Papa trägt viel und ganz unterschiedliche Dinge. Das beginnt schon in der Schwangerschaft, obgleich man hier vielleicht eher sagen kann Papa erträgt und zwar seine schwangere Frau. Das Baby, das trägt ja seine Frau im Bauch. Irgendwie sind die Rollen auch doch eindeutig verteilt. Die Frau das Baby und Papa in den ersten Monaten die Verantwortung. Ohne in irgendwelche Rollenklischees zu rutschen, ist es doch zumeist so, dass die wirtschaftliche Verantwortung für die junge Familie in den ersten Monaten beim Vater liegt. Und das kann, glaube ich, doch eine ganz schön schwere Last sein. Auch wenn Mann das natürlich nicht zeigen darf. Genauso wenig wie Mann lange Zeit nicht zeigen durfte, dass er auch mal das Baby trägt. In einer Trage. Der Mann der Jäger und Sammler, die Frau die, die den Nachwuchs trägt.

Seit diesem Bild hat sich einiges getan. Zumindest in einigen Ecken des Landes. Wir für unseren Teil können sogar sagen, dass es hier bei uns fast zum coolen Straßenbild gehört: tragende Väter. Warum ist das eigentlich so? Was macht das Tragen für den Vater aus? Ich dachte mir, an dieser Stelle macht es Sinn, unser Exemplar hier mal zu befragen. Der trägt nämlich schon länger. Genau genommen drei Jahre. Und dies keineswegs, weil ich es wollte, sondern weil er sich bei unsererem ersten Kind oft diese exklusive Vater-Tochter-Zeit gewünscht hat. So sind die beiden abends nach der Arbeit ganz oft mal nochmal um den Block gezogen. Im übrigen gern mir der St. Pauli Fan-Mütze für unsere Tochter, welche auch nur bei dieser exklusiven Vater-Tochter-Zeit ausgepackt werden durfte…

Also, auf los geht’s los. Drei Fragen an Nr. 4 der Thronfolge oder an unsere Version des coolen Vaters.

Was fällt dir als erstes beim Thema Tragen ein?

Abschalten. Einfach nur spazieren gehen, Entspannung für den Kopf. Wenn du mit deinem Baby auf der Brust rumläufst, machst du einfach mal sonst nix. Du gehts einfach mal eine oder anderthalb Stunden nur spazieren. Du kannst dich ja auch nicht mal eben in ’ne Kneipe setzen oder was du sonst so machen würdest. Nö, du läufst einfach mal ne Zeitlang in Ruhe an der frischen Luft rum. Aber nicht allein, das machste ja nicht. Nö, mit Baby. Dann macht das Ganze gleich Sinn. Ich glaube es gibt wenig sinnvolleres als nur mit seinem Baby so intensiv Zeit zu verbringen.

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Warum trägst du? Was ist das Tolle daran?

Das Baby ganz für sich haben. Dass kein anderer dabei ist. Das heißt nicht, dass du zwingend allein sein musst. Aber wenn du trägst, dann ist das ein intimer Moment. Und egal wieviel drumherum los ist, da bist du trotzdem erstmal irgendwie nur zu zweit.
Ganz am Anfang, die ersten 2,3 Wochen als Lütti geboren war, fand ich die Päckchenhaltung ja so schön, dass sie so auf meinem Oberkörper geschlafen hat. Das ist so ein bisschen vergleichbar. Das Baby ganz nah bei sich zu haben.

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Erstes Feedback zur Ergo 360 Grad

Bisher die erste Trage, bei der ich im Schulterbereich nicht so eingeklemmt bin. Ich habe das Gefühl von Beweglichkeit in den Armen. Man hat nicht das Gefühl einen schweren Rucksack zu tragen. Ich habe ja auch schon den Bandscheibenvorfall gehabt (Anmerkung der Redaktion: mein Mann ist alt… :-)), dazu die Büroverspannung, aber da drückt das jetzt nicht. Auch schneidet das unterm Arm nicht so ein.

Das Gespräch haben wir übrigens bei einem Spaziergang geführt, CJ bei meinem Mann in der Trage und so, wie eigentlich zumeist, gleich eingeschlafen. Völlig entspannt.

Und zum Ende noch zwei Outtakes:

Wenn man runter schaut, kann man auch gleich einen Kuss verteilen.

Macht glücklich halt. Kind auf der Brust macht glücklich.

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Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Ergobaby Deutschland entstanden.