Ein neues Kapitel im #lebemmitkindern #lebenamlimit… Neben Chaos pur verspricht der Artikel ein paar wertvolle Tipps zum Fliegen mit Baby.

Im Herbst sind wir nach Italien geflogen. Mit alle Mann, heißt: unsere beiden Wenigkeiten, dazu die knapp 3-jährige Lütti und der zu diesem Zeitpunkt 3 Monate alte CJ. Flugreise mit Kindern, da beginnt das Abenteuer ja schon vorm Start, denn gaaaaannnnz untypisch für eine Familie darf man hier nicht zu spät kommen. Das versuchten wir auch Lütti beizubringen, die sich in aller Ruhe in ihrem Spielhäuschen versteckt, während wir kopflos durch die Bude hetzen. Taxi bestellt, Geschirrspüler läuft (das ist hier leider auch schon mal anders ausgegangen, aber sonst wird’s hier gleich unappetitlich…), das Baby gestillt, startklar im MaxiCosi. Der Vater, hier Nr. 4 der Thronfolge, beginnt das Gepäck schon mal unten in den Hausflur zu tragen, ich das Kind aus dem Spielhaus zu kriegen. No chance. Nachdem ich fast ausflippe, kommt Lütti raus und sagt selbstverständlich: „Ich habe noch einen Rosine gefunden.“ Häääähh? Manchmal zweifle ich hier wirklich… nun ja, das Kind wird also in jedem Fall keine Unterzuckerung erleiden.

Das Taxi kommt zu spät. Der Fahrer murmelt irgendwas mit Baustelle. Ich verstehe nicht ganz, bin aber vollauf damit beschäftigt meinen schmalen Popo in die Karre zu kriegen – über den Beifahrersitz. Warum? Ich gebe zu bedenken, dass so ein Wagen fünf Plätze hat. Soll der Taxifahrer also mitfahren, macht es Sinn zumindest einen der Kindersitze festzuschnallen, nachdem sich eines der Elternteile hinten in die Mitte gequetscht hat…

So, wir sitzen alle, kann losgehen. Durch den Feierabendverkehr mit Baustellen. Wird langsam eng. Zeit nochmal darüber nachzudenken ob wir alles haben. Pässe? Ja. Irgendwas vergessen? Auf einmal geht’s mir auf. Lüttis Rucksack mit der GESAMTEN Spielausrüstung hängt noch an der Garderobe. Flug und Urlaub ohne Spielzeug? No way! Also nochmal zurück…

Zack, wir haben das Ding, sind nochmal 25 Euro für die extra Runde ärmer, können aber mit dem guten Gefühl starten ALLES dabei zu haben, falls wir jetzt den Flieger noch kriegen. Lütti erkennt den Ernst der Lage – „Das geht mir auf den Keks, sagt Papa immer, wenn er sauer ist.“ Aha, bleibt doch was hängen, Papa ist nämlich sauer. Es folgt ein Monolog unserer knapp Dreijährigen über folgende Themen: „Wo wohnt der? (Taxifahrer) Warum sagt der nix? Ich möchte Süßigkeiten! Doch, haben wir! Hab ich doch gesehen, in deiner Tasche! Ich möchte nicht angeschnallt sein, ich möchte gut sehen. Ich möchte nicht!“

Ich bin kurz davor mich aus dem Taxi zu schmeißen. Es endet in „Ich muss auf Klo!“ Totschlagargument. Lütti wird gerade trocken, trägt natürlich keine Windel. Im Normalfall heißt das Vollbremsung und mal schnell wo rein. So hat sie auch schon beim Pizzabringdienst die Mitarbeitertoilette kennengelernt. Geht jetzt aber nicht. Wirklich nicht, sonst verpassen wir den Flieger. Jetzt werden also doch Süßigkeiten in Aussicht gestellt, wenn sie es mit Zusammenkneifen irgendwie bis zum Flughafen schafft.

