Ja, dieser Blog hat sich über die letzten Jahre mehr und mehr zum Travel & Family Blog entwickelt. Eigentlich interessant, hatten wir nämlich zwar vor den Kindern mit dem Rucksack fast die ganze Welt bereist, haben wir dann gedacht, dies sei mit Kindern vorbei. Wir haben geglaubt, das könne man einfach mit so Kleinen nicht machen. Zu anstrengend, das fremde Klima, die langen Flugzeiten, Windeln, das Essen – gerade um letzteres macht man sich, glaube ich, am meisten Gedanken. Mit unserer ersten Tochter waren wir also die ersten Urlaube „nur“ in Europa unterwegs. Oft mit dem eigenen Stabmixer und Milchbrei im Gepäck. Ja, als Erst-Eltern macht man so einiges.

Als sich dann Kind Nr. 2 ankündigte, „mussten“ wir dann aber doch wieder eine Fernreise machen. Es ging einfach nicht anders. Viel zu groß meine Befürchtung, dass es dann mit zwei Kids schon gar nicht mehr gehen würde, dieses Reisen. Aber es ging, gut sogar.

Seitdem waren wir mit den Kindern auf Kuba, mehrfach in Indonesien, in Thailand, Malaysia und Australien. Die nächsten Fernreisen sind bereits in Planung. Also, ob man mit kleinen Kindern reisen kann? Ja, Ja und nochmals jaaaaa!!!!

Wann ist das beste Alter um mit Kindern zu reisen?

Ich glaube, jeder würde jetzt erst einmal sagen: Vor der Schule. Ich glaube, das ist grundsätzlich auch richtig in Punkto Länge der Reise. Denn nach unserer Erfahrung ist bei Fernreisen das teuerste der Flug. Der lohnt sich natürlich eher, wenn man länger bleibt und das ist mit schulpflichtigen Kindern ja leider nur in den Sommerferien möglich und hier ist in manchen Traumreiseländern wie Südafrika oder Australien leider Winter. Aber es gibt auch eine Menge Fernreiseziele für die Sommerferien. Bali geht gut, auch Sri Lanka. Ostafrika ist im Sommer sogar ideal. Wir waren bereits in Kenia und Tansania unterwegs und ich würde auch sagen, dass sowas besonders etwas für Schulkinder ist. Safari mit Campen im Nationalpark. Das haben wir als Paar gemacht, würde ich auch mit unseren Kindern gerne einmal machen.

Mit Babys, die noch voll gestillt werden, ist das Reisen natürlich bequemer. Einfach weil immer die perfekte Nahrung in der richtigen Temperatur dabei ist. Auch zahlen Kinder bis zu zwei Jahren kaum etwas für ihre Flüge. Haben dafür aber auch im Normalfall keinen Sitzplatz. Bis zum Alter von einem Jahr kann man aber eine Babyschale zum Einhängen bekommen. Aber dafür muss man dann auch Glück haben und in der ersten Reihe sitzen.

Unsere Kinder sind ab knapp einem Jahr Langstrecke geflogen. Ich finde das ein sehr gutes Alter. Die Kinder können sich schon ein wenig artikulieren und sind auch nicht mehr ganz so „empfindlich“. Das mag sich jetzt vielleicht blöd anhören, aber so eine Reise hat auch viel mit Neuem zu tun. Neuer Schlafplatz, neues Essen, anderes Klima. Das steckt nicht jedes Kind mal eben so weg und Babys kommen ja eh gerade erst in dieser Welt an. Und ich als Mama habe mir bei meinen Babys sehr viel mehr Sorgen bei Fieber oä gemacht, als ich das bei Kleinkindern tue. Also haben wir ein wenig abgewartet.

Das ideale Alter also? Individuell, von Kind und Eltern abhängig. Für uns ist es wahrscheinlich zwischen 1 und 6 Jahren.

Was muss ich mitnehmen?

TABLET :-)) Nö, jetzt mal ernsthaft. Ich glaube, mit unseren Kindern könntest du bis auf den Mond fliegen, die Hauptsache ist, dass König der Löwen oder so läuft. Zuhause dürfen sie sehr wenig Fernsehen schauen, deshalb freuen sie sich immer wenn sie auf Reisen Tablet schauen dürfen. Also egal, ob 24 Stunden Anreise mit zwei Langstreckenflügen, neun Stunden am Stück durch das australische Outback im Camper oder bei monsunartigem Regen im Dunklen über Bali inklusive Feststecken des Autos. Also, das Tablet ist die halbe Miete und Reisen wird eindeutig entspannter, wenn Kinder in einem Alter sind, wo sie so etwas interessiert.

