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Freies Spielen – wie wichtig für Kinder das Versinken im Spiel ist und über Entschleunigung im Familienalltag

Vor kurzem schrieb ich euch davon, dass wir uns nach dem Kindergarten haben einfach mal treiben lassen. Wir sind durch die Gegend gestrolcht, ohne Plan. Überhaupt, Pläne versuche ich möglichst übersichtlich zu halten. Wir versuchen unseren Familienalltag zu entschleunigen. Nicht zu viele Spielverabredungen, nicht zu viele Hobbys. Durch euer Feedback, vor allem auch bei Instagram, habe ich gesehen, was für ein Thema das bei vielen von euch ist.

Es gibt mittlerweile Begrifflichkeiten wie Helikopter-Eltern, zu denen von uns zwar keiner gehören möchte, wir aber doch ein bisschen betreten nicken, wenn wir wirklich in uns hineinfühlen. Ja, unsere Kinder sind unser höchstes Gut. Sollen beschützt, aber auch gefördert werden. Nach der Kita oder Schule wird der Nachwuchs zum Fussball, zum Musikunterricht, zu Freunden und zum Schwimmen gefahren. Im besten Fall immer mit einem Elternteil an seiner Seite. Manche Mütter meinen ja sogar, nur sie selbst könnten diese Rolle übernehmen. Die Soziologie hat dafür einen Begriff: Verinselte Kindheit. Die Forschung zeigt, wie dringend Kinder das freie Spiel brauchen.

Das freie Spiel ist besonders wichtig für die Entwicklung der Kinder. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat zu diesem Thema unter folgendem Link Spielen – die beste Förderung für Ihr Kind geschrieben: Es gibt für Kinder eigentlich keine bessere Förderung, als ihnen von klein an genügend Zeit und Raum zum Spielen zu geben. Das zeigt sich auch später in der Schule: Kinder, die vom Kleinkindalter an ausgiebig spielen durften, sind meist stabiler und oft auch erfolgreicher.

Anders als es uns als Eltern von der Gesellschaft (ich sage jetzt mal bewusst nicht anderen Müttern) und von Ratgebern oft suggeriert wird, ist es also völlig in Ordnung, das Kind einfach mal machen zu lassen. Frei spielen zu lassen ohne Anleitung. Ohne Beobachtung. Nicht unter den Augen der Eltern. Sich seinen Dingen zu widmen, wie etwa dem Haushalt oder sich selbst mit einer Tasse Kaffee einfach mal hinzusetzen und Zeit für sich zu genießen. Und das ganz ohne das schlechte Gewissen, in der „Quality Time“ ja das Kind „bespielen zu müssen.“ Es ist nicht richtig, dass eine gute Mutter nur die ist, die dem Kind besonders viele Freizeitangebote schafft, es von A nach B nach C fährt. Eine gute Mutter ist die, die dem Kind auch Raum gibt sich zu entfalten. Es tut gut, wenn dieser Raum auch mal unbestimmt ist. Frei. Wenn Eltern nicht gleich eingreifen, sondern dem Kind Raum geben Lösungen zu finden. Sowohl für Spielsituationen, als auch für die Kommunikation untereinander.

Unsere beiden Kinder, 3 und 6 Jahre alt, spielen mit 2,5 Jahren Altersunterschied am besten miteinander, wenn keiner von uns Eltern eingreift. Diese Phantasie und Kreativität, die sie dabei entfalten, lässt mich oft sehr fasziniert zurück. Überhaupt kann ich andere Eltern nur dazu ermutigen, ihren Kindern einfach mal nur zu lauschen. Was sie sich alles ausdenken im Spiel. Welche verschiedenen Rollen sie einnehmen. Was sie alles aufbauen können.

Gemeinsam mit Jako-o, mit denen wir schon lange begeistert zusammenarbeiten, weil wir einfach total überzeugt von ihren Produkten sind, möchte ich euch ein paar Spielzeuge vorstellen, die hier ins kreative Spiel eingebunden werden. Da sind Dinge dabei, die wir schon lange haben und ein bisschen was Neues, einfach weil ich gesehen habe, wie kreativ damit sowohl in der Kita als auch hier gespielt wird.

Den Anfang machen unsere Verkleidungskisten. Zu dieser Jahreszeit bestimmt brandaktuell, sind unsere Verkleidungskisten aber auch das ganze Jahr über im Kinderzimmer im Einsatz. Also die Kisten, die Verkleidungen sind nämlich im ganzen Haus im Einsatz. Anders als jetzt zur Karnevalszeit, wenn sich die Kinder für eine bestimmte Figur entscheiden, die sie sein wollen, verkleiden sie sich das ganze Jahr über als Phantasie-Gestalten, bei denen sich meist verschiedene Kostümteile einfach mixen.

