Die geballte Kinderunfreundlichkeit schlägt uns entgegen – Fliegen mit Baby

Auf dem Flug von Bali nach Hause habe ich ehrlich gesagt geweint. Weil es so schön war und ich nicht nach Hause wollte? Ja, das wäre auf jeden Fall der bessere Grund gewesen. Leider waren es Wut, Tränen, Enttäuschung und Fassungslosigkeit die mir die Tränen in die Augen trieben.

Wie sieht im Idealfall ein Langstreckenflug mit Baby aus?

Aber von vorn. Als wir vor einigen Wochen unsere Flüge buchten, hat mein Mann direkt bei der Airline angerufen um für Baby CJ eine Babyschale zu bestellen. Die ist eine Wanne, welche man bei Langstreckenflügen in der ersten Reihe in die Wand einhängen kann, damit die Babys dort schlafen können. Nach Größen- und Kiloangabe passt CJ noch rein und auf dem Hinflug bei Air France hat auch alles super geklappt. Sogar noch besser als super: Erste Reihe, vier Plätze, Babyschale auf dem langen Flug und auf dem kurzen auch die erste Reihe, wo Platz ist den MaxiCosi auf den Boden zu stellen. Unser Baby hat also beide Flüge größtenteils schlafend verbracht – einfach ideale Bedingungen dafür.

Die erste Reihe ist für Babys reserviert – das ist doch glatt gelogen

Und der Rückflug? Bei einer anderen Fluggesellschaft leider das Gegenteil von idealen Bedingungen. Beim Anruf vor Wochen hieß es bereits man hätte keine Babyschale. Es wären schon zu viele Babys. Ärgerlich, aber völlig verständlich. Angekommen am Flughafen fragten wir dann nochmal nach, vielleicht wäre ja jemand abgesprungen. Antwort: Nein. Alle ersten Reihen wären mit Babys belegt und überhaupt könnten wir wohl nicht zusammen sitzen. Es wären elf Kleinkinder auf dem Flug.
Wir haben wirklich alles versucht und nach langen Diskussionen erreicht, das wir zumindest für den Langstreckenflug (Flugreise Bali-Singapur-Amsterdam-Hamburg) zusammensitzen und hoffentlich einen Platz für CJ kriegen, wo wir zumindest den MaxiCosi platzieren können.

In der Maschine angekommen war die angebliche Besetzung von Babys in den ersten Reihen schlicht falsch!! Kein Baby zu sehen! Hier saßen Erwachsene, die sich über ihre Beinfreiheit freuten. Ich war enttäuscht und fühlte mich auf deutsch gesagt verarscht. An mir weinte mein Baby und alles Tragen und so weiter half nichts. Die Stewardess konnte das verstehen und sprach mit der Chefstewardess. Diese kam freundlich zu uns und sprach auch mit den Herrschaften in der ersten Reihe. Ich war mittlerweile auch den Tränen nah. Es war neun Uhr und CJ mittlerweile nur noch müde und weinend. Die Information an uns: drei wären nicht bereit für eine Familie zu tauschen, einer schon. Ich fand mich also mit dem MaxiCosi zwischen drei Sozialversagern wieder, aber CJ schlief. Kaum war er im MaxiCosi, ist er sofort eingeschlafen.

Nicht ärgern, dachte ich mir, ist nur der kurze Flug. Aber ich ärgerte mich doch, über die Leute und auch über die Fluggesellschaft: Wenn die erste Reihe für Babys reserviert ist, dann kann man das doch auch durchziehen.

Schlafende Kinder, müde Eltern, die Nerven liegen blank

Nach 2:20 Stunden Flug schliefen beide Kinder, die wir auf Grund eines technischen Stopps aus der Maschine schleppen, um sie 1,5 Stunden später wieder reinzutragen (fragt mich nicht warum). Alle waren müde, k.o. und wollten nur auf ihre Plätze. Die Stewardess des letzten Flugs hatte sogar noch eine Nachricht an die folgende Crew dagelassen. Aber auch auf dem Langstreckenflug bot sich das gleiche, traurige Bild: unser augenscheinlich jüngster Sohn auf dem Flug hatte keinen Platz in der ersten Reihe bekommen. Vielmehr grinsten einem die Gesichter des letzten Fluges wieder aus der ersten Reihe entgegen. Ich war traurig, ich war wütend. Das kann doch nicht sein????

