Kürzlich haben wir einen Ausflug gemacht. Lütti, Baby CJ und meine Wenigkeit ins Schwimmbad. Verabredet waren wir mit einer zweiten Mutter und ihren zwei Kids im ähnlichen Alter. Ich weiß nicht ganz warum, aber das Babybecken erreicht man nur wenn man in der Lage ist, die aufgestellten Hindernisse in Form von Treppe und Duschbecken zu überwinden. Vielleicht frei nach dem Motto der natürlichen Selektion oder so was. Scheint mir zumindest eine einleuchtende Erklärung, da das Becken wirklich überlaufen ist.

Hier erster Fail: wir beiden Muttis versuchen geschickt den zweiten Kinderwagen mit je einem Baby auf dem Arm die Treppen herunter zu balancieren – kurz: gelingt uns nicht. Kinderwagen stürzt, gesamter Drogerieeinkauf für eine vierköpfige Familien plus Putzfrauen Grundausstattung ergießt sich bis zum Rand des Babybeckens. Wir machen also gleich einen ganz Profi-Mutti mäßigen Eindruck und werden genau mit diesen Blicken von den umliegenden Hyänen bedacht. Das mal eine ihren Popo hochhebt um zu helfen: Fehlanzeige.

Wir behalten unsere Performance bei und ersetzen Profi-Muttis durch Chaos-Mums. Ich denke ungefähr so ein Eindruck ist entstanden, als wir versucht haben unsere beiden -„Ich will JETZT Melone“ „NEIN, ich will das jetzt GAR nicht“ „nein, keine Pampas Mama, UNTERHOSE“ „Wieder in Wasser, JETZT wieder in Wasser“ „Wo ist das Rosinenbrötchen“ gefolgt vom Ausschütten der ganzen Tasche – Kleinkinder trocken zu legen und dabei je einen auf Grund von Hunger schreienden Säugling auf dem Arm zu bändigen. Wäre dies nicht bereits genug Herausforderung, stand die von uns gesicherte Bank mittlerweile in der prallen Mittagssonne. Selbst ist die Frau, haben wir uns dieses Schwergewicht geschnappt, Babys unter gellendem Protestgeschrei in den Kinderwagen zwischen geparkt. Auch hier keine Anstalten von allen umliegenden Personen hier vielleicht mal kurz mit anzupacken. Nö. Ganz im Gegenteil. Ich hatte mich erdreistest eine Bank im Schatten zum Stillen vom wenige Wochen alten Säugling zu nutzen, da auch unsere umgeparkte schnell wieder in der prahlen Sonne stand. Nicht mit den Godzilla Muttis. Sofortiger Bankverweis, nicht ohne die Grundsatzkeule rauszuholen.

Das wäre eigentlich der richtige Zeitpunkt zum Gehen gewesen – im Nachhinein betrachtet. Dummerweise bin ich aber noch geblieben. Schutzlos der Meute ausgeliefert, nachdem meine Freundin mit den Kids das Schwimmbad schon verlassen hatte. Und jetzt stell ich hier mal die Frage: schon mal probiert bei gut 30 Grad mit schreiendem Baby vorne in der Trage eine 2,5 Jährige aus dem Becken rauszukriegen? Nicht? Kann ich auch nicht zur Nachahmung empfehlen.

Ich habe drei Anläufe gebraucht. Zwischen dem Zweiten und Dritten stand noch ein Sprint zur Pommesbude an um ne Zwiebel zu organisieren (jetzt habe ich ja immer Globuli dabei). Mann mit drei Kids hatte ohne hin schon von den ganzen Hyänen mitleidige Blicke bekommen. Alle so in die Richtung „oh Gott, wo ist den die Mutter?“ „wie kann die den nur mit den Kindern allein losziehen lassen?“ oder „DER , GANZ ALLEIN mit den Kindern“ „wenn das mal gutgeht“ und keine erhobt mal den Popo als der mittlere Bub von einer Wespe gestochen wurde. Da musste dann schon Chaos Mum allein mit Baby und Kleinkind ran. Was sich jetzt anhört wie ne Lohpudelei auf meine Wenigkeit, habe ich ehrlich gesagt nur getan, weil sich auch auf den zweiten und dritten Blick keine der drum herum sitzenden Pissnelken auch nur bewegte. Obgleich im Normalfall im Rudel unterwegs, also ein leichtes die Aufsicht auf die eigenen Brut mal abzugeben, hat keine ihren Popo hochgekriegt. Nebenbei bemerkt, war der Vater von drei Kinder ein durchaus ansehnliches Exemplar und im Schwimmbad sieht man ja meist mehr als nur das Gesicht – das war aber auch hübsch. Ich schweife ab.

Mission Kinder nach Hause bringen. Ich also die letzte Waffe gezogen „Wir gehen jetzt nach Hause und wenn du nicht mitkommst, dann geh ich ohne dich“ Lütti steigt wütend aus dem Becken und schmeißt sich heulend auf den Boden. Auf dem Land sind meine Streitkräfte ja schon besser als im Wasser und in der Luft. Allerdings mit Baby in der Trage der sich auf dem Boden windenden Lütten Badehose aus und Unterhose an zu ziehen, steht bei mir am Rande des unmöglichen. Was ich erntete von den umliegenden Müttern, welche sicherlich aus eigener Erfahrung wissen WIE beschießen die Situation gerade ist, sind Blicke wie „na die ist mit zwei Kindern aber auch sichtlich überfordert“ „Na das hätte sie sich aber auch ein bisschen früher überlegen sollen“ „Die kriegts ja aber auch gar nicht hin“ . Getoppt wurde das Ganze noch, als sich Lütti zum zweiten Mal heulend auf den Boden warf, als ich mich erdreistete für den Rückweg das Wasser aus ihrer Gießkanne zu schütten. Kein Verständnis für meine durchaus einleuchtende Handlung, sondern mitleidige Blicke mit Lütti. Frei nach dem Motto „die arme Kleine“ „diese schreckliche Mutter“ „muss dass denn sein“ „die ist aber auch ne Schräppe“

So, und jetzt mal an alle Profi-Muttis am Babybecken: ihr seid alle selbstverliebte Pissnelken!