An sehr, sehr viele Dinge erinnere ich mich gerne in Hamburg. 12 Jahre haben wir mitten in der Großstadt gewohnt, knapp 5 davon mit Kindern. Ganz zentral, in einer schönen, hellen Altbauwohnung. Der Haken an der Wohnung: Sie hatte keinen Garten. Der Haken daran, mitten in Hamburg zu wohnen: Es gibt keine Felder, Wiesen und Wälder, wo die Kinder frei spielen können.

Ich bin übrigens der Meinung, dass diese Sache mit Feldern, Wiesen und Wäldern toll ist für Kinder. Aber auch kein Muss. Auch in der Stadt kann man tolle Abenteuer erleben und die Stadt hat auch Parks, Wälder und Wiesen in der Nähe. Wir sind mindestens einmal in der Woche rausgefahren. Ins Niendorfer Gehege, in den Klövensteen, an den Elbstrand oder einfach in den Altonaer Volkspark. Einfach weil ich gerne draußen bin, die Kinder auch. Die Kinder gehen aber auch gerne auf Spielplätze, ich bislang weniger. Warum? Weil ich die Spielpätze nie toll fand. Oder sagen wir: schön; Oder sagen wir: geeignet.

In der Stadt hast du aber eigentlich keine andere Chance. Viele Nachmittage, wenn nicht sogar jeden, zieht es Kinder am Nachmittag auf den Spielplatz. Wenige können mit feinem, sauberen Sand und phantasievollen Spielgeräten für alle Altersklassen aufwarten.

Ich denke, dass ich recht gut weiß, wie wichtig gute Spielplätze sind; wieviel mehr Spaß es macht, auf einen tollen Spielplatz zu gehen als auf einen abgeranzten; wie ich mich ehrlich sehr gefreut habe, durch unseren Umzug den staubigen Kiesspielplätzen in unserem alten Umfeld zu entfliehen und nun hier die, wie meinen Mutter so schön sagte: „Ostseesand-Spielplätze“ zu haben.

Als ich von der Initiative „Stück zum Glück“ erfuhr, war ich erst einmal gerührt und auch ehrlich gesagt betoffen. Es geht darum in Deutschland inklusiven Spielraum zu erschaffen. Spielräume, wo sich Kinder mit und ohne Behinderung frei bewegen und austauschen können. Dabei merke ich: mein Mäkeln an Spielplätzen ist eine Luxussituation. Denn: meine Kinder können wenigstens auf alle Spielplätze gehen. Wie sieht das denn eigentlich für Kinder mit Behinderung aus? Wo spielen Kinder mit Behinderung eigentlich? Vielleicht war ich einfach auf den falschen Spielplätzen, aber ich habe wirklich keinen gesehen, von dem ich sagen würde, er wäre auch für Kinder mit Behinderung geeignet. Während ich noch zwischen Kies und Ostseesand bin, heißt es für ein Kind vielleicht vom Zaun aus zuschauen – einfach weil es mit dem Rollstuhl nicht über den Untergrund kommt.

Ein Satz der Initiative „Stück zum Glück“ hat mich dabei sehr bewegt:

„Denn wenn jeder Mensch, mit und ohne Behinderung, überall dabei sein kann, dann ist das gelungene Inklusion. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal verschieden zu sein.“

Wünschen wir uns das nicht, überall dabei sein zu können? Für unsere Kinder? Und um wieviel mehr würden wir uns das wünschen, wenn unser Kind eine Behinderung hätte? Wenn wir zB mit dem Rollstuhl am Spielplatzzaun stehen und einfach nicht drauf können, weil Kies-, Ostsee- oder eben Shit-egal-Sand es nicht zulassen den Rollstuhl darüber zu schieben?

Die Idee der Initiative „Stück zum Glück“ von Procter & Gamble (P&G) und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch ist, dass auf einem inklusiven Spielplatz jedes Kind willkommen ist und die Bedingungen findet, um mitzumachen und einfach Spaß zu haben. In den kommenden drei Jahren soll es in ganz Deutschland inklusive Spielplätze geben. Ein erster wurde bereits in Köln eröffnet.

Seit dem 30. April können REWE Kunden in ganz Deutschland mit jedem Kauf eines Produktes aus dem Sortiment von P&G, zu dem Marken wie Pampers, Ariel, Always, Oral-B und Gillette gehören, das Projekt unterstützen. Mit dieser Aktion werden über einen Zeitraum von drei Jahren eine Million Euro gesammelt, um neue inklusive Spielplätze zu schaffen und bestehende Flächen inklusiv aus- oder umzubauen. Die Projektpartner stellen dabei die Nutzbarkeit über viele weitere Jahre sicher.

Heute ist Weltkindertag und so möchten wir diesen besonderen Tag nutzen, um auf dieses tolle Projekt aufmerksam zu machen. Für eine Gesellschaft in der es normal ist, verschieden zu sein.

Zur Info

Fall ihr euch nicht genau vorstellen könnt, was ein inklusiver Spielplatz ist, anbei ein paar Infos.

  • Inklusive Spielplätze bieten Herausforderungen für alle Kinder und regen zum Miteinander an. Das Zusammenspiel von Statik, Dynamik und Treffpunkt bei den Spielgeräten stellt ein gleichwertiges Angebot für alle Kinder sicher.
  • Der Schwerpunkt liegt in der Selbstbestimmung und dem freien Spielerlebnis der Kinder: Durch vielfältige Spiel-, Sport- und Handlungsmöglichkeiten ist es den Kindern selbst überlassen, wie sie die Spielgeräte phantasievoll nutzen und in ihr Spiel einbauen.

Die Ausstattung eines inklusiven Spielplatzes:

  • Inklusive Spielplätze sind mit Spielgeräten ausgestattet, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei den Kindern beanspruchen. Daher bieten die Spielplätze auf der einen Seite auch für Kinder ohne Einschränkung Spaß und Abwechslung. Auf der anderen Seite können die Kinder gegenseitig voneinander lernen und sich unterstützen, wenn andere Hilfe brauchen.
  • Durch Verzicht auf nur für eine Gruppe der Kinder vorteilhafte Elemente (wie z.B. Rollstuhlrampen), bieten inklusive Spielplätze die Möglichkeit zum gemeinsamen Handeln und Raum für gemeinsame Erlebnisse. Der feste Untergrund ermöglicht dennoch auch Kindern mit Rollstühlen aktiv am Spiel teilzunehmen