Ich fragte das Flugpersonal, das sprach mit den Passagieren, ich sprach wieder mit dem Flugpersonal, das mit den Gästen und so weiter. Das ging bestimmt 20-30 Minuten so, Minuten, in denen die Herrschaften fein in ihrer Reihe saßen, ich das Baby durch die Gänge trug. Das Ende des Lieds ist so traurig, dass ich es auch heute kaum glauben will.

  • die Passagiere sind nicht aufgestanden; genau die Passagiere, die auf einem Flug davor mitgekriegt haben, dass das Baby nur in der Schale schläft
  • auch nicht einzelne, sie wollten zusammensitzen (Erwachsene)
  • dass ich allein wieder mit dem Baby zwischen ihnen sitze, wäre aber ok
  • das Boardpersonal hat nicht darauf bestanden, dass sie die für Familien mit Babys reservierte Reihe freimachen
  • und keiner der anderen Fluggäste hat auch nur einen Ton gesagt

Familienfreundlichkeit ist kein Statement – Familienfreundlichkeit muss umgesetzt werden

Und dann, nach den ersten 6 Stunden unterwegs liefen die Tränen. Nicht etwa weil meine Kinder so anstrengend waren oder wegen sonstiger Herausforderungen, die ein Langstreckenflug so mit sich bringt. Nein, ich weinte wegen dieser Sozialversager in der ersten Reihe, diesen Kinderhassern, wegen denen mein Sohn nicht einfach in einer Babyschale den Flug über friedlich verschlafen kann. Wegen Menschen, die da eine Familie mit zwei kleinen Kinder stehen sehen, aber trotzdem denken: Pech gehabt, jetzt sitzen wir hier. Schmarotzer eines Fehlers, der offensichtlich am Boden passiert ist.

Ich war wütend, wütend auf die Fluggesellschaft, die schon am Boden so viele Fehler gemacht hat. Waren es wirklich Fehler? Ich hoffe das einfach. Dass es irgendwie schief gelaufen ist, dass in allen ersten Reihen zusammen auf dem Flug nur 1! Kind saß. Dass unser Kind, auf dem Flug augenscheinlich das jüngste, angeblich keine Babyschale buchen konnte. Schon Wochen vor dem Flug nicht.

Ich war enttäuscht, enttäuscht über das Boardpersonal, welches nicht darauf bestanden hat, dass wir in die erste Reihe gehen. Ein Reihe, die für Familien reserviert ist. Die mich dastehen sehen mit meinem schlafenden Baby in der Trage, offensichtlich schon ziemlich k.o. auf Grund der ganzen Diskussionen und Widrigkeiten dieser Flüge. Die lieber einer Diskussion aus dem Weg gehen und dadurch das Handeln dieser Leute bestätigen. Die ihnen recht geben, sich so arschig gegenüber Familien zu verhalten.

Ich weinte auch darüber das kein einziger! Fluggast drumherum etwas gesagt hat. Keiner! Nicht das Boardpersonal, welches dazu autorisiert ist, und keiner der Fluggäste haben ein soziales Rückgrat bewiesen. Keiner! Frei nach dem Motto: erhebst du nicht Einspruch, machst du dich zum Mittäter. Und hier hätte ganz klar Einspruch erhoben werden können.

Ich hoffe unser Erlebnis war ein Einzelfall. Bei dieser Fluggesellschaft und in der Gesellschaft. Ich bin froh, dass mir niemals zuvor ein solcher Kinderhass entgegen geschlagen ist. Denn anders kann ich es nicht bezeichnen, wenn ein Kind nicht die für die erste Reihe konzipierte Babysschale bekommt um darin den Langstreckenflug über schlafen zu können, damit ein Pärchen nebeneinander sitzen und die Leute fröhlich bei ein bis drei Fläschchen Rotwein ihre Beine ausstrecken können.

Wahrscheinlich muss ich froh sein, dass wir nach diesem Affentanz einen weiteren Platz kriegten und ich CJ halb unter den Vordersitz in den MaxiCosi legen konnte. Was aber bleibt, sind die Tränen und die Wut. Und bei jedem Mal, wenn ich wieder an der vorderen Reihe vorbeiging, wo jetzt anstatt von Kinderfüssen genüsslich Erwachsene ihre Füße im wohl jetzt leichten Rotweinrausch ausstrecken. Menschen, die leider von ihrem umliegenden Gesellschaft nicht gespiegelt bekommen, dass ihr Verhalten so richtig Scheiße ist!

