Für die meisten Leute hört sich ja Arbeiten im Homeoffice himmlisch an! Halt so ein bisschen nebenbei arbeiten, nicht ins Büro fahren müssen, sich die Arbeit selbst einteilen zu können. Ich bin jetzt seit gut zwei Jahren im Homeoffice. Oder sagen wir es anders: ich arbeite von zu Hause. Denn OFFICE, das wäre ein Träumchen.

Mein „Büro“ befindet sich in einer Ecke im Esszimmer. Bis vor kurzem hatte ich hier nicht mal einen richtigen Schreibtisch, sondern einen ollen einfachen kleinen Esstisch vom Schweden. Ohne Schublade, einfach nur kleine Platte mit vier Beinen. Auf dieser kleinen Platte sammelte sich im Besonderen nach dem Wochenende alles. Alles was beim Frühstück mal schnell vom Esstisch auf meinen Tisch geräumt wurde, Gemälde der Kinder, auf der Fensterbank alle Rechnungen, alte wie neue, zum Abheften und für die Steuer, Nähzeug, Geschenkpapier. Dort zu arbeiten eigentlich unmöglich.

Aber Arbeiten, im Homeoffice? Ja, das Homeoffice bietet bestimmt viele Vorteile, wie nochmal eben schnell Wäsche einwerfen, Pakete annehmen, Haushalt machen. Und wenn ich das alles mache? Ja, dann arbeite ich hier nur so nebenbei. Aber ja, so lief das hier bisher oft. Montags erstmal den „Schreibtisch“ freiwühlen, täglich Liegengebliebenes vom Vortag aufräumen und, wenn überhaupt, Frühstück und Mittag vor dem Rechner. Keine Zeit verlieren, oder besser: Die Zeit kann ich ja auch noch für den Haushalt nutzen.

Aber das soll sich jetzt hier ändern und der Anfang ist gemacht. Nein, leider habe ich kein eigenes Büro in der Wohnung. Einem Anbau hat der Mann irgendwie nicht zugestimmt. Dafür habe ich jetzt wenigstens einen richtigen Arbeitsplatz, einen eigenen Schreibtisch. Er ist von Otto und die Anschaffung hat mir den Schubs gegeben mal über meine Homeoffice-Organisation oder auch über meine Work-Life-Balance nachzudenken. Bisher habe ich nämlich meist alles auf einmal gemacht und von allem etwas.

  1. Mein Schreibtisch – Mein Arbeitsplatz. Dies beinhaltet, dass dies kein Ablageplatz ist.
  2. Auch nicht für Kinderkunst. Ich freue mich über Kunstwerke, aber die tragen die Kinder ja auch nicht in Papas Büro. Und da meine Kinder sehr gerne in Serie gehen, würde mein Schreibtisch sonst im Kunstgroßhandel enden.
  3. Mein Arbeitsplatz bleibt frei: Rechnungen und sonstiger Papierkram werden auf die zugehörigen Stapel in die Schubladen sortiert und einmal im Monat ist Buchhaltung.
  4. Sonntagabends und nach jedem Arbeitstag wird mein Schreibtisch frei geräumt – ganz frei. Nur noch der Rechner und mein Gedulds-Buddha darf Platz haben.
  5. Wofür Gedulds-Buddha? Es fehlen im Homeoffice einfach die Kollegen, mit denen man sich über unmögliche Anfragen aufregen kann. Der Buddha erinnert mich an die Ruhe und schöne Zeit auf Bali.
  6. Hausarbeit VOR neun oder NACH zwei Uhr. Ansonsten bin ich im Büro! Zur Work-Life-Balance gehört nämlich auch beide Bereiche zu trennen.
  7. Ich versuche mich regelmässig zum Mittagessen zu verabreden. Das macht den Kopf frei, gibt Denkanstösse für die eigene Arbeit und lässt mich auch etwas anderes sehen als die eigenen vier Wände. Eine richtige Mittagspause kann eine Insel sein zwischen Arbeit am Vormittag und Kindern am Nachmittag. Me-Time sozusagen.
  8. bevor ich die Kinder abhole räume ich den Schreibtisch auf. Heißt bei mir Teller und alte Kaffeetassen weg.
  9. Nach der Arbeit bleibt mein Handy aus, bzw. ich beantworte keine Arbeitsanfragen und poste nichts. Ein Zeitfenster = eine Sache. Nicht alles auf einmal und nur noch so nebenbei.
  10. Eine gute Atmosphäre schaffen, an sich denken. Ich mache es jetzt so, dass ich mir die Blumen vom Esszimmer oder Couchtisch während der Arbeit bei mir am Schreibtisch ins Fenster stelle – die Wege ins Homeoffice sind ja Gott sein Dank kurz. 🙂

Habt ihr auch noch gute Ideen fürs Homeoffice? Wie organisiert ihr euch? Geht es euch auch manchmal so, dass ihr den Eindruck habt, dass viele denken, ihr habt viel Freizeit, weil ihr im Homeoffice arbeitet?

Ich arbeite wirklich gerne im Homeoffice. Manchmal würde ich mir aber auch wünschen morgens auch mal zu sagen: tschüss, ich bin heute Abend wieder da.

Wo ist was her? Der Schreibtisch ja wie gesagt von Otto und es gibt ihn gerade im Sale. Den Teppich im Wohnzimmer und die Körbe auch. Der Organizer ist von String.