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Wie wäre es, wenn für alle Kinder der Spielplatzbesuch selbstverständlich wäre – mit und ohne Behinderung

„Was meint ihr zwei, wie Kinder die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen, hier auf den Spielplatz kommen?“
Lütti, 6 Jahre, betroffen: “ Ich glaube gar nicht Mama“
CJ, 3 Jahre, lächelnd weil er für sich die Lösung hat : „Oder mit Flügeln“

Ja, manchen, besonderen Kindern müssten wohl erst Flügel wachsen, damit sie auf einen der Spielplätze in unserem Umkreis könnten.

Es gibt so Themen, da schießen mir als Mama direkt die Tränen in die Augen. Aus Betroffenheit, aus Traurigkeit, aus Wut. Dieses Thema bedient alle diese Gefühle. Es geht um das Thema Inklusion und damit um besondere Kinder. Den Begriff „behinderte Kinder“ möchte ich hier nicht verwenden. Ich empfinde ihn als wertend. Obgleich ich das auch nicht beurteilen kann – ich habe kein besonderes Kind. Ich kann nicht sagen, wie es sich anfühlt, wenn man ein Kind hat, was auf dem Papier den Stempel „behindert“ aufgedrückt bekommt. Und nein, ich kann es auch nicht wirklich Verständnis nennen. Denn wie sich so einen Lebenssituation anfühlt, das kann man meiner Meinung nach nur wirklich beurteilen, wenn man in einer solchen steckt. Was ich aber tun kann, ist zuhören.

„Hauptsache gesund“ – Das ist so das, was kommt, wenn man die meisten werdenden Eltern nach Wunschgeschlechtern oder so fragt. Wie wertend schon dieser Satz ist, das weiß man wohl erst, wenn das Kind eben nicht „gesund“ ist.

Eltern von besonderen Kindern haben so viele Herausforderungen vor der Brust, was das eigene Kind angeht, die Familie, die Finanzierung, das direkte Umfeld, den Kindergarten, die Schule. Was mich besonders traurig macht: Dass selbst die vermeintlich einfachsten Dinge nicht einfach sind.

Ich habe euch bereits vor einige Monaten von der Initiative „Stück zum Glück“ erzählt: Inklusion beginnt auf dem Spielplatz – ich wünsche meinen Kindern eine Gesellschaft, in der es normal ist verschieden zu sein.
Als ich von der Initiative „Stück zum Glück“ erfuhr, war ich erst einmal gerührt und auch ehrlich gesagt betroffen. Es geht darum, in Deutschland inklusiven Spielraum zu schaffen. Spielräume, wo sich Kinder mit und ohne Behinderung frei bewegen und austauschen können. Davon gibt es nämlich leider viel, viel zu wenige. Was für uns selbstverständlich ist, ein Spielplatzbesuch am Nachmittag, ist es leider nicht für alle Kinder. Einen Satz möchte ich deshalb hier gerne nochmal zitieren:

„Denn wenn jeder Mensch, mit und ohne Behinderung, überall dabei sein kann, dann ist das gelungene Inklusion. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal verschieden zu sein.“

„Stück zum Glück“ ist eine Spendenaktion von Procter & Gamble und REWE, gemeinsam mit der Aktion Mensch. Insgesamt werden eine Million Euro Spenden gesammelt, die für den Auf- und Umbau von inklusiven Spielplätzen genutzt werden. So konnten bereits 16 Spielplatzprojekte erfolgreich umgesetzt werden.

Um mehr über die Situation von inklusiven Spielplätzen in Deutschland zu erfahren, hat INNOFACT AG im Auftrag von „Stück zum Glück“ eine Studie durchgeführt. Befragt wurden Eltern von Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren aus sechs deutschen Metropol-Regionen: Berlin/Brandenburg, Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Dresden, Hamburg und München. Die Ergebnisse zeigen, dass bundesweit noch viel Handlungsbedarf besteht.

Ich gehöre übrigens zu den 64%, die gar keinen inklusiven Spielplatz kennen. Zumindest nicht in meinem Umkreis. Der einzige, der mir einfällt, ist in Hamburg. Und mich wundert es, dass „nur“ 83% finden, dass barrierefreie Spielplätze bereichernd für alle Kinder und ein wichtiges Element sind, um Inklusion zu fördern. Ich erlebe Spielplätze als einen Raum, wo Kinder besonders frei miteinander umgehen und so:

„Inklusive Spielplätze bieten beste Voraussetzungen, um Vorurteile abzubauen. Denn wo Inklusion früh gelernt und gelebt wird, entstehen Barrieren im täglichen Umgang gar nicht erst“,
sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.


Wenig Inklusion auf deutschen Spielplätzen: Dieser Meinung sind auch die Eltern – 65 Prozent geben an, dass es ihnen wichtig sei, dass der Spielplatz auch von Kindern mit einer körperlichen Behinderung genutzt werden kann. Doch die Studienergebnisse zeigen auch, dass dies noch nicht die Realität ist: Nur 23 Prozent der Teilnehmer sagen, dass dies auf dem Spielplatz, den sie regelmäßig besuchen, möglich ist.

Wie ihr dabei seid?
Spenden kann jeder REWE-Kunde, indem er ein Produkt von P&G (z.B. Pampers, Ariel, Pantene Pro-V) einkauft. Mit jedem Kauf landet automatisch ein Cent im Spendentopf.

Übrigens kann ich eine erste Reaktion wie „das ist aber wenig“ nachvollziehen. Ging mir ehrlich gesagt im ersten Moment nicht anders. Aber beim zweimal drüber nachdenken ist mir dann aufgegangen: Es ist wichtig überhaupt etwas zutun. Es ist toll, wenn sich Unternehmen engagieren. Wenn sie soziale Verantwortung übernehmen. Nicht aus Zwang, sondern als völlig freiwilligen Einsatz zu einem Thema, das ich eher rein in der Politik gesehen hätte. Und selbst wenn es nur einem einzigen Kind hilft, hat es sich schon gelohnt.

Insgesamt ist die Umsetzung von 30 Projekten geplant und es wurden schon 16 Spielplatzprojekte umgesetzt und das finde ich einfach toll!


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2 Gedanken zu “Wie wäre es, wenn für alle Kinder der Spielplatzbesuch selbstverständlich wäre – mit und ohne Behinderung”

  1. danke, sarah! von einem inklusiven spielplatz habe ich noch nie gehört!
    mein sohn geht in einen integrativen kindergarten (ist aber keines der besonderen kinder) und ich erhoffe mir davon eine gewisse prägung für ihn, im umgang mit den besonderen kindern um ihn herum.
    danke für die sensibilisierung zu diesem thema!

  2. danke sarah! con inklusiven spielplätzen habe ich noch nie etwas gehört!
    mein sohn geht in einen integrativen kindergarten (er selbst ist keines der
    besonderen kinder) und ich hoffe für ihn dadurch auf eine gewisse prägung, im umgang mit den besonderen kindern um ihm herum.
    danke für die sensibilisierung zu diesem thema!

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