihrer eigenen Pein auch noch eine Auszeit in ihrem Zimmer beschert. Zu ihrem völligen Unverständnis. „Duuuuu musst hier ins Zimmer. Duuuuu hast den Schmetterling kaputtgemacht!!!!“ Ja, ich bin wirklich die letzte Bitch. Aber zu Kreuze kriechen nützt nun wirklich nichts mehr. Vielmehr soll ich auch die Quittung kriegen für mein unverzeihliches Fehlverhalten. „Ich geh jetzt auch nicht mehr mit dir zum Frisör!!!“ Ich weiß nicht, wo sie es hernimmt, aber man kann nicht sagen, dass ihr in solchen Momenten die Phantasie fehlt. In jedem Fall ist das wohl die absolute Steigerung zu „Du bist nicht mehr zu meinem Geburtstag eingeladen.“ oder „Du bist nicht mehr mein Freund“. Ehrlich gesagt muss ich ja in solchen Momenten aufpassen, dass ich nicht laut lache. Lütti hat da ihre eigene Taktik: „Wo ist Papa? Ich will, dass mein Papa da ist!!!!“ Ja scheiße, wenn man mit einem Schmetterlingsmörder, der zeitgleich auch noch die Mutter ist, allein zu Hause gelassen wird. Jetzt kam aber noch das von Mama aufgeschnappte Totschlagargument „Schönen Gruß!“ Wenn ich nämlich sowas in Richtung „jetzt ist auch wirklich Schluss“ sage, sage ich „Schönen Gruß“. Lütti beendete des Ganze also mit zweimal „Schönen Gruß!“, ging dann wie selbstverständlich an meinen Schreibtisch, nahm sich das Glas mit den Lindt Schokokugeln und sagte „Wer hat die Roten gegessen?“ Ähh, ich? Sind meine. Aber das am besten nur denken, sonst bricht es hier gleich wieder los. Stattdessen sage ich, sie müsste wohl fragen, wenn sie sich Schokolade nimmt. Lüttis logische Erklärung: sie hätte jetzt sooo viel geweint, sie bräuchte jetzt zwei goldene Schokokugeln, konnte ich nicht entkräften und dann kommt, als hätte es die letzten 25 Minuten nicht gegeben: „So, ich möchte jetzt in die Badewanne.“
Und jetzt die Frage: Sind Kinder eigentlich ’nen Stück weit schizophren?


* Mit Sternchen gekennzeichnete Links sind Affiliate/Provisions-Links (zB für Amazon): Falls ihr über diesen Link etwas kauft, bekomme ich eine Provision. Für euch ist der Preis natürlich gleich!

23 Gedanken zu “Es gibt schlimme Dinge und es gibt RICHTIG SCHLIMME DINGE”

  1. Jaaaaa, sind sie! – also vermutlich…oder hast du vielleicht noch eine andere Bezeichnung|Erklärung für dieses Verhalten?! ;-)
    Es ist alles nur eine Phase.
    Es ist alles nur eine Phase.
    Es ist alles nur eine…
    ;-)
    Geniesst den Rest des Sonntags!

  2. oh Yeahhh- diese Story adaptiere ich 1 zu1 in unser zuhause! und wenns nicht der Knetschmetterling ist, dann das großartig gemalte Bild mit drei Strichen (DREI STRICHE AUF EINEM DINA4 BLATT) das ich wegwerfen wollte. Manchmal hilft einfach ignorieren- und oder aussitzen. Brüllen lassen. Und manchmal hilft ein Tierfilm. Pädagogisch total wertvoll. Aber hilft- hilft auch nicht selber schizo zu werden!

  3. Danke für den Lacher und die Erinnerung, dass man das alles nicht als einziger durchlebt! Gerade eben wieder auf dem weg zum Kindergarten …
    Durchhalten und öfter mal die Ohren auf Durchzug.

  4. Ich musste so schmunzeln beim Lesen! Das steht uns alles noch bevor…
    Ich hab deinen Blog gerade durch Instagram entdeckt. Du schreibst toll und machst unglaublich tolle Bilder! Wirklich schön! ❤

  5. Das war soooo gut und prägnant geschrieben, ich schwanke zwischen lachen und weinen…kenne Ähnliches von unserem 3jährigen! Liebe Grüße

  6. Du schreibst so toll! Es ist einfach schön zu lesen das es Mütter gibt die genauso Tage haben wie ich! Denn gefühlt wohnen um einen nur Supermütter mit Superkindern!!! Danke für deine ehrlichen und tollen Texten zum Thema Kinder, Stillen, Wut usw! LG PS: wie klappt das nächtliche ein- und durchschlafen eigentlich inzwischen !?

    • Danke!!!! und nun ja: es geht so. Es gibt Nächte die sind echt gut. Kürzlich ist der 1!!! mal aufgewacht. Für uns absoluter Rekord. Es oft wacht er aber 3-4 mal auf… Liebe Grüße, Sarah

  7. So herrlich gelacht. Danke. Und ja auch ich bin sehr froh darüber, dass es da noch Familien gibt, wie meine. Und nicht nur die mit Anfängerbaby und so. Ich hab deinen Blog gerad erst entdeckt und müsste eigentlich arbeiten….aber ich lese und lese und lese und lache und lache und nicke die ganze Zeit wissend. Super. Weiter so. Ganz liebe Grüße Claudi

  8. Erfrischend und fröhlich, dazu noch ehrlich Eine tolle Mischung.
    Liebe Grüße von einer Omi, die das ganze jetzt aus einer anderen Perspektive beobachtet (1 Enkelkind 2 Jahre und nächsten Monat Nr. 2 )

  9. Ich musste so jetzt gerade beim lesen so laut lachen, dass das Bauchmädchen mich fragte: „Mama, was ist lustig?!“

    Wirklich wahr! Von hinten bis vorne hier gerade an der Tagesordnung!

  10. kenne ich nur zu gut. Dieses “ mama meine Welt geht unter und du bist schuld.“ verhalten. Erst vor wenigen Wochen wahr es wieder soweit. Die kleinste auf dem Töpchen am rufen , die mitlere kommt im coktail Kleid aus dem Schlafzimmer getänzelt und die grosse hört man aus dem spielzimmer verzweifelt rufen das sie ihre Knetmasse nicht aus der Dose bekommt. Da mein Partner auf arbeit wahr wurde also nach und nach jedes Kind zufrieden gestellt. Gerade als ich dan dachte das nun alle zufrieden sind und wir jetzt essen könnten, nichts da. Nach 3 vergebliche Aufforderungen doch bitte die knete einzuräumen und 10 min. strengen Verhandlungen wurde Dan entschieden das mama schnell hilft. sagen wir, ich hätte es lieber gelassen. Meine grosse räumte gerade die Förmchen ein und ich die knete als ein spitzer kwiker mich aus den gedanken über das mittag riss. Ich fragte nach dem Grund ihrer plötzlichen, für mich unerklärbaren wein Anfalls . Sie zeigte nur auf die Schachtel , Dan auf mich und da sah ich es…. Ein kleines etwas das ich komplett zertrückt hatte lugte aus der knete raus. Ich fragte sie was das ist und sie in ihrem Anklage Ton meinte zu mir , ich hätte Häschen moppel getötet. Nach näherer Betrachtung wahr er auch noch leicht zu erkenen…. Ihr könnt euch ja das Drama denken was darauf folgte

  11. Genial! Hatte ich letztens auch mit meinem 3 Jährigen. Weil Papa ohne ihn zum Eishockey ist – von 21 Uhr bis 2 Uhr morgens. Der Thronfolger war noch NIE dabei, aber hey. Erstmal ausrasten und die Schwester wecken. Himmel hilf!

  12. oh ja, ich weiß auch noch wie das so ist, mit drei, aber auch schon mit 2 war das bei uns an der Tagesordnung. Da fand ich das noch schwieriger, weil es für mich noch schwieriger war zu begreifen, was denn so schlimm gewesen ist. jetzt mit fast fünf gibt es immer noch so Tage, aber es wird immer besser, versprochen! Immerhin hat sie – fast schon zu gut ^^ – gelernt, mit Argumenten umzugehen und zu erklären was sie will oder nicht will und warum etwas so sein muss.
    Ich kann nur empfehlen dem Kind frühzeitig beizubringen, gute Argumente zu entwickeln, weshalb es etwas so haben möchte oder so. Es macht eine Verhandlung gleichzeitig schwieriger und leichter, da auch die eigenen Argumente mal akzeptiert werden, zumindest bei uns ist es so.

  13. Unsere Tochter ist jetzt drei Jahre alt und ich kann in allem was Du schreibst mich / uns wieder finden. Ich habe auf der einen Seite Tränen gelacht beim lesen Deines Textes auf der anderen Seite auch immer froh, das es einem nicht allein so geht. :-)
    Sehr schöner Beitrag.

  14. Ohhhh Tränen gelacht. Meine Tochter wird zwar erst 1 Jahr alt, aber ich kann es mir soooo vorstellen Schmetterlings ärger hihi… schön geschrieben. Wirklich schön!

  15. Ohhhh Tränen gelacht. Meine Tochter wird zwar erst 1 Jahr alt, aber ich kann es mir soooo vorstellen Schmetterlingsmörder hihi… schön geschrieben. Wirklich schön!

  16. Oh ja sind sie und ich bin heil froh das ich das nicht so alleine sehe. Mein mittlerer kann 2 Std im Zimmer heulen und brüllen weil er zb. Jetzt die Socken anziehen soll. Kommt dann raus mit einem breiten Grinsen und mit einem : Mama ich liebe Dich “ aus dem Zimmer

  17. Also ich hab kürzlich offenbar die Mandarine falsch geschält.
    Er wollte sie essen. Und ich sollte auf machen. Was ich getan habe. Und dann kam der Schreikrampf inkl. auf den Boden schmeissen in der verregneten Fußgängerzone. Die Mandarine wollte er natürlich nicht mehr. Also hab ich ein Stück gegessen. Was auch falsch war. Also hab ich sie ihm gegeben, dann hat er sie weggeworfen. 10 Minuten später hatte er sich wieder so weit beruhigt, dass er sie wieder einforderte. Aber auch nicht die Stücke, die ich noch in der Hand hatte. Sondern die vom Boden…

    Versteh einer die Kleinkinder…

Schreibe einen Kommentar