Nun sitzen wir beide hier und heulen. Läuft also nicht bei uns, oder? Seit ein paar Tagen ist das große Projekt Kita-Eingewöhnung gestartet. Früher als ich ursprünglich wollte, später als das vom Arbeiten her gut gewesen wäre, einfach zum falschen Zeitpunkt. Denn ich glaube es ist immer der falsche Zeitpunkt für das Arschloch Eingewöhnung. Aber beginnen wir von vorn.

Meine Tochter ist mit knapp einem Jahr in die Eingewöhnung gekommen. Ich hatte eine neue Stelle begonnen, da war sie gut 10 Monate alt. Dann hatte mein Mann zwei Monate Elternzeit. Ich hatte seinerzeit ein sehr gutes Jobangebot und der Arbeitgeber hatte ohnehin schon drei Monate länger auf mich gewartet, da ich die Elternzeit nicht verkürzen wollte. Damals blutete mir das Herz. Mein Baby konnte noch nicht laufen, geschweige denn sprechen und ich habe nicht nur einmal darüber nachgedacht meinen Job zu schmeißen. Das lag an mir, nie an der Einrichtung. Die war sehr klein und sehr gut. Eine Familiengruppe mit maximal 15 Kindern, meist waren nur um die 10,12 wirklich da. Davon drei Kleine um die eins. Meine Tochter war wirklich wohl behütet. Die sogenannte Familiengruppe, war auch eine wirkliche Familiengruppe. Meine Tochter geht bis heute unheimlich gerne in diesen Kindergarten und wir Eltern haben ein gutes Gefühl.

Unser Sohn kennt die Kita quasi seit Geburt an. Jeden Nachmittag holt er hier gemeinsam mit mir seine großen Schwester ab. Er wird von den Erziehern auf den Arm genommen und seitdem er krabbeln kann, besucht er Kinder und Gruppenraum häufig auf eine Stippvisite. Nun wird er seit ein paar Tagen eingewöhnt. Es läuft gut. Er ist zwar noch nicht, wie ich mir vorgenommen habe, 1,5 Jahre, aber er kann laufen. Und ich bin seit ein paar Wochen selbstständig. Er will also mehr, seinen Radius erweitern und ich brauche einfach ein paar Stunden für die Arbeit. Also ein sanfter Start in den Kita-Alltag?

So hatte ich mir das gedacht. Er soll drei Vormittage die Woche gehen. Von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr. Das hatte ich mir irgendwie gut vorgestellt. Und den Rest der Arbeit würde ich wie zuvor am Wochenende oder Abends machen. Und jetzt sitzen wir hier beide und weinen. Mein Sohn, der zwar offensichtlich gerne im Kindergarten ist, aber dem man auch anmerkt was diese neue Erfahrung für eine Anspannung mitbringt. Er schläft auf mir, an mir, oder eben überhaupt nicht. Wenn ich ihn vom Kindergarten abhole überhaupt nicht. Kann ich auch irgendwie verstehen. Da hat man die Mama drei Stunden nicht gehabt und dann soll man ins Bett? Geht nicht.

Und ich weine weil mein Sohn weint und ich gerade das Positive der Eingewöhnung nicht sehen kann. Die drei Stunden morgens sind mit hinbringen und abholen keine drei Stunden und dann stehen meist noch x andere Sachen an, dass zum arbeiten gar keine Zeit bleibt. Und meine eigentlich fixe Arbeitszeit in den Mittagsstunden fällt aus, weil mein Kind gerade keine Mittagsstunde machen möchte.

Warum also all der Stress, frage ich mich gerade??? Eigentlich weiß ich das. Weil mein Sohn mehr braucht als mich. Weil er spielen, basteln, raus gehen, mit anderen Kindern sein, genießt. Weil ich nicht die Mama bin, die morgens schon die Spielplätze unsicher macht (das mache ich dann am Nachmittag). Weil ich eine Mama bin die gerne in ihrem Job arbeitet. Weil mich das stolz und glücklich macht. Genauso wie meine Kinder mich stolz und glücklich machen. Schon wieder also dieser Zwiespalt… Wir schauen mal was die nächsten Wochen so mit uns machen. Ob nicht auch beides doppelter Stolz und doppeltes Glück heißen kann. Ich berichte euch.