Schafft sie. Während der Vater beschäftigt ist, unsere Umzugsladung zum Schalter zu bringen, gehen wir zur Toilette. Nachdem wir danach glaubhaft versichert haben, dass der MaxiCosi zwingend mit zum Gate muss, checken wir den Kinderwagen (und damit gleichzeitig Babys Bett für die kommende Woche) beim Sperrgepäck ein. Jetzt nur noch alle durch den Security Check. Es kommen alle durch, außer der Mutter. Ja, warum nur? Piept immer wieder. Nach kurzer Zeit weiß das gesamte versammelte Publikum, dass olleomma@olleomma.de ein Wärmepflaster trägt…

Wir sind am Gate. Der Flieger hat Verspätung, ich versuche einen Wickeltisch ausfindig zu machen und dann unsere Unterkunft über die Verspätung zu informieren. Man wittert gleich das Geschäft und will nochmal 50 Euro extra für Late-Check-In. Neben Stillen (Baby CJ) und Katastrophenverhindern (Lütti) rufe ich noch mal eben bei Booking.com an (Muttitasking nennt man das). Für NUR 30 Euro extra dürfen wir später kommen! #servicewüsteitalien

So, was hat das Ganze jetzt mit Babys zu tun? Ganz einfach: mit Baby fliegen ist fast simpel – tut es, solange ihr könnt und das Baby den MaxiCosi nicht aus eigenen Kräften verlassen kann. Das tollste: bis zum zweiten Lebensjahr fliegen die Kleinen umsonst oder für einen sehr geringen Preis mit. Bitte beachtet dabei folgendes:

  • Nehmt am besten den eigenen MaxiCosi mit. Nicht nur, dass die deutschen Taxis meist keinen oder Schrott haben, im Urlaubsland wird es noch schwieriger, überhaupt welche UND dann noch sichere Kindersitze zu kriegen.
  • Ihr werdet kaum eine Fluggesellschaft erleben, die euch verbietet, das Ding mit zum Flieger zu nehmen. Also ruhig als „Handgepäck“ für das Baby mitnehmen.
  • Apropos Handgepäck: Säuglingsnahrung ist, obgleich flüssig, auch durch den Security Check erlaubt.
  • Am Flughafen selbst gibt es (zumindest in Hamburg, woanders erstmal checken) Leihbuggys zwischen Gepäckaufgabe und Gangway. Hier könnt ihr den MaxiCosi auch draufstellen und müsst so nicht schleppen.
  • Entweder ihr müsst den MaxiCosi vor Besteigen der Maschine abgeben (und er wird direkt an der Maschine verladen)…
  • oder ihr habt Glück und es ist Platz, dass ihr ihn mit in die Kabine nehmen dürft (Flugzulassung eures Modells vorher mal googeln, einige ältere Modelle dürfen nicht). Dann darf das Baby während des Fluges drin sitzen (außer bei Start und Landung).
  • Zu Start und Landung bekommt ihr einen extra Gurt für das Baby, den ihr an euren eigenen festmacht.
  • Während Start und Landung am besten Stillen oder Flasche geben. So spürt das Baby den Druck auf den Ohren nicht so sehr.
  • Jedes Baby darf bei Fluggesellschaften ein Baby-Extra-Gepäck mitnehmen. Wir empfehlen hier immer den Kinderwagen (alternativ geht Kinderautositz oder Buggy).
  • Reisebett ist nicht nötig. Entweder das Baby ist noch ganz klein und kann in der Kinderwagenwanne schlafen oder ihr bucht vor Ort ein Reisebett mit (kann man eigentlich überall machen).
  • Es empfiehlt sich den Kinderwagen irgendwie einzupacken (wir haben die Umverpackung aufbewahrt) oder ihr lässt ihn am Flughafen für ein paar Euro in diese Riesenfrischhaltefolie einwickeln: Das beugt Transportschäden vor und die sind gerade am Urlaubsort ärgerlich (wir haben einen längen Elternzeiturlaub in Frankreich ohne Bremse des Bugaboos bestritten).
  • UND nehmt ausreichend Windeln für den Flug mit! Wickeltisch gibt es auch in den Toiletten der Maschine.

Wichtige letzte Info: Lütti ist schon „relativ“ viel und auch lange und weit geflogen. Baby CJ sehr früh. Wir hatten noch KEINEN schlechten Flug mit Baby – aber unzählige schlechte Autofahrten!