Judetta – also eigentlich Judith – ist vor allem eins: herzlich! Und das obwohl sie Berlinerin ist 🙂 Ok, ein bisschen Berliner Schaunze hat sie auch. Mittlerweile hat sie Berlin gegen Hamburg getauscht und wohnt hier mit Mann und ihren zwei kleinen Söhnen. Auf ihrem Blog judetta und ihrem Instagram Profil berichte sie vor allem von ihrem Leben als Mama. Dazu gibt es bei mir blitzschnelle Rezepte, die das Leben leichter (und leckerer) machen.

Heimat oder Zugezogen?

Ausversehen ausgewandert! Ich bin im Grunde das, was man eine typische Berliner Jöre nennt, geboren und aufgewachsen in Mitte, die Schnauze jut kodderich, die Spree inne Adern und die Hektik der Großstadt in’t Herze. Eigentlich wollte ich auch nie weg aus Berlin, hatte ich da doch meine Wurzeln, Familie und Freunde. Aber als dann ein Jobangebot aus Hamburg kam, dachte ich, dass so ein, zwei Jahre in der Hansestadt sicherlich nicht schaden würden und packte meine Sachen. Das ist jetzt ziemlich genau neun Jahre her, inzwischen hab ich hier neue Wurzeln geschlagen und mein Zuhause gefunden. Aber immer noch einen Koffer in Berlin, wenn auch nur einen ganz kleinen.

Stadt oder Land?

Die Mischung macht‘s. Konnte es mir früher nicht zentral genug sein, bin ich inzwischen ganz froh, wenn ich zuhause auch mal meine Ruhe hab. Nicht direkt aus der Haustür in eine Einkaufsstraße falle, sondern auch mal im Grünen spazieren gehen kann und dass nicht alle paar Minuten eine Bahn an unserem Haus vorbeirattert. Die, bitteschön, sollte aber auch nicht zu weit weg sein, man weiß ja nie, wann man das nächste Mal das Vorstadtidyll gegen ein bisschen Verkehrslärm tauschen möchte.

Clean oder Kitsch?

Eher clean, kann Spuren von Kitsch enthalten. So ganz minimalistisch und skandinavisch schön klappt das hier aber eh nicht, dazu sind wir mit zwei Kindern und zwei Katern zu sehr Familie. Außerdem sind wir nicht unbedingt die Ordentlichsten – so richtig aufgeräumt wird es hier vermutlich nie sein. Die Basics sind eher schlicht, aber ich mag es sehr, hier und da ein bisschen Verspieltheit durchkommen zu lassen, zu mixen und zu matchen, durch Kontraste aufzulockern. Das äußert sich zum Beispiel in Form meiner geliebten goldenen Tupfen auf unserer dunkelgrauen Wand, die ganz wunderbar zum goldenen Bilderrahmen mit dem alten Gemälde vom Hamburger Hafen passen, den schwarzweißen Matroschka Puppen im Billy Regal, den Büchern und DVDs, die nach Farben sortiert sind. Und frische Blumen. Ich liebe frische Blumen! Am liebsten hab ich wilde Sträuße, die bitte aber nicht zu bunt. Hach, ich hätte so gerne immer welche im Haus… Aber generell hab ich’s inzwischen mit Pflanzen. Die Anzahl unserer Topfpflanzen hat sich, seit wir hier wohnen, mindestens potenziert. Egal ob in hängenden Makramee-Ampeln, auf Nierentischchen oder einem großen Fass – überall grünt es plötzlich. Ein perfekter Kontrast zu grau und weiß!

Teuer oder günstig?

Auch hier macht es eher die Mischung und wieder ich schiebe es auf die Kinder und Katzen. In meinen Augen ergibt es einfach keinen Sinn, hier teure Designstücke reinzustellen und die dann aber lieber nicht zu benutzen, damit nichts kaputt geht oder schmutzig wird. Unsere Couch zum Beispiel ist immer wieder voller Schokoflecken und – Verzeihung – Milchkotze, Katzenhaare und Pizzaflecken. Wie unentspannt wär ich wohl, wenn es sich dabei jetzt um ein teures Möbelstück handeln würde! So stopfe ich den Bezug eben ab und zu in die Waschmaschine und im schlimmsten Fall fahren wir zum Schweden und kaufen einen neuen. Aber es gibt hier auch wertvolle Möbelstücke, die wir geerbt haben (zum Beispiel der filigrane, dänische Schreibtisch mit dem Sprossenstuhl, der Mitte des letzten Jahrhunderts einer Görtz Gattin gehörte) und Schmuckstückchen, die wir second hand gefunden haben, wie zum Beispiel das alte Küchenbuffet im Essbereich oder die Apothekerkommode im Flur (#ihaveathingforebaykleinanzeigen).

Dein Lieblingsplatz?

Aktuell die Hängematte auf unserer neu gestalteten Terrasse. Wir haben einen Kettenbungalow mit einem sehr kleinen Garten. Die 40qm waren bei unserem Einzug völlig zugewuchert, was sicherlich auch seinen Charme hatte. Aber eine staubige Efeuhecke, ein sumpfiges Stück Wiese und die alten Waschbetonplatten waren nicht das, was wir uns unter „Schöner Wohnen“ vorgestellt haben. Außerdem konnten wir den Garten so kaum nutzen. Also haben wir erst mal ordentlich „klar Schiff“ gemacht und alle Altlasten entfernt, dann den Garten komplett mit Terrassendielen ausgelegt und am Rand einen Pflanzstreifen gelassen. Jetzt können wir den gesamten Platz nutzen und sitzen trotzdem im Grünen – und Platz für ein Kräuter- und Naschbeet gibt es auch.

Und die wichtigste Frage: Was macht euer Haus zu eurem ZUHAUSE?

Definitiv das Angekommen sein. Angekommen, weil ich mich hier richtig, richtig wohl fühle, und zwar von direkt beim Aufwachen über das nach Hause kommen bis hin zum Einschlafen. Ich bin gerne zuhause und genieße es auch mal, hier einfach nur zu rumzulümmeln, Zeit zu vertrödeln, ich selbst sein zu können. Das liegt allerdings nicht nur am Haus an sich, sondern eher an meinen fünf Jungs. Ein großer, zwei kleine und zwei haarige Herzen machen das Haus tatsächlich erst zu dem, was es für mich wirklich ist – mein Zuhause, my home und my castle.

Wer außerdem noch mehr von Judith’s Zuhause sehen möchte, klickt hier. Allerdings werden die vier dieses Zuhause schon Mitte August für eine Weile eintauschen in ein Zuhause auf Zeit, ein Zuhause auf Rädern. In einem Wohnmobil geht es vier Wochen durch Deutschland, unsere Heimat entdecken. Kommt doch ein Stückchen mit!