Mit einem Baby beginnt ja viel. Vor allem viele durchwachte Nächte. Dass diese nicht unbedingt mit dem Babyalter enden müssen, das merken wir ja gerade wieder aufs Härteste. Die Kinder wollen erst nicht ins Bett und dann können sie nicht einschlafen. An eine Elternzeit, oder besser: Zeit als Paar ist da bei uns kaum zu denken. Da unsere beiden Kinder auch Garanten für nächtlichen Besuch, oder konkreter: eine Übernahme des elterlichen Bettes sind, sind wir morgens müde und platt.

Ja, Hand aufs Herz: Da wünscht man sich manchmal schon die Großeltern oder die Familie in die Nähe. Wenn meine Eltern hier zu Besuch sind, gehen wir öfter mal einen Abend aus. Aber so eine ganze Nacht alleine? Das gibt es eigentlich kaum. Was heißt eigentlich: Ich kann mich bisher nur an eine einzige erinnern. Woran das liegt? Ja, bestimmt auch daran, dass wir hier keine Verwandten in der Nähe haben, aber auch, weil ich mich nur schwer trennen kann. Weil ich mir Gedanken mache, wie die Nacht so wird. Ob der Kleine das schafft, so ohne ein Elternteil. Bzw. ob wir das schaffen, so ohne ein Kinderteil.

Nun ist der Kleine zwei Jahre alt und sie flatterte rein: Die Einladung für eine Nacht ohne die Kinder. Mein Mann hatte die beiden Kinder von der Kita abgeholt und da lagen sie auf dem Beifahrersitz: Die Einladungen zur Übernachtungsparty in der Kita – nein, sogar ZWEI! Für jedes Kind eine. Ich habe fast Schnappatmung bekommen. Ein Nachmittag, ein Abend und eine Nacht!!! Ganz ohne Kinder. Ja was machen wir da nur? Verrückt. Tanzen?

Am kommenden Tag machte die Euphorie doch etwas der Sorge Platz, ob der Kleine das schon schafft. Zusammen mit den Erzieherinnen habe ich besprochen, was er alles braucht für eine Nacht allein ohne Mama und Papa. Neben dem Lieblingsschmusi, seinem Nachtlichhasen, Schlafanzügen, einem Bild von Mama und Papa (nein, natürlich ein Scherz…) haben wir ihm eine Portion Kindermilch von Milupa eingepackt.

Bei uns bekommt er abends immer noch eine Kindermilch, mittlerweile von Milupa. Ich hatte euch ja auch schon mal was drüber geschrieben. Warum Kindermilch? Einfach weil der Kleine in den ersten drei Lebensjahren so viel wächst wie nie. Natürlich würde ich mir wünschen, wenn er alle nötigen Nährstoffe rein aus Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukten, Fisch und Fleisch bekommt und freue mich sehr für die Eltern, bei denen das gut klappt. Aber unser Sohn ist teilweise ein nicht so guter Esser. Morgens mag er meist kaum was und abends trödelt er gerne so lange, dass er nicht so viel ist.  Wer jetzt denkt, warum denn keine Kuhmilch, dem möchte ich sagen, dass ich die nicht kategorisch ausschließe und unser Sohn natürlich auch Kuhmilchprodukte isst und trinkt. Aber Kindermilch ist noch besser auf den Nährstoffbedarf von Kleinkindern angepasst. Kindermilch-Produkte orientieren sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ zur Zusammensetzung von Kindermilchgetränken. Wenn ihr euch für ein Milchprodukt für eure Kinder entscheidet, ist es wichtig hier das Richtige zu nehmen. Sprich, das Richtige für das Alter der Kinder. Das habe ich in letzter Zeit nämlich auch schon anders gesehen. Kinder, also über ein Jahr alt, brauchen keine Babymilch mehr.

Unser Sohn ist also los und wir Eltern haben uns auch auf den Weg gemacht. Erst in die Stadt bummeln und dann ins Kino. Einen richtigen Schreck habe ich bekommen, als ich einen Anruf in Abwesenheit auf dem Telefon hatte. Ich bin kopflos aus dem Kinosaal rausgerannt. Als ich zurückrief, wollten die Kinder mir nur gute Nacht sagen… Puhh, nochmal gut gegangen. Der Abend war spitze und als wir spät nach Hause kamen habe ich sie schon SEHR vermisst. Die Wohnung leer, die Tür zum Kinderzimmer weit auf. Keiner da.

Aber so eine Nacht schlafen. Durchschlafen. Das hat echt was! Und die Kinder: Die waren restlos begeistert!!! Beide, auch der Kleine! Wir machen das also bald mal wieder. Bestimmt auch mit Oma und Opa.

1 Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ): Zusammensetzung und Gebrauch von Milchgetränken für Kleinkinder. Monatsschr Kinderheilkd 2011,159: 981-4.