Mutti fährt nen Wagen Probe. Kinderwagen versteht sich. Es handelt sich um den Recaro Citylife. Hand aufs Herz: Recaro sagte mir erstmal nicht wirklich was. Ganz anders dem Mann. Mag daran liegen, dass Recaro mit Sitzen aus Auto, Flugzeug und Rennsport bekannt ist. Auch die Autositze für Kinder überzeugen wohl schon seit längerem.

Design:IMG_8468

Ich war also ziemlich gespannt auf den Kinderwagen, der da kommen sollte und siehe da:
mich hatten sie direkt mit dem Design. Sorry, aber ja, Design oder platt gesagt Aussehen ist bei mir schon mit auf den vorderen Plätzen in puncto Kaufentscheidung. Da kann etwas noch sooooo funktional sein. Wenn’s nicht aussieht, nein danke. Mag sein, dass ich mich da extrem von Männer unterscheide. Ist aber so. Den Citylife fand ich auf den Bildern spitze. Schön schlicht, sportlich und in anständigen Farben. Ich habe mich für die Version „das kleine Schwarze“ entschieden. Kennt man ja schon seit Coco Chanel: passt zu allem.

Features:

Dann kam er an. Übersichtlich. Zwei Pakete. Eins mit dem Unterteil und dem Buggy Aufsatz und eins mit der Wanne. Im Normalfall lasse ich sowas immer so lange stehen, bis der Mann die Muße hat das aufzubauen. Bin nämlich nicht der Typ, der gerne Gebrauchsanweisungen studiert. War in diesem Fall aber gar nicht nötig. Unterteil aufklappen, Buggyaufsatz bzw. Babywanne darauf und dann los. Lütti, unsere 2,5-Jährige, übernahm die Jungfernfahrt. Das ließ sie sich auch nicht ausreden.

Babywanne

Sehr viel mehr nutzen wir den Wagen allerdings als Kinderwagen für unser Baby. Ist jetzt nicht so als hätten wir vorher keinen guten Kinderwagen gehabt. Ich würde sogar sagen einen sehr guten. Allerdings hat für mich der Recaro gerade einen ganz, ganz großen Mama-Pluspunkt, das schlichte Design hat den Tragegriff der Babyschale oben am Verdeck und nicht wie viele andere Modelle über der Babyschale und damit genau zwischen Kind und Mama. Das heißt für uns, mein Sohn und ich haben uns so die ganze Zeit im Auge, und mit seinen 11 Wochen heißt das gerade: er lacht mich ununterbrochen an. Das macht sehr, sehr glücklich.IMG_8206
Aber auch wenn bei Mama in solchen Momenten die Endorphine überkochen, das ist ja hier ein Test und da bleibt noch zu sagen: die Babyschale ist nicht riesig. Hier überwiegt für mich allerdings der Platzaspekt, aber dazu später mehr. Hinten an der Babyschale gibt es ein Sichtfenster mit Magnetverschluss.
Schön für das Baby für Licht, Luft und Blick und auch für die Mama, wenn sie mal eben sicher gehen will, ob ihr Baby schläft (Da wir vorn immer ein Tuch vorhängen wenn Baby CJ schlafen soll, ist das für uns ideal.) Ansonsten wäre zu sagen, dass wenn man den Windschutz (am Ende der Babywannenabdeckung) noch zusätzlich befestigen könnte, dies einen zusätzlichen Pluspunkt von der besorgte Mutti geben würde. 

Stauraum

Dann gibt’s zwei weitere Dinge, die mich den Wagen gerade sehr gern benutzen lassen. Die supersimple Trittbremse und der KORB. Dies nämlich ein Punkt, welcher neben Design für mich extrem wichtig ist für die Kaufentscheidung. Seitdem ich Kinder habe, mache ich die meisten Einkäufe mit dem Kinderwagen. Teilweise nehme ich CJ sogar in die Trage um den Kinderwagen als Hackenporsche ähnlichen Einkaufswagen zu nutzen. Aber auch mit Baby in der Trage ist es extrem ätzend halb auf dem Boden rumkriechen zu müssen, um an die untere Tasche ran zukommen. Hier hat mich der Recaro Citylife wirklich überzeugt. Sehr große, leicht zugängliche Einkaufstasche oder Korb. Hier habe ich sogar den gesamten Budni (andernorts „dm“) -Urlaubseinkauf für zwei Erwachsene und zwei Kinder reinbekommen. Und das heißt 4 Packungen Windeln, Großpackung Feuchttücher, Unmengen Quetschis & Fruchtriegel, Hipp Menüs und ein bisschen was für die Erwachsenen wie Deo, Rasierschaum, Duschgel. Wir Eltern reisen ja im Gegensatz zu den Kids meist mit leichtem Gepäck.

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Handling

Unser Urlaub aber auch der nächste Punkt. Eigentlich wollten wir unseren alten Kinderwagen mitnehmen. Allerdings hat uns der Platz im Auto die Entscheidung leicht gemacht: der Citylife musste mit. Jetzt könnte ich mit Gewicht, Maßen und so weiter kommen. Interessiert mich aber meist nicht. Was mich interessiert ist, dass wir sowohl eine Tasche mehr in den Kofferraum gekriegt haben (und damit meine ich Reisetasche) als auch die Sicht nach hinten frei war (war es sonst nicht und das führt bei uns schnell zu ehelichen Diskussionen der Sicherheitsfrage).

Nächster Punkt für den Urlaub mit Kinderwagen ist für uns die Beschaffenheit der Kinderwagenmatratze. Wir fahren zwar familienfreundlich Kombi, allerdings einen Peugeot 206 Kombi. Wer den Wagen nicht kennt: in der 90ern war der Peugeot 106 der typische Zweitwagen, gerne für Frau Lehrerin. Der 206 ist eine Klasse größer, aber auch als Kombi bleibt er ein Kleinwagen. Leider ist er auch unser Erst- und Zweitwagen, reicht in der Stadt auch. Platz für Sack und Pack für 4 Personen ist allerdings begrenzt, also muss dass Baby im Urlaub auch mit der Babyschale als Schlafplatz für Nachts auskommen. Also wurde die Matratze einem kritischen Test unterzogen. Ich fand sie ehrlich gesagt erst ein wenig zu hart. Bei näherem Betrachten fällt aber auf, dass sie wohl ähnlich funktioniert wie eine Memoryschaummatratze. Also Test bestanden und Baby CJ schlief wirklich sehr gut drin. Heißt: durch. Dies aber jetzt keine Garantie für andere Eltern, die gern ein durchschlafendes Kind hätten…

Räder 

IMG_0212Sowohl an den vorderen, wie an den hinteren Rädern gibt es eine Federung. Die finde ich in Ordnung, würde hier aber kein Sehr Gut verteilen. Das fällt in der Stadt kaum auf, nur auf Schotterpisten in Dänemark. Also würde ich die Federung als alltagstauglich beschreiben. Der Wagen ist strandgeeignet, da man die Räder vorne feststellen kann und somit das Schieben durchaus erleichtert wird. Im Normalfall nutze ich die Schwenkräder und das funktioniert auch. 360 Grad mit Kaffee in der Hand getestet, ging. (Ein Hinweis an die besorgte Super-Mum: Kaffee war natürlich schon kalt. Gibt’s Mütter die noch heißen Kaffee trinken? Glückwunsch)
Wenn man allerdings den Wagen unten voll mit Einkäufen hat und ein Handy in der Hand wird das mit dem einhändigen Schieben schon ein Balanceakt. Übrigens hat bei dem Strandspaziergang auch mein Mann davon geschwärmt wie toll es ist die ganze Zeit mit dem Baby in Blickkontakt zu sein. Endorphine durch Babylächeln also wohl doch eine wichtige Kaufentscheidung.

Fazit

Der Recaro hat mich in Puncto

  • Größe (sowohl im Gebrauch, als auch zusammengeklappt)
  • Beschaffenheit (riesiger Korb, supersimples Zusammenklappen)
  • Design (schlicht und funktional)

überzeugt.

Die Federung ist jetzt vielleicht nicht die S-Klasse auf dem Markt – muss es aber auch nicht sein. Preislich findet sich der Wagen im Mittelfeld und ich bin der Meinung: mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Toll finde ich auch, dass man Zubehör wie den Becherhalter und Regenschutz nicht teuer dazu kaufen muss, sondern alles dabei ist und man den Wagen auch mit der Babyschale fürs Auto kombinieren kann.

Weitere Informationen findet ihr unter http://www.recaro-cs.com/

(In Kooperation mit Recaro)