Dann würde ich immer ein paar Windeln mitnehmen, oder besser: Jeden Platz, der noch da ist, damit ausfüllen. In den meisten Ländern kannst du Windeln einfach nachkaufen, sie sind aber oft parfümiert.

Empfohlen haben sich auch definitiv leichte Reisebetten. Wenn die Kinder jede Nacht in „ihrem“ Bett schlafen können, ist für sie das Reisen oft einfacher. Schaut gerne mal in meinen anderen Posts, da empfehle ich euch je nach Alter welche, die nicht mehr als 3,5 bis 6 Kilo wiegen.

Was ihr in jedem Fall braucht, ist eine Trage für euer Kind. Egal ob am Flughafen, auf Wanderungen oder auch einfach in Orten. Bürgersteige wie hier sind in dem meisten Ländern oft Fehlanzeige, also das Tragen die einfachste und komfortabelste Variante sich mit kleinen Kindern fortzubewegen.

Was ist mit der Ernährung? Babynahrung, Milchpulver, was muss ich mitnehmen?

Ich glaube, das ist eine der meistgestellten Fragen an mich. Klar, ich glaube, darum machen sich die Eltern von kleinen Kindern am meisten Gedanken und ehrlich: Das ist in den meisten anderen Ländern auch längst nicht so einfach wie in Deutschland. Die Regale sind nicht voll mit biologischer Kindernahrung. Die Asiaten, im Besonderen die Chinesen, gieren förmlich nach deutschem Milchpulver. Grund dafür ist, dass wir in Sachen Qualität hier ganz weit vorne sind. Ich würde also, wenn eben möglich, Milchpulver mitbringen.


Aber brauche ich das denn überhaupt? Wenn ich doch stille, oder mein Kind schon abgestillt ist? Ich sage es mal so: Unser Sohn war gerade ein Jahr alt geworden. Er aß zu Hause noch längst nicht alles, oder besser gesagt: Er ließ sich nach wie vor am liebsten stillen. Am Tag nach seinem Geburtstag sind wir für vier Wochen nach Bali geflogen. Kein Problem, dachte ich, er wird ja noch gestillt. Trotzdem haben wir sicherheitshalber Milchpulver eingepackt. Im Nachhinein kann man sagen Gott sei Dank, denn der junge Mann, von dem ich überzeugt war, er würde sich noch bis zum Schulbus stillen lassen, hat sich kaum auf Bali angekommen selbst abgestillt. Er wollte einfach nicht mehr. Ich bin ein bisschen panisch geworden, denn so nur von Reis und guten Worten kann ja so ein Knirps auch nicht leben. Ich war also mehr als dankbar, dass wir die Milch mitgenommen haben.

Für Kleinkinder ab einem Jahr gibt es sogenannte Kindermilch. Ich bin zwar der Meinung, dass Kinder auch im Ausland versuchen sollten am Tisch fast alles mitzuessen, aber Kinder im Alter zwischen 1 und 3 Jahren brauchen einfach bis zu 7 mal mehr Vitamin D, Eisen und Jod. Gerade Vitamin D und Jod kann über die normale Ernährung kaum in ausreichendem Maße aufgenommen werden. Milch liefert viele essenzielle Nährstoffe. Kindermilch mehr als herkömmliche Kuhmilch. Letztere ist im Ausland auch kaum so einfach zu bekommen und hat man sie erst einmal, ist der Transport auf Reisen auch nicht zu bewerkstelligen.

Kindermilch wird einfach immer frisch mit Wasser angerührt und direkt verzehrt. Die Aptamil Kindermilch folgt den Empfehlungen der DGKJ. Die Kinder sollten sie einfach als Getränk zum Essen nehmen, sprich aus dem Becher oder Glas. Optimal ist übrigens 3 Mal am Tag. Ab einem Jahr sollten Kinder, wenn möglich, ganz auf ein Fläschchen verzichten. Ich sage immer gerne: wenn möglich. Also nicht zuuu sehr stressen. Lest gern dazu auch mal meinen Artikel Stillen oder Flasche, Brei oder Breifrei, Kuh- oder Kindermilch – mein Rat: Nicht irre machen lassen

Ein weiterer kleiner Ernährungstipp: Ein paar Fruchtquetschies mitnehmen. Das Fruchtmus selbst kann ungewohntes Essen oft viel bekömmlicher für die Kleinen machen. Reis mit Gemüse einfach mit ein bisschen Fruchtmus anrühren, schmeckt den Kleinen oft viel besser. Wir haben im Normalfall drauf verzichtet und waren sehr überrascht, dass die Leibspeise unseres einjährigen Pad Thai war. Also so quasi direkt nach Muttermilch Bratnudeln. Aber wenn sie mal nichts essen mögen, ist so ein kleiner Quetschie schon Gold wert.