So, nächste Woche ist es also nun soweit, der kleine Bruder wird zwei. Schon seit Wochen wirft dieses Ereigniss seine Schatten voraus: Bei der großen Schwester. Für sie sind Geburtstage nämlich genau solche Großereignisse wie Weihnachten und Ostern und es wundert mich ein bisschen, dass nicht eingefordert wird, dass die Wartezeit mit einer Art Geburtstags- Adventskalender verkürzt werden soll. Denn wie viel mal jetzt noch schlafen, die Frage kommt so ungefähr täglich.

Wie gesagt, der Kleine wird zwei. Sprachlich ist ihm seine vierjährige Schwester also bei weitem überlegen. Und die hat hier ganz genaue Pläne, wie der Geburtstag so ablaufen soll. Drei ihrer Party-Ideen möchte ich an dieser Stelle einmal vorstellen.

1. Ab wann Kindergeburtstag?

Ich bin der Meinung, mit zwei Jahren braucht man noch keinen. Im besonderen weil sich CJs soziale Kontakte außerhalb der Kita momentan auch noch sehr auf die Freunde, oder sagen wir besser Freundinnen (ja, er steht im besonderen auf ältere Mädels, ich hoffe das verwächst sich noch) fokussieren. Lütti ist da aber ganz andere Meinung. Und so durfte ich vor drei Tagen ein Gespräch der beiden, oder soll ich Monolog meiner Tochter sagen, im Fahrradanhänger lauschen.
„Wen möchtest du einladen?“
„Oppa“
„JA, aber wenn möchtest du NOCH einladen?“
„Oppa“
„Ja, Opa und Oma und Julia kommen ja eh, aber wen möchtest du NOCH einladen?“
Unverständlicher Blick ihres kleinen Bruders. Und nun fing sie an alle Kinder aus der Kita namentlich zu nennen. Selbstverständlich in ihrer Wunschreihenfolge. Auf jedes ‚Möchtest du xy einladen?‘ sagte CJ natürlich brav ‚ja‘. Irgendwann dreht sich Lütti zu mir um und sagt: „Mama, ich glaube, das werden jetzt wirklich zu viele Gäste!“

2. Geschenke ja, aber an wen genau?

Lütti hat mir sehr mit Nachdruck und mit voller Überzeugung vorgetragen, sie bräuchte auch ein Geschenk zu CJs Geburtstag. Da ich so etwas eigentlich nicht einreißen lassen möchte, habe ich klar nein gesagt. Weil eben einer Geburtstag hat. Und auch deshalb, weil dann nicht alle Geschenke haben können. Wir waren ja fünf Kinder. Sie solle sich doch mal vorstellen, wenn meine Eltern hätten immer fünfmal Geschenke kaufen müssen. Ja, Erklärungen einer Mutter. Schön ist, dass häufig bei solchen Erklärungen meinerseits ein etwas belustigter, wissender Blick kommt und ein „Ach, Mama!“ und dann gehts los. Auf „Ach Mama“ folgt nämlich eine sehr einleuchtende Erklärung, warum es doch so laufen sollte, wie sie es sich vorgestellt hat. In diesem Fall, läuft es bei der Vorzeige-Familie von Conni (ja, die mit der Schleife im Haar) wohl genauso ab, dass Conni am Geburtstag des kleinen Bruders Jakob auch ein Geschenk bekommt. Na danke! Ich glaube, ich sagte schon öfter, dass ich diese Conni nicht leiden kann.

3. Was wünscht sich eigentlich ein 2-jähriger?

Gestern sprachen wir Mädels über CJs Geschenk und was er sich wünscht. Ich brachte das Thema Pferd (Spielzeug) auf, einzig um Lütti schon einmal darauf vorzubereiten, dass sie ja nun keins kriegt. Aber Lütti sagte ganz wissend, dass sie ja wüsste, was ihr kleiner Bruder sich wünscht. „Mama, D. hatte heute im Kindergarten so einen Puppenwagen. Von Anna und Elsa und ich bin mir einfach sicher, dass CJ sich den wünscht. Doch sicher!“ Wie man den kleinen Bruder kennt, sagte er brav ja. Nö is klar.
Ich bin mir übrigens sicher, dass er sich heute Nachmittag eben diese singende Barbie wünscht. Die hatte Lütti sich nämlich gestern von einer Freundin geliehen.

Nun ja. Darf ich es ehrlich sagen: Ich habe ganz schön Respekt vor der Geburtstagsfeier in der kommenden Woche. Es ist ja auch schlimm, wenn an dem Geburtstag gar nichts so läuft, wie das Kind es sich wünscht – das Geschwisterkind des Geburtstagskinds meine ich damit natürlich!