Unsere Verkleidungskiste ist ziemlich voll, einfach weil ich selbst sehr, sehr großer Karnevals- und Verkleidungsfan bin und so über Jahre gesammelt habe. Dies hier ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt :-)))

Bei Jako-o gibt es viele verschiedene Kostüme die sich toll auch für Rollenspiele das ganze Jahr über eignen. Viele davon sind übrigens gerade schon reduziert :-) Toll finde ich auch das Set aus 10 Tiermasken, das eignet sich auf jeden Fall auch zum Aufstocken der Kiste. Oder auch zu Kindergeburtstagen, wenn Kinder in dem ganzen Trubel auch mal gerne in eine andere Rolle schlüpfen.

Eins der „Spielzeuge“, die wir schon lange haben und die sich absolut obermäßig gelohnt haben, sind die Polster oder richtiger: Spielwürfelset Cord. Diese sind hier völlig unterschiedlich im Einsatz. Egal ob als Bude, Tisch, Stuhl, Balancierstange oder Tunnel. Momentan am meisten als Bude. Mag auch daran liegen, das die Kinder mittlerweile besser bauen können ;-)

Nahezu tagesfüllendes Spiel, zuletzt gerade am Sonntag, als wir aus dem Urlaub wieder da waren, sind hier die Schleichtiere. Es werden alle möglichen Szenen nachgespielt. Gerade sehr, sehr hoch im Kurs sind Pferdegeburten. Ihr müsst den Kindern einfach mal zuhören, es ist einfach zum Schmunzeln. Diese Dialoge, gepaart mit dem Erzählerstimmen. Jedes Kind nimmt hier nämlich gleich mehrere Sprechrollen ein :-) Einfach herrlich.

Dann werden hier gerade mit Vorliebe ganze Tierparks aufgebaut. Mit den vorhandenen Bauklötzen, mit dem Wobbelboard, mit Büchern usw. In der Kita wurde der ganze Bauraum beim Freispielen von den Kindern in einen riesigen Tierpark mit unzähligen Käfigen aufgebaut. Alles mit Hilfe von Kapla Steinen.

Aber sollen wir die Kinder denn jetzt am besten nur noch frei spielen lassen? Ein bisschen so wie früher, als Kinder noch oder manchmal auch „nur“ sich selbst überlassen wurden? Die BZgA hat dazu ein ziemlich schönes Schlusswort in ihrem Artikel, was ich gerne übernehmen würde:

Natürlich spricht nichts dagegen, Ihrem Kind auch in speziellen Kinder-Kursen die Möglichkeit zu geben, eigene Fähigkeiten und Begabungen zu entdecken und zu entwickeln: Musikkurse, Malstunden oder Turnvereine bieten hier unterschiedlichste Möglichkeiten, die Ihrem Kind – je nach Neigungen und Interessen – sicherlich viel Freude machen können. Aber übertreiben Sie es nicht. Das freie Spielen sollte auf jeden Fall den größten Anteil im Tagesablauf Ihres Kindes haben. Ein, höchstens zwei Kurse pro Woche sind bei weitem ausreichend. Und drängen Sie Ihr Kind nicht zu solchen Angeboten, denn das Allerwichtigste ist, dass Ihr Kind daran Freude hat.

Ich glaube, wenn ein Kind genug Zeit zum Freispielen hat, dann ist es auch besser all den Herausforderungen des Alltags wie Schule und Kita, verschiedenen Hobbys und Verabredungen gewachsen. Einfach weil phantasievolles Freispielen Kinder wachsen lässt.


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6 Gedanken zu “Freies Spielen – wie wichtig für Kinder das Versinken im Spiel ist und über Entschleunigung im Familienalltag”

  1. Toller Artikel! Bin ich voll einer Meinung.
    Unser Junior ist ein riesen Lego fan und mit einem Hörbuch und seinen Lego Steinen kann er sich ganze Nachmittage beschäftigen.
    Als er kleiner war haben wir meistens zusammen angefnagen zu spielen, und nach einer Weile haben wir ihn weiter spielen lassen.
    Nun da er älter wird, treten leider immer mehr Spielekonsole, und Filme schauen in den Fokus. Wobei wir hier immer versuchen, dies an einem Minimum zu halten. Meistens sind es auch Phasen wo er es mehr will als sonst…

  2. Sehe ich genauso und würde meine Tochter (gerade 3 geworden, noch Einzelkind) ja auch liebend gerne frei spielen lassen, aber sie macht es einfach nicht :( sie möchte nur mit mir spielen, niemals alleine. Sie baut sich auch keine Spielelandschaften auf… Ich hoffe sehr, dass das noch kommt wenn sie etwas älter ist…

  3. Super Artikel, ich bin absoluter Fan des freien Spielens! Mein Sohn liebt es, wenn er sich in seinem Zimmer mit einem
    Hörbuch in seine eigene Welt zurückziehen kann, um Lego zu bauen, zu malen usw ..

  4. Super Artikel, ich bin absoluter Fan des freien Spielens! Mein Sohn liebt es, wenn er sich in seinem Zimmer mit einem
    Hörbuch in seine eigene Welt zurückziehen kann, um Lego zu bauen, zu malen usw ..

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