PS: diesen, wie auch den Hinflug, haben unsere Kinder zum größten Teil schlafend verbracht. Die Flüge waren für sie kein Problem und sie haben alles sehr gut mitgemacht. Ich würde jederzeit wieder einen Langstreckenflug mit der ganzen Familie machen und meine Kinder auch (so sagt es auch die ältere) Nur so für all diejenigen, welche hier um ihr Wohlbefinden besorgt sind…


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39 Gedanken zu “Die geballte Kinderunfreundlichkeit schlägt uns entgegen – Fliegen mit Baby”

  1. Wow!! Da hat sich ja weder die Airline noch die erste Reihe mit Ruhm bekleckert. Das ist echt unfassbar und ich kann mir gut vorstellen, dass dies kein Einzelfall ist. Ich habe selbst schon öfter erlebt wie kinderunfreundlich die Menschen sind und keinen interessiert es. Das Personal sagt es könne nichts machen obwohl sie sehr wohl können! Normalerweise sollte aber auch jeder der einen gesunden Menschenverstand hat und ein Herz am rechten Fleck verstehen dass man einer Familie mit Baby diese Plätze in der ersten Reihe gewährt. Deine Traurigkeit und Wut kann ich gut verstehen aber es ist keine Minute wert sich über solche -wie sagtest Du so treffend- Sozialversager zu ärgern.

  2. Von den. Leuten in der ersten Reihe sicher alles andere als nett, aber was ich auch loswerden muss: warum überhaupt Langstreckenflug mit Babys/Kleinkindern? Ich werde es nie verstehen, warum sich Familien so etwas geben? Ich liebe (Fern-)Reiden, aber seit unsere zwei Kids am Start sind, fahren wir lieber erst mal ins Ferienhaus nach Dänemark.

  3. Ich verstehe deine Wut und die Tränen! Wirklich ein Armutszeugnis! Der Airline würde ich das auch auf die Seite pinnen.
    Wir mussten auf unserem letzten Flug auch etwas verhandeln damit wir zusammen in der 1. Reihe sitzen konnten, der Herr wollte nicht neben einer Fremden Frau sitzen (aber neben mir is klar!) und es hat Engelszungen gebraucht ihn zu überzeugen.
    Ich wünsche mir mehr kinderfreundlichkeit in dieser Welt!

  4. Die Sitze können aufgrund von mehr Beinfreiheit teurer verkauft werden (XL-Seat), das lässt sich die Fluggesellschaft natürlich nicht entgehen…
    Kann Deinen Ärger gut verstehen, weiss wie das ist, habe selbst 2 Kinder…

  5. Das macht mich nur vom Lesen schon wütend. Das ist für mich unverständlich, auch wir haben es schon erlebt (damals mit meinem Neffen), dass die Sitzplätze angeblich für Babies reserviert waren, tatsächlich aber nur Erwachsene in der ersten Reihe saßen. Zu unserem Glück hatte die Stewardess ziemliche Überzeugungskraft und die Herren ein Herz.

  6. Für mich ist dein Ärger sehr gut nachvollziehbar, wir haben kürzlich eine ähnliche Erfahrungen gemacht (war zum Glück nur ein Kurzstreckenflug). Es gibt aber einen Punkt, in dem ich dich berichtigen muss: Die erste Reihe wird inzwischen bei den meisten Fluglinien nicht mehr für Babys/Kleinkinder freigehalten, sondern ist für jedermann zu reservieren (oft auch gegen Gebühr). Einzige Ausnahme sind dort i.d.R. die asiatischen und arabischen Fluglinien. . .

  7. Ich kann deinen Jammerpost echt nicht verstehen. Du hast kein Recht mit Baby oder Kleinkind in der ersten Reihe zu sitzen, sondern ein Goodwill der Fluggesellschaft.
    Eltern denken die Welt dreht sich nur um sie sind auch schrecklich.
    Und ja, ich habe selbst kleine Kinder und fliege öfter und sitze meist irgendwo. Also hör auf zu heulen bitte.

    • @K, ist ja auch schon ein Statement zu diesem Post nicht mal einen Namen zu schreiben. Wenn du mit deinen Kindern (echt?) klar kommst, heißt das nicht, dass alle Eltern sowas hinnehmen können bzw. müssen. Die Frechheit besteht doch darin, dass gelogen wurde was die Menge an Babys betrifft. Leider denken viele Menschen wie du, sonst würden auch andere aufstehen und sich für eine Familie einsetzen. Peinlich, denn Kinder sind nicht nur die Zukunft, sondern auch die Versorger von morgen. Und auch die Menschen, die dich entweder im Alter liebevoll betreuen oder ebenso egoistisch in die Fremdbetreuung abschieben.

    • Wenn man sowas sagen und sich so ausdrücken will, warum kann man dann nicht auch seinen Namen hinterlassen? Ist doch feige.

    • Hallo K,
      wenn ich deine Zeilen lese, kann ich kaum glauben, dass du selbst Kinder hast. Mir geht es jetzt gar nicht ums Fliegen, ich selbst fliege nicht gerne, schon gar nicht Langstrecke und mit meiner Tochter bin ich erst ein Mal geflogen, da war sie ca. 18 Monate alt und es war zum Glück kein Problem. Dennoch wurde ich oft mit Menschen konfrontiert, die mich wegen des angeblich unmöglichen Verhaltens meines Kindes angemotzt haben. So hat sich mal ein älteren Herr auf der Straße furchtbar darüber echauffiert, dass meine Tochter mit Straßenmalkreiden auf der Straße malt (was für eine Überraschung?!?). Ich dachte zuerst, er kennt das Zeug nicht, aber selbst wenn dem so war, wollte er die Erklärung nicht verstehen. Leider hat sich noch eine Frau auf seine Seite geschlagen, mir hat von den vielen Leuten niemand zur Seite gestanden. Schon allein deshalb kann ich Sarahs Frust sehr gut verstehen. Noch schlimmer finde ich es aber, dass so oft Mütter einander gegenseitig das Leben schwer machen. Ist dir denn noch nie so etwas passiert und hattest dich über Unterstützung gefreut? Leider findet man Zivilcourage heute nur noch sehr selten, weil es ja so viel bequemer ist, die Klappe zu halten. Die Autorin hier auf ihrer eigenen Website anzugreifen, finde ich letztklassig und sagt einiges über dich als Mensch aus, besonders weil du nicht mal deinen Namen nennen kannst. Mit normaler Kritik hat dein Eintrag jedenfalls nichts mehr zu tun. Wo hat sie denn so sehr gejammert, rumgeheult oder gar behauptet, dass sie ein Recht auf die Plätze hätte? Sie hat ihre Gefühle beschrieben und sich darüber geärgert, dass ihr die Fluggesellschaft etwas zugesagt hatte, was dann nicht mal im Ansatz umgesetzt wurde. Wenn du hier ernsthaft jemanden glauben lassen möchtest, dass dir das in derselben Situation an deinem Allerwertesten vorbeigegangen wäre, wage ich zu behaupten, dass ich dir das nicht abkaufe. Du hättest deine Meinung auch auf eine Weise formulieren können, ohne dass du dabei rüber kommst wie eine egoistische Zicke, die alles besser weiß. Wir haben doch alle immer wieder mit Situationen zu tun, in denen uns scheinbar alles über den Kopf wächst. Ich wünsche mir wirklich, wir Mütter bzw Frauen, ja einfach wir MENSCHEN würden mehr zusammenhalten.
      Claudia

  8. Das Verhalten der anderen Fluggäste ist total menschlich. Menschen sind so. Schon immer gewesen, wird auch immer so bleiben. Einer von den drei hat sich vielleicht sogar gefreut, Euch eins auszuwischen. Diese furchtbaren Eltern schleppen ihr Nervenbündel ins Flugzeug und stören MEINEN ruhigen Flug.
    Ist doch wirklich ganz normales Verhalten! Kann man natürlich schlimm finden – finde ich auch nicht gut, ich hätte den Platz wohl geräumt, aber auch nur, wenn ich freundlich und wertschätzend gefragt werde, nicht etwa aus einem Automatismus „ach ja Familie, ja dann klar sofort natürlich gerne“ heraus. Aber Menschen sind doch so. Wieso denn Rücksicht? Mir geht’s doch gut, fertig. Ich hab vielleicht sogar extra für den Sitz bezahlt. Warum soll ich da aufstehen? Wenn Dir das nicht schon an 1.000 anderen Stellen begegnet ist, dann hast Du bisher einfach echt Glück gehabt.

  9. Wie unfassbar ätzend. Ich kann Deinen Ärger verstehen, wobei das mit der Babyschale bei uns zwar gut geklappt hat, aber die hasserfüllten Blicke mancher Fluggäste spüre ich heute noch. Wir sind 2014 nach Australien und zurück mit unserem Einjährigen; in Australien selbst auch noch Inlandsflüge. Ich hatte furchtbare Angst vor dem Flug – wegen der anderen Leute. Bis auf eine Frau, die sofort einen anderen Platz wollte, als wir uns hinter sie setzten, hielt sich die Kinderfeindlichkeit in Grenzen.

    Was in der Tat eine bodenlose Unverschämtheit ist, ist das Verhalten der Airline. Wir hatten damals angerufen, man sagte aber, dass man das Bassinet nur am Schalter bekommt. Also waren wir die ersten am Schalter und die letzten im Flieger…

  10. Ich kenne das leider auch. Wir haben vor ein paar Jahren mit unserer damals gerade 1 jährigen Tochter einen 7 Stunden Flug gewagt – ein Nachtflug. Prima. Wir freuten uns: das Kind kann dann prima in besagter Babyschale schlummern. Aber auch wir hatten Pech: kein Platz in der 1. Reihe. Stattdessen saßen wir eingezwängt in einer mittleren Reihe. Unsere Tochte schrie vor Müdigkeit. Das Boardpersonal schien resistent im Gegensatz zu den Passagieren rings herum, die wirklich immer böser und beleidigender ob des schreienden Kindes und uns „bösen“ Eltern, die wir unser Kind mit solch einem Flug überfordern, wurden. Da keine Möglichkeit bestand, Plätze zu tauschen, habe ich mich irgendwann mit unserer Kleinen in der Toilette eingeschlossen und Rotz und Wasser geheult. Mir sind selten solch bösen Worte an den Kopf geworfen worden, wie auf diesem Flug. Mittlerweile haben wir vier Kinder. Im Ausland – z. B. Italien – wird man damit freudig begrüßt; bei uns kann man jedoch dank der Kinderfeindlichkeit kaum mit der Kinderzahl in ein Restaurant gehen. Sehr traurig!

    • Genauso war es bei uns auch. Und unsere Erfahrungen bezüglich der Kinderfreundlichkeit der Südländer ist auch die gleiche. Ich finde es auch sehr traurig. In Deutschland hören wir oft doofe Kommentare und im letzten Urlaub haben wir sooo viel positives Feedback von den Einheimischen bekommen. Über dieses Thema denken wir jetzt schon länger nach

  11. Sorry, ich finde den Menschen in der 1 Reihe , die auch für diesen Flug GEZAHLT haben und klar, wer kann genießt die Beinfreiheit bei Langstreckenflügen, kann man weiß Gott keinen Vorwurf machen, sondern ganz allein der Airline, wobei mich nun interessieren würde, welche Airline war es denn nun? Oder hab ich Sie einfach überlesen?

  12. Ich kann deinen Frust gut verstehen! Allerdings schließe ich mich meinem Vorredner an und finde, dass der Fehler nicht bei den Leuten im Flugzeug liegt. Da hätte die Airline anders handeln müssen, gleich zu Beginn. Ich finde nicht, dass man jemand, der seinen bezahlten Sitz in Anspruch nimmt, einfach als kinderhassendes A… abstempeln kann. Es wäre vielleicht nett und schön, wenn jemand freiwillig aufsteht und ich würde mich darüber freuen, aber dies zu verlangen und aus allen Wolken zu fallen, wenn derjenige auch an sich selbst denkt, finde ich ehrlich gesagt etwas überzogen. Man kann auch nicht wissen, warum diese Menschen in der ersten Reihe sitzen und ich persönlich hätte ehrlich gesagt auch keine Lust einen Langstreckenflug nicht neben meinem Mann zu sitzen, wenn das die Konsequenz wäre.
    Was ich aber wirklich übertrieben finde ist, dass du verlangst, dass andere sich hätten einmischen sollen. Wieso? Was hätte das gebracht? Hier geht es um die verantwortliche Fluglinie und euch, niemanden sonst. Ich finde bei sowas „Zivilcourage“ zu verlangen zu viel des Guten. Wie gesagt, aus deiner Sicht kann ich es verstehen, aber auch aus der Sicht aller anderen Beteiligten…

    • Ich sehe das ähnlich: Ich hätte sehr wohl aus Mitgefühl meinen Platz geräumt. Ich mag doch Babys und die Tränen der Mama hätten mein Herz berührt. Andererseits hätte ich wohl nicht eingesehen, dass automatisch alle Familienmitglieder nun nebeneinander sitzen müssen. Wenn ich das richtig gelesen habe, dann hat eine Person ihren Platz zur Verfügung gestellt. Damit konnten zumindest Mama und Baby etwas bequemer fliegen. Das ist doch sehr nett von der Person und es ist doch auch etwas wert.

      Wenn ich mir vorstelle, dass ich aus gesundheitlichen Gründen extra einen Platz in dieser 1. Reihe erworben habe und mir dann vorwerfen lassen muss, dass ich ein kinderhassendes Arschloch bin, weil ich nicht aufstehe… Ich frage mich auch, ob das Baby nicht auch gut auf einem Sitz positioniert den Flug ohne besondere Hindernisse überstehen kann…

      Ich kann den Frust schon verstehen – bzw. kann ich erahnen, wie frustiert es sein kann, wenn man erkennt, dass die Gesellschaft in Teilen nicht unbedingt besondere Rücksicht auf Eltern mit Kleinkindern zu nehmen bereit ist. Das ist sie aber auch nicht bei Alten, bei Kranken, bei Tieren, bei Behinderten, bei Flüchtlingen…

      Ich finde die Haltung vieler Eltern (vor allem derer, die der jüngeren Generation angehören) heutzutage etwas überzogen. Es muss sich nicht die ganze Gesellschaft den Neueltern fügen. Es wäre schön, wenn auch aus der Sicht der Eltern vielleicht ein wenig Raum und Verständnis für die Situation von Nicht-Eltern oder Personen, die ohne Kinder unterwegs sind, aufgebracht würde.

      So schlimm es ist: Diese Art von Post ist in Teilen nicht förderlich, um für Verständnis für die Situation von Eltern zu werben.

  13. Ich kann deinen Unmut auch nur bedingt verstehen.
    Von der Fluggesellschaft war dieses Verhalten sicher eine bodenlose Frechheit, von den Fluggäste jedoch meiner Meinung nach nicht. Sie als Kinderhasser darzustellen ist vielleicht etwas überzogen, denn sie haben sich vielleicht auch etwas mehr dabei gedacht in der ersten Reihe ihre Sitze zu buchen und dafür eventuell mehr zu zahlen. Vielleicht könntet ihr in Zukunft nicht darauf hoffen, dass sich alles auf dem Flug zum guten wenden, sondern vorab etwas mehr nachhaken: Wie kommt man an einen erste Reihe Platz? Was tun wir, wenn diese eben voll sind ? Wenn man eine schriftliche Zusicherung oder eben eine (dann eben nochmals teurere) Buchung dieser bestimmten Plätze hat, ist man auf der sicheren Seite.
    Mir ist nicht ganz klar, warum ihr nicht sicher wusstet wo ihr sitzt ?
    Das entscheidet sich doch nicht spontan im Flugzeug, oder ?
    Und dazu, dass die anderen Passagiere nichts gesagt haben: auch hier finde ich deine Reaktion etwas überzogen.Wie du geschrieben hast, alle waren müde und k. o., ich würde mich in so einer Situation auch nicht mit dem Boardpersonal oder anderen Fluggäste anlegen, zumal ich die Hintergründe ja absolut nicht kenne.
    Ich finde es toll, dass du für das Wohl deiner Kind kämpfst, wie eine Löwenmama.
    Aber bitte versetzte dich auch in die Lage anderer.
    Nicht alle Entscheidungen, die andere treffen sind per se aus Kinder- oder Menschenhass.

    • Aber sicherlich reagieren solche Fluggäste ziemlich stur, soll heissen egoistisch. Wer nicht in der Lage ist, kurz entschlossen für das Wohl eines Kindes sich entgegenkommend zu verhalten,, ist dann eben so gestrickt. Das ist traurig, aber leider kein Einzelfall.

  14. HEY. Sorry, aber Kinder haben nichts auf Langstreckenflügen zu suchen, wenn es keinen dringenden Grund dafür gibt. Fahrt in Urlaub im eigenen Auto und fliegt nach Bali wenn die Kinder älter sind.
    Meine Meinung!

    • Ok. Ihre Meinung. Aber was soll uns das sagen. Gesetzt der Fall, es wäre noch nicht einmal legal, so sollte MA. dennoch in der Lage sein, einem Kleinkind zu Liebe, auf etwas zu verzichten.

  15. Wenn du deinen Kinden Langstreckenflüge zumutest, dann bitte auch mit allen Konsequenzen. Ich habe selber auch eine kleine Tochter und kann andere Kinder trotzdem nicht leiden und könnte regelmäßig in Flugzeugen kotzen, wenn ich wieder sehe, wie ein Kind leiden muss, nur weil sich die Eltern etwas beweisen müssen, wie zum Beispiel, dass sie genauso jung und cool sind, wie zu kinderlosen Zeiten. Ich würde meinen Platz auch nicht räumen, nur weil es jemand nicht geschafft hat, seinen Platz vorher online zu reservieren.

  16. Dont feed the trolls und so aber sorry jetzt kann ich nicht anders.
    Ganz gewiss gehöre ich auch zu den Menschen, die erstmal nach einer Entschuldigung für das blöde Verhalten der im Text beschriebenen Personen sucht (Berufskrankheit). Aber ich sehe auch, dass die Person, die den Artikeln verfasst hat, also die liebe Sarah, als erwachsene und mir (ich muss es an dieser Stelle sagen) mega sympathische Frau, wohl über ausreichend soziale Kompetenz verfügt um die Situation adäquat einzuschätzen. Und nicht zuletzt bedenke ich, dass Sarah hier eben ihre Einschätzung und ihr Gefühl dabei teilt, sie sagt damit nicht, dass wir das genauso sehen müssen oder uns ähnlich verhalten sollen. Noch weniger geht es hier um ein zur Diskussion gestelltes Verhalten sondern vielmehr um eine geteilte Erfahrung.
    Ach und apropos Erwachsen. Ob, wie, warum, weshalb Sarahs Kinder nun eine Fernreise machen oder nicht, bleibt Gott sei Dank ihren verantwortungsbewussten, liebenden und erwachsenen Eltern überlassen, die natütlich auch mega cool und hipp sind und sicher nur deshalb Fernreisen machen um später Berichte darüber zu schreiben und sich die Moralkeule einzufangen #ironieoff. Mal ganz abgesehen davon, dass wir natürlich alle gerne Kinder im Auto sitzen haben die nach 20min Autofahrt schon fragen wann wir da sind. Möglich, dass man sich dann plötzlich wünscht die Kinder etwas mehr ans Reisen gewöhnt zu haben. Nur so am Rande.

    Danke Sarah für deine tollen Berichte!

  17. Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: Mein Mann und ich flogen vor drei Jahren nach Mauritius – unsere Hochzeitsreise. Bei beiden Langstreckenflügen saßen wir in der ersten Reihe. Wir haben am Boden extra die erste Reihe verlangt. Warum? Mein Mann ist 1,98 groß. Er kann einfach nicht in einer normalen Reihe sitzen. Das geht sich bei den kleinen Abständen der Sitzreihen nicht aus. Er müsste die Beine die ganze Zeit auf den Gang strecken, doch dann kommen die Flugbegleiter mit ihren Wagen nicht durch. Außerdem wäre danach der Rücken kaputt.Also bekommen wir fast immer Plätze in der ersten Reihe oder beim Notausstieg. Ganz ehrlich: Hätte uns dann im Flugzeug jemand gebeten, die Plätze zu tauschen, dann hätten wir es nicht gemacht. Mein Mann, weil er es nicht kann. Und ich, weil ich nicht 7 Stunden irgendwo alleine sitzen möchte, ohne mich mit meinem Mann unterhalten zu können. Klar, es war eine blöde Situation für euch. Aber ein Platz in der ersten Reihe ist ein Privileg und ich verstehe es, wenn dann jemand nicht tauschen möchte. Denn nicht nur Mütter mit Babys haben Anspruch darauf. Auch besonders große Menschen, oder Menschen mit sonstigen Handicaps, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht sieht.
    Liebe Grüße, Christina

  18. Hallo,
    ich muss mich mal jetzt als vielreisende Mutter mit zwei Kindern äußern und zwar eher zu den Kommentatoren: ich finde es einfach unmöglich und typisch „deutsch“, dass der Tenor wieder dahin geht:
    „tja, SELBST schuld, wieso reist Du auch so lange mit kleinen Kindern“ “ SELBST schuld, dass Du davon ausgehst, die erste Reihe zu bekommen“ etc.pp.
    Die gewisse Kinderfeindlichkeit (die es in diesem Land auch eindeutig gibt) nervt mich immer wieder wahnsinnig. Wir waren gerade 1 Woche in Griechenland im Urlaub und die Freundlichkeit und entspannter Umgang, der einem entgegenschlägt mit 2 kleinen Kindern, ist enorm. In Restaurants, Supermärkten etc. Wenn die Kinder nach dem Essen herumlaufen, beschwerte sich kein Kellner, dass er ihnen mal ausweichen musste. Nein, sie wurden immer mit einem Lächeln bedacht, kurz über den Kopf gestreichelt. Kinder werden in ihren Eigenheiten akzeptiert und gehören einfach zum Leben dazu. Zum Alltag.

    So, dies ein kurzer Exkurs – zum Thema des Fliegens: ich kenne auch von Airberlin, dass die einem gern die erste Reihe geben mit Kindern (schon mehrfach erlebt, ohne Extra-Buchung).

    Ich finde auch, die Damen bzw. Herren aus der ersten Reihe hätten ja auch gern sagen können, warum sie auf ihre Sitze beharren (wie die Beispiele Körpergröße, Flugangst o.ä. genannt wurden). Dann hätte man ja auch sicher mehr Verständnis dafür gehabt. Und klar, hat jeder das Recht da egoistisch zu sein. Jedoch, finde ich, klingt da auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit durch bei dem Verhalten und DAS regt einen auf. so nach dem Motto „ist mir doch egal, wo Du bleibst, kommt mit dem brüllenden Kind klar“

    LG, Julia

    • Warum muss ich mich rechtfertigen? Ich habe mehr bezahlt um bequimer zu sitzen. Manche Eltern wollen es nicht verstehen, die Welt dreht sich nicht um Ihre Kinder. Die Dame hätte einfach für so einen Sitz bezahlen können, dann hätte sie diesen mit Sicherheit bekommen. Und ich bin auch Mutter, aber ich nehme Rücksicht auf meine Mitmenschen und kein Mensch schuldet mir etwas, nur weil ich Kinder habe

  19. Leider habe ich es auch während meiner Schwangerschaft bereits am eigenen Leib erlebt wie egoistisch die Gesellschaft geworden ist. Im absolut überfüllten Zug, hoch schwanger bietet dir keiner einen Sitz an. Noch nicht mal die Studenten oder Geschäftsleute die auf den extra für Schwangere ausgewiesenen Sitze sitzen. Und jetzt sagt nicht „selbst schuld, was musst du auch schwanger werden.“ Das ist nämlich hier leider aus den Beiträgen einiger raus zu lesen.

    Mit Kind hast du trotz ausgewiesener Mutter-Kind-Parkplätze auch anscheinend kein Recht dort zu parken, da Rentner oder Paketdienste meinen auch dort parken zu müssen. Also muss man sich auf den normalen Parkplätzen zu parken lassen so dass man den Maxi Cosi am Ende durch den Kofferraum auf die Station hiefen muss
    Was gehe ich auch mit Kind einkaufen….weis garnicht was ich mir dabei denke!!!! *Ironie aus*

    Dies nur ein paar Eindrücke der Gesellschaft in der wir leben. Hier sieht leider jeder nur noch sich selbst. Ein Wandel den ich höchst bedenklich und traurig finde!

    Bei unserem bevorstehenden Langstrecken Flug nach Cuba bin ich nun gespannt wie es für uns laufen wird. Klar ist, Stinkstiefel wird es auch hier geben denen es nicht passt, dass man mit Kind reist.

  20. Wir waren letztes Jahr mit unserer damals sechs Monate alten Tochter in Singapur, Neuseeland und Bangkok unterwegs und hatten das Glück, immer mit Babyschale in der ersten Reihe zu sitzen. Gebucht hatten wir das so rund drei, vier Monate vorher. Ich hab das allerdings immer als nette Geste der Fluggesellschaft gesehen und nicht als ein Recht, auf das ich hätte pochen können oder auf das ich bei anderweitiger Sitzplatzzuweisung hätte bestehen können. Deine Frustration kann ich durchaus nachvollziehen (mit Kindern zu fliegen ist stressig, keine Frage und die Airline hat sich hier sicher nicht gerade mit Ruhm bekleckert), dass jemand seinen zugewiesenen Platz nicht unbedingt aufgeben will, allerdings auch. Diese Leute haben ihren Flug schließlich auch teuer bezahlt und ihre Sitzplätze reserviert. Sie pauschal als ‚Sozialversager‘ zu beschimpfen und als kinderfeindlich abzustempeln halte ich für komplett überzogen.

  21. Hallo.
    Also z.T. Fluggesellschaft und Langstrecke kann ich Thay Airways nur empfehlen. Wir waren im September auf Bali und sind über Bangkok geflogen. Beim Hinflug war der Flieger fast leer und so hatten wir eine 4er Reihe für uns. Das freundliche Personal am Flughafen meinte da wird auch keiner hingesetzt. Beim fast vollen Weiterflug ach Bali wurden wir im Flieger in eine 3er Reihe gesetzt. Beim Rückflug das gleiche. Es kommt aber auch auf die Gesellschaften an. Die Asiatischen sind da eher Kinderfreundlicher.

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