Letzte Woche hatte Vicky ja begonnen euch von ihrer Zeit in New York zu berichten. Heute gehts weiter und ich sag euch: ich könnte gleich nen Flug buchen

Ich hatte mir vor der Abreise ausgemalt, dass ich wahrscheinlich nicht besonders viel von der Stadt sehen, sondern die meiste Zeit auf einem Spielplatz um die Ecke unserer Wohnung sitzen würde, wenn es denn in Manhattan überhaupt sowas wie Spielplätze gab… In den ersten Tagen habe ich aber ganz schnellt festgestellt, dass das Gegenteil der Fall war. New York verfügt über endlos viele große und kleine Parks (das war mir vorher noch nie so aufgefallen), die alle mit mindestens einem Spielplatz ausgestattet sind. Und diese Spielplätze sind nicht so, wie ich sie aus meiner Heimatstadt München kenne, sondern einfach sensationell: Alle haben Wasserprinkler, endlos viele Schaukeln in allen Erscheinungsformen (für Babys, für Toddler, für Liegeschaukler, für Bauchschaukler etc.),IMG_7922-1
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gibt immer nach Alter unterschiedene Sektionen, was einen Ausflug auf den Spielplatz ziemlich entspannt macht, schier unendliche Brücken-Haus-Rutschen-Konstruktionen sowie Trinkwasserbrunnen und – Safety first – schaumstoffartige Böden, aber mal ehrlich, mit einem Baby, das gerade anfängt zu laufen und dauernd hinplumpst, ist das super! Ein wenig gewöhnen musste ich mich jedoch daran, dass ich stets eine der wenigen Mütter auf dem Spielplatz war, da die meisten Kinder mit ihren Nannys unterwegs sind. Auch die Regeln für die Kinder erschienen mir ein wenig strenger, so ist es nicht üblich, dass man mit den Sandelsachen der anderen Kinder spielen darf, barfuß durch die Gegend rennt oder die Kinder ihre Konflikte weitestgehend selbst lösen lässt.

Wie auch immer, unser neuer Tagesrhythmus kristallisierte sich schnell heraus. Als erstes bei Wholefoods Obst und Snacks besorgen, dann ab auf den Spielplatz. Danach kam meine Zeit, da die Kinder nach spätestens zwei Stunden hundemüde im Kinderwagen eingeschlafen sind, konnte ich durch die Stadt bummeln, Shopping machen und selbst in einem der endlos vielen und endlos tollen Lokale etwas essen, bis wir an irgendeinem anderen Spielplatz der Stadt wieder rauskamen, wieder bis zur Erschöpfung spielten, um danach wieder einen Kinderwagenbummel einzulegen.

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Auf diese Weise hab ich wirklich richtig viel gemacht und gesehen. Ich bin auch ohne Rücksicht auf Verluste mit der UBahn gefahren, obwohl die New Yorker Metro alles andere als kinderwagengerecht ist. Zwar kann man sich auf Wikipedia eine Liste mit allen Stationen, die behindertengerecht sind, ausdrucken, jedoch erwiesen sich die Amerikaner einmal mehr als ungeheuer hilfsbereit. Immer standen mindestens zwei Männer da, die mir sofort ihre Hilfe anboten, Kinderwagen, Tüten oder die Kinder selbst die schier endlosen Treppenstufen nach oben oder nach unten zu tragen. Stets werden einem auch in den Geschäften und Restaurants die Türen aufgehalten, immer bekommen die Kinder als erstes ein Getränk mit Strohhalm, Stifte zum Malen und vor den Erwachsenen ein kindgerechtes Essen. Erst dort fiel mir auf, wieviel selbstverständlicher Kinder im amerikanischen Alltag sind, als es hier in Deutschland der Fall ist.

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Und auch ich wurde mit der Zeit immer lockerer und habe meine deutschen Tugenden über Bord geworfen. Sollten die Kinder doch am späten Nachmittag einen zweiten Mittagsschlaf machen, dann haben wir Eltern einfach die Zeit genutzt und sind währenddessen zum Essen gegangen, um anschließend bis zum Einbruch der Dunkelheit und darüber hinaus mit den Kindern die Piers am Hudson entlangzulaufen, Galerien in Chelsea anzuschauen oder durchs East Village zu bummeln. NYC1Ich hatte mich bis dato daran gewöhnt, dass das Leben mit kleinen Kindern bedeutet, ab 18.00 zu Hause zu sein, wie gut tat es mir, mal wieder draußen zu sein, das Leben mitzubekommen und festzustellen, dass sich die Welt auch ohne meine Prinzipientreue weiterdreht.

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Die Wochenenden haben wir meist für größere Ausflüge genutzt, unter anderem für eine Fahrt in die Hamptons, schlussendlich wars zwar schön, die vier Stunden, die wir im Stop’n’go-Verkehr allerdings aus der Stadt herausgebraucht haben, haben unsere und die Nerven der Kinder auf eine harte Probe gestellt. Meist sind wir nach Brooklyn gefahren, um all die neuen hippen Viertel zu erkunden. Ich würde allerdings jedem, der wie wir nur ein paar Wochen dort ist, empfehlen in Manhattan zu wohnen, da man einfach nur vor die Tür muss, um mittendrin zu sein.

Natürlich konnte ich angesichts der begrenzten Zeit meinen Kindern Dinge erlauben, die sonst nicht unbedingt drin, in New York aber gang und gäbe sind, zB. Ipad-Schauen auf dem Buggy-Board (erschien mir unglaublich degeneriert, aber praktisch wars schon, wenn man in der Ubahn umsteigen und sichergehen muss, dass das Kind nicht abhaut ;)).

Tja, so gingen unsere Tage ziemlich schnell dahin, wenngleich ich das Gefühl hatte, unglaublich viel erlebt zu haben, als wir nach vier Wochen wieder zurück in die Heimat flogen. Ich als Mama habe ungemein an Selbstvertrauen gewonnen, weil ich das so gut geschafft habe mit den zwei Kleinen in der großen Stadt und mich in jede Unternehmung einfach mutig reingestürzt habe. Für uns als Familie schließlich bleibt es eine tolle Erinnerung, die uns sicher noch lange Zeit begleitet. 

Ich kann New York daher als Reiseziel für Familien absolut empfehlen, man kann einen solchen Urlaub total kindgerecht gestalten, ganz zu schweigen von den tollen Attraktionen, die die Stadt älteren Kindern bietet.

Tipps für eine Reise nach New York:

  • Als Reisezeit empfiehlt sich auf jeden Fall das Sommerhalbjahr, wir waren im Juli dort (der allerdings mitunter sehr heiß und feucht sein kann)
  • Nach Möglichkeit einen Non-Stopp-Flug buchen, sieben bis acht Stunden Flugzeit sind in jedem Fall machbar
  • Bei der Wohnungssuche (zb. Über AirB’nB) darauf achten, dass Kinderbetten, Spielsachen und entsprechende Küchenutensilien vorhanden sind
  • Unbedingt mitnehmen würde ich möglichst leichte und leicht zusammenfaltbare Buggys sowie Babytragen für die Kleineren, da sie das Vorwärtskommen mit UBahn, Bus und auch Taxi sehr vereinfachen
  • Wir haben natürlich viel zu viel Kleidung mitgeschleppt. Wer wie wir in den sehr heißen Monaten Juli und August reist, kann getrost auf die Lederjacke und die Kinder-Outdoor-Kleidung verzichten 😉
  • Unbedingt Badekleidung für jeden Spielplatzbesuch mitnehmen, da überall Wassersprinkler vorhanden sind
  • Breigläschen sind in den USA nicht so verbreitet, dafür findet man Quetschtüten in allen Geschmacksrichtungen
  • Bei Babykost, insbesondere Keksen und kleinen Snacks aufpassen, vieles ist mitunter sehr stark gezuckert!