Die meisten Verbrechen und Mutationen auf dem Spielplatz gehen mit einem sehr sensiblen Thema einher: dem Sandspielzeug!
Die meisten haben es dabei. Die Schlauen lassen es mittlerweile wohl ganz zu Hause. Da macht man eine gewisse Entwicklung durch. Ist man zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes noch voll motiviert das Kind in eine öffentliche Sandkiste zu setzen, weiß man spätestens ein halbes Jahr später, dass dies Nahkampf bedeutet.

Bei der Sandkastenerstaustattung verhält es sich meist wie bei der Babyerstausstattung: es wird sehr hochwertig eingekauft. Zumeist von der Marke Spielgut. Man will sich ja auch nicht lumpen lassen, nur das Beste für sein Kind und die anderen sollen Bitteschön auch sehen, dass der Nachwuchs es einem wert ist.
Es folgt eine Entwicklung, ähnlich der, der Erstausstattung. Was Kleidung angeht kann man nämlich zumeist beobachten, dass Kinder im Kindergartenaltern nicht mehr nur im feinsten Zwirn unterwegs sind. Das hat auch seinen Grund: Kita heißt meist, die Sachen sind mega dreckig, kaputt oder ganz weg. Das wäre ärgerlich um die teuersten Sachen. Und ganz weg, da sind wir wieder beim Thema Sandspielzeug.

Dieses verschwindet nämlich auf Spielplätzen auf unerklärliche Weise. Sandmonster sind unstillbare Wesen, welche am liebsten Schippen, gefolgt von Förmchen, dann Lastern und zu guter letzt Eimern, fressen. Ich weiß nicht wie viele dieser Dinge von uns schon den Sandmonstern zum Opfer fielen, aber es sind einige. Oder sind es etwa doch die andern Kinder oder Mütter, die sich diese versehentlich aneignen. Letzteres kann EIGENTLICH nicht sein. So sind zumindest innerstädttisch alle Sandspielzeuge mit dem Namen des Besitzers gekennzeichnet. Ja, kein Witz. Auch so etwas was man sich aneignet. Ähnlich wie das Codieren des Fahrrads von der Polizei, codiert man nach einigen Verlusten sein Sandspielzeug. Aber auch das hält die Kriminellen nicht ab. Da muss man dann schon selbst aktiv werden. Und was dieser tägliche Kampf aus Menschen macht, durfte ich kürzlich wieder beobachten:
Eine Mutter versuchte doch ernsthaft unseren beiden 2,5 jährigen Mädchen zu erklären, dass dies IHR Sandspielzeug sei und wenn sie überhaupt damit spielen dürfen, dann nur neben ihr. Das Sandspielzeug verschwindet NICHT außerhalb ihrer Reitweite. Aha. Versuche meine Tochter aus dieser hochexplosiven Umgebung fernzuhalten scheiterten natürlich. Verbote machen das Ganze ja immer noch spannender. Und so taten die Mädels was auch sonst ihre Art ist: wie die Elstern alles Spielzeug um sie herum zusammen horten. Ja, da hatten sie aber nicht mit der Mutter gerechnet „Ist das Ihrs? Nein?“ und zack, war alles wieder sicher bei ihr. Zu ihrer Verteidigung dachte ich noch sie will ihr Eigentum sicher wieder nach Hause bringen, aber nein, es musste nur wieder in ihren Zugriffsbereich. Den Spielplatz hat sie erst viel später verlassen.

Wir vertrauen mittlerweile auf die LSD Schippe – in ihrem Design ein recht unbeliebtes Diebesobjekt (zumindest für Mütter) und den Buket. An diesem hängen für mich zwar unheimlich viel Erinnerungen – so ist er doch original von der Fullmoonparty in Thailand und hat neben Sand schon ganz anderen harten Stuff transportiert – allerdings ist auch dieser eher unbeliebt. Ansonsten haben wir billiges Spielzeug, welches ich gerne der Allgemeinheit zur Verfügung stelle und sich auch gern mal ein anders Herz dran erfreuen darf.