Es ist Mai. Bei uns im Norden ist das Wetter zwar gerade wie im Herbst, oder wenn man es gut meinen will, wie im April, aber es ist Mai. Wonnemonat. Da ich mich im Mai im Normalfall auch wonnig fühlen möchte und das heißt Sonne, ist dies ein beliebter Reisemonat von uns. Neben September. Mit ein Grund auch die Preise: Es ist in diesen Monaten nämlich meist günstiger.

Vor zwei Jahren haben wir uns für unseren Maiurlaub für die Toskana entschieden. Es war auch der erste richtige Urlaub für unsere damals sechs Monate alte Tochter. Für uns das ideale Reiseziel, da kurzer Flug für die Lütte und nicht zu heiß. Für uns tolle Landschaften, beeindruckende Städte und (und das war ein nicht kleiner Grund) la dolce vita genießen. Denn das können die Italiener: Essen, Wein, relaxtes Leben. Gerade das, was man nach den ersten Monaten mit Kind so gebrauchen kann – oder wenn man einfach mal aus dem Büroalltag fliehen will. Apropos Flug: günstig geflogen sind wir nach Florenz mit Air Berlin. Die Kleinen zahlen bis 2 Jahre ja im Grunde nichts und man kann so ungefähr alles mitnehmen.

Zum Mitnehmen nach Italien für die ganz Kleinen – Reisende ohne Kind dürfen diesen Absatz gern überspringen:

  • Kinderwagen und Trage (gerade letztere für Städtetripps). Auf das Bett haben wir verzichtet, hatte unser Vermieter. Hätten wir aber ohnehin nicht gebraucht, da unsere Tochter wohl jede Nacht in der Babyschale des Kinderwagens geschlafen hat. Nachdem Vattern sie des Abends eine halbe bis dreiviertel Stunde die Straße hoch und runter geschoben hatte….
  • Wir haben noch Windeln & Feuchttücher (Italiener verwenden nämlich gern parfümierte Produkte),
  • Milchbrei für abends (unsere Tochter hat damit angefangen, da sie Möhre anfangs direkt ausgekotzt hat, aber dies ein anderes Thema) und
  • Milchpulver mitgenommen. Letzteres, da sie zu diesem Zeitpunkt zwar noch fast voll gestillt wurde, ich aber jedem zur Verkostung des ein oder anderen italienischen Weins raten würde.
  • Aus diesem Grund auch eine kleine Milchpumpe, da das Zeug leider morgens auch wieder irgendwie den Körper verlassen muss. Aber ich habe das gern in Kauf genommen.

Zum Übernachten kann ich jedem nur Poderi in Chianti empfehlen.

Toskana Home

Zu Gast bei Susanna und Giorgio in einem Landhaus aus dem 16. Jahrhundert kann man sich meiner Meinung nach nur wohlfühlen! Sie vermieten verschieden große Wohnungen, welche alle super toll aussehen. Susanna hat da wirklich Geschmack. Ich finde es ja ganz wichtig, dass auch im Urlaub die Einrichtung stimmt und das ist bei Susanna definitiv der Fall. Falls die beiden nichts frei haben, gibt es auch nebenan noch ein Haus, welches auch verschiedene Wohnungen hat. Die kenne ich zwar nicht, aber da die Location – in der Nähe von Florenz und mit Blick auf ein herrliches Weintal – einfach so genial ist, will ich euch das als Alternative nennen.

Toskana Weintal

Man kann auch gut und gern mal den Tag einfach am Pool abhängen. Aber zurück zu Susanna und Giorgio. Neben den tollen Wohnungen haben sie einen herrlichen Garten und bieten ihren Gästen auch an für sie oder mit ihnen italienisch zu kochen. Ein Event und so stolpert es sich nach einigen Gläsern Vino auch auf direktem Wege ins Bett. Die beiden sind zudem mehr als kinderfreundlich. Ich würde sagen sogar kinderverrückt. Während unseres Aufenthalts hatten sie sogar einen Baum gepflanzt und nach unserer Tochter benannt.

Apropos Verpflegung: Wir haben versucht, nicht nur wegen des Babys, abends oft zu Hause zu Essen und dafür mittags bei unseren Ausflügen essen zu gehen. Bei den Italienern verhält es sich wie bei den Franzosen: ein Mittagsmenü ist bezahlbar. Abends ist das dann schon was anderes… Vor allem weil bei den Italienern das Menü dann auch aus drei Gängen bestehen sollte. Also: Mittags schön einkehren und in jedem Fall nach jedem Essen einen schönen Espresso oder Cappuccino genießen. Ich verzichte hier mal auf Restauranttipps. Da sind andere besser und ich bin der Meinung, es ist schwer in der Toskana schlecht zu essen. Was besonders schön für Eltern ist: man kann trotz Kind mal in Ruhe zu zweit essen gehen. Der Italiener an sich reißt sich nämlich um die Kinderbetreuung und da macht auch der männliche Kellner keine Ausnahme. Etwas gewöhnungsbedürftig für den Deutschen: man muss aufpassen, dass der Koch das Kind auf dem Arm nicht gleich in die Küche entführt, und man sollte sich nach dem Essen etwas Zeit nehmen Bilder von Kindern und Enkeln des Restaurantpersonals anzusehen. Aber ich denke, das ist ein gern zu bezahlender Preis für ein Essen zu zweit.

Zum Thema Kochen: Für jeden, der dazu ein bisschen Lust hat, ist die Toskana Heaven. Superviel frisches Gemüse, direkt aus der Region, frische Pasta, Frischetheken mit Oliven, Antipasti und allem Zip und Zap und nicht zu vergessen: Tiramisu!!! Auch bei den Weinen kann man nichts falsch machen. Hier ist der Italiener aber auch gern behilflich und damit meine ich jeden, der sich in der Weinabteilung so rumtreibt.

Tagesausflüge haben wir nach Florenz, Siena und Volterra gemacht. Kleinere dann nach Greve, Radda, Gaiole, Monteriggioni oder Castello di Brolio. Alles in der Nähe. Übrigens überall wo es geht unbedingt ein Eis essen – es gibt nichts Besseres! Den MaxiCosi für den Mietwagen haben wir übrigens selbst mitgebracht. Hier nehmen die Vermieter meist ordentlich Gebühr und somit lohnt es sich den eigenen mitzunehmen.

Toskana Florenz

Insgesamt würde ich sofort wieder in die Toskana fahren und kann es jedem nur wärmstens empfehlen. Zwar war es bei uns im Mai nicht knallheiß, aber die Nebensaison ist gerade für Reiseende mit Kindern ideal, da es nicht so voll ist. Und Kinder sind wirklich mehr als Willkommen!