Ohhh was habe ich mir das gewünscht. So sehr, dass auch nur die blosse Aussicht darauf mir die Tränen in die Augen getrieben hat. So sehr. Ja, wir haben hier ziemlich harte Monate hinter uns. So harte, dass ich zwar daran gedacht habe, mal ins Hotel zu gehen, es aber nicht gemacht habe. Warum nicht? Weil ich ehrlicherweise schon den ganzen Tag über verzweifelt war, wenn der Mann abends überhaupt nur mal ausgegangen ist. Weil ich wusste was kommt: stundenlanges am Bett sitzen mit zwei Kindern, die partout nicht schlafen wollen oder besser können.
Ja, die Kinder konnten nicht schlafen, haben irgendwann geweint. Meine, nein, unsere Nächte waren so kurz und von unzähligen Unterbrechungen bestimmt, dass ich hätte überall einfach einschlafen können und das mein Nervenkostüm sehr, sehr dünn war. Meine Kinder hatten auch ein dünnes Nervenkostüm, einschlafen konnten sie aber trotzdem nicht. Ja, wenn der Mann sagt er sei abends unterwegs fürchtete ich mich förmlich schon den ganzen Tag vor dem Abend. Ja, ich hätte es mir nicht ausmalen mögen, wenn er mir gesagt hätte er geht eine Nacht ins Hotel. Das Ganze alleine durchstehen, nein, das hätte ich nicht gekonnt. Ich habe zwei Artikel in dieser Zeit geschrieben, die ganz gut zeigen wie es mir ging kurz: nicht gut.
Müde, müde und erschöpft, aber immer „Maaaaama!!!“ – Tipps zum Durchhalten
Durchhalten Mama – Freundin und Frau dann morgen wieder und Regeln waren gestern
Also bin ich nicht in ein Hotel gegangen, einfach weil ich hier niemanden alleine lassen wollte.

Und momentan? Es ist besser. Besser heißt bei uns unsere Tochter Lütti geht mit ihren vier Jahren zwar um 19:30 Uhr ins Bett, kann aber oft nicht vor 22 Uhr einschlafen. Sie war schon immer jemand der abends schlecht in den Schlaf findet. Ich habe das mittlerweile akzeptiert. Unser Sohn braucht abends auch ein bisschen und ja, oft heißt das auch 30-45 Minuten bei ihm am Bett sitzen. In der Mitte der Nacht kommt er dann zu uns in große Bett. Ich trage ihn rüber, auch gerne. Das was wir jetzt haben ist für mich gut. Ich stehe ca. 3 mal die Nacht auf. Das ist völlig in Ordnung. Zumeist schlafe ich sogar im eigenen Bett und nicht in der Kuschelecke im Kinderzimmer. Meine Nerven sind nicht mehr zu dünn und ja, ich krieg auch gerade nicht mehr die Panik in die Augen wenn der Mann los will bzw. ich traue mich weg.

Ich habe kürzlich ALLEINE eine Nacht im Hotel verbracht. Ich hatte mir das ja wie den Himmel auf Erden vorgestellt. Ein Bett nur für mich alleine, eine Nacht SCHLAFEN, einfach nur SCHLAFEN. Wie es gelaufen ist? Sagen wir mal so: bescheiden. Ich habe meine Kinder sooo schlimm vermisst und bin dazu wohl eine richtige Schießbuxe geworden. Das Vermissen war ganz schlimm beim Telefonieren und dem „Mama, Mama, Mama!“ vom Kleinen. An dieser Stelle: ich weiß nicht ob Facetime wirklich eine gute Erfindung ist…. Abends habe ich mich dann auf mein Bett, ein Buch und knuspern im Bett gefreut. Endlich mal Ruhe. Wie es gelaufen ist? Ich habe mich nicht getraut den Fernseher aus zu machen und habe extra laut Krabbenchips geknuspert damit ich keine etwaigen grusligen Geräusche höre. Gelesen habe ich nicht und geschlafen echt unruhig.

Ja, ich bin ein Waschlappen geworden. Ein Angsthase. Fühle mich ohne die Kinder irgendwie nicht komplett. An dieser Stelle sei einmal gesagt das ich beruflich viel alleine in Hotels geschlafen habe – es gab also durchaus mal ein anders Leben. Ein anders ich. Vor den Kindern.

Dieses Wochenende besuche ich zwei Freundinnen. Meine zweite Nacht alleine seitdem mein Sohn auf der Welt ist und ich hadere schon die ganze Woche mit mir. Kriege Bauchschmerzen weil ich zwei Tage weg bin. Freu mich drauf und zeitgleich denke ich, dass hätte ich mal nicht machen sollen. Aber ich weiß, dass ist Quatsch. Ich weiß wie sehr meine drei hier auch mal Zeit für sich genießen. Wie gut beim letzten Mal hier die Stimmung war. Wie viel Spaß alle hatten mal nur mit Papa. Und ja, wie gut es sich auch angefühlt hat mal wieder nur ich zu sein. Ein anderes ich als früher, ja. Aber von der alten Sarah, da ist auch noch ne Menge da und das will ich auch nicht verlieren. Will mich auch ohne die Kinder sehen können. Abnablung nennt man das wohl – die geht auch in die andere Richtung. Das ist wichtig, das ist richtig. Für mich und für die Kinder.
Ach, ich freu mich auch schon sehr auf meine kleine Reise!