und dieser sollte nun doch tatsächlich wahr werden. Mit Kindern verändert sich dein Leben? Jaaa, das kann ich bestätigen. Denn wohl keiner meiner Freunde hätte gedacht, dass ich mich mit der 3- und mit dem 1-jährigen auf den Zeltplatz wage.

Der Satz „und wenn sie einmal lächeln“ stimmt aber wirklich. Bzw. wenn sie dich einmal mit dem Katzenblick anschauen. Die Katze auf Shrek – kennt ihr?
Ihr wisst ja, wie oft ich hier schon – ja, seien wir mal ehrlich – über Conny mit der Schleife im Haar hergezogen habe. Und Conny, die hat mich auch auf den Campingplatz gebracht. Lütti hat nämlich definitiv zuviel Conny geht zelten gehört und daraus hat sich eben genau dieser Wunsch manifestiert: zelten zu gehen. Eben diesen hat sie einmal zu oft mit dem Katzenblick vorgetragen.

Ich erzählte das einer Freundin. Die hatte zwar vollstes Verständnis, dass ich nicht zelten gehen möchte, aber auch einen Bulli, den sie bereitwillig anbot. Und so ging’s dann los: ein Wochenende Campen.

Die Vorbereitung eines Campingurlaubs – sei es auch nur ganz kurz, gleicht der eines Dänemarkurlaubs. Wir haben das mal wieder völlig unterschätzt. Kleiner Rat von mir: es darf durchaus wenigstens am Vortag eingekauft und gepackt werden. Damit verhindert man auch Streitigkeiten auf dem Parkplatz, wenn für Urlaub am Meer Sandspielzeug UND Sonnenschirm vergessen wurden. Nun ja….

Das Zelt – welches zuletzt vor 4 Jahren (zu dieser Zeit verbrachte ich schwanger zwei Nächte im Zelt in eben diesem Ort. Da schlief ich aber auch die anderen Nächte in meinem Alltag noch) und davor vor 8 Jahren letztmalig benutzt wurde, funktionierte überraschender Weise einwandfrei. Den Albrecht Brüdern sei Dank handelt es sich also um echte Qualität. Also, junge Eltern, ruhig mal zugreifen, wenn es im Angebot ist, der Tag, an dem euer Kind zelten möchte, kommt nämlich bestimmt. Lütti hielt sich beim Aufbau aber ganz damenhaft zurück 🙂

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Dank des Tipp Topp ausgestatteten Bullis hatten wir Tisch und mehr oder minder ausreichend Stühle – Stefan halt den Dreibeinhocker. Nen Grill hatten die auch und der schöne Teil begann: grillen!

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Die Kinder durften solange wach bleiben, wie sie wollten. Auch haben sie das umherrennen sichtlich genossen. Wer jetzt denkt, die sind abends todmüde ins Bett gefallen, unterschätzt Camping. Kein Bett = Keine Gewohnheit. Baby CJ fand das auf deutsch gesagt richtig scheiße. Schlafen im Bulli – nö!!!! Nach x missglückten Versuchen bin ich also mit dem Kinderwagen los. 45 Minuten über den Platz. Vorbei an einer Vielzahl fein säuberlich gepflegter Geranienkästen und Petunienampeln, zwischen feststehenden Wohnwagen und mit Spitzenvorhängen dekorierten Vorzelten. Verfolgt von einer riesen Horde Mücken (Tipp Nr. 1: Mückenzeug mitnehmen).

Auch unser Tochter hatte der Mut verlassen und so lagen wir Eltern pünktlich um 22 Uhr mit den Kindern im Bett, bzw. Zelt oder Bulli. Die Nacht war, sagen wir mal, ok. Und wohl die Feuertaufe. Denn dann waren wir drin. Selbst zwei Wespenstiche am Folgetag konnten uns nicