Diese Sache mit den Erwartungen – mit Kindern am besten über Board werfen

Kürzlich hatte ich Geburtstag. Ich bin irgendwas um die 30 geworden und ich hatte mir einen wunderschönen Tag im Kreise meiner Lieben vorgestellt. Einfach ganz viel Familienzeit. Aber es kam anders.

Lütti ist schon mit Scheißlaune aufgewacht. Dass sie nicht gleich alle Ferrero Küsschen vom Geburtstagstisch verputzen durfte, hat dazu geführt, dass es gleich morgens anstatt eitel Sonnenschein zum ersten Heulkrampf geführt hat. Schön relaxt sind hier dann alle in den Tag gestartet… Nicht! Wie immer zu spät dran für Kindergarten und Babykurs und dann noch mit schlechter Laune. Mhmm.
Mittags dann schön was essen gehen mit einer lieben Freundin und zwei Babys. Sagte ich zwei Babys und schön Mittagessen gehen? Ist ja ein Irrwitz in sich. Hätten wir wissen müssen. Fiel also aus. Für jeden ’nen Ingwertee und ab dafür.

Der Nachmittag versprach gut zu werden. So richtig schön Familienzeit. Der Mann konnte sich extra früh aus dem Büro rauseisen und wollte auf dem Rückweg die Tochter einsammeln. Toll! Richtig Zeit zu viert. Genauso hatte ich mir das vorgestellt.

Was soll ich sagen? Es war scheiße: Lütti Mist Laune. Ich Mist Laune, da Lütti Mist Laune. Der Mann Mist Laune, da ich Mist Laune und das Baby irgendwann auch Mist Laune, weil alle andern Mist Laune. Lief nicht so bei uns. Warum eigentlich nicht?

Das ist wohl die Sache mit den Erwartungen. Diese sind gerade bei mir extrem hoch ausgeprägt. Ich hatte mir den Tag nämlich so und so vorgestellt und dies gleich für alle anderen Familienmitglieder mit. Während mein Mann das schon gewohnt ist und an solchen Tagen auch seinen Teil mitspielt, spielt ihn eine 3-Jährige eben gar nicht mit. Den Tag starten mit Süßigkeitenverbot? Ganz schlechte Idee. Den Tagesablauf und damit das geliebte Spiel mit den Freunden aus der Kita unterbrechen? Noch schlechtere Idee. Das sorgt für schlechte Laune und diese sorgt zumindest bei uns, für Streit und das ist gar nicht schön,. Für keinen.

Wir Eltern hätten das besser machen können. Und zwar, wenn wir unser dummes, schlechtes Gewissen mal abgelegt hätten. Unsere Tochter sollte als Ausnahme mal soviel Süßes dürfen, wie sie will (oder man legt es eben nicht demonstrativ dahin). Und sie ist gern im Kindergarten und spielt meist auch lieber mit ihren Freunden als mit uns Erwachsenen. Wir hätten den gewonnenen Nachmittag mal für einen Bummel mit einem Gläschen Sekt nutzen können und Lütti später zum Essen gehen abgeholt. Darauf hatte sie sich auch schon gefreut. Stattdessen hat unser schlechtes Gewissen gesagt: Ja, aber wenn wir drei zusammen sind (das Baby ist ja automatisch am Start), muss Lütti mit. Alles andere wäre gemein.

Völliger Quatsch. Das Projizieren von unseren Erwartungen auf die Kinder. Wenn wir Erwartungen haben, dann können wir maximal versuchen, diese auch mal für uns umzusetzen. Kinder können noch nicht Teil dieser Erwartungen sein. Das heißt auch, das falsche schlechte Gewissen abzulegen. Erwartungen kann ich an mich und an meinen Mann haben. Wir sind Erwachsene. Und als solche sollten wir auch mal unter uns bleiben, in dieser Konstellation dürfen wir dann auch Erwartungen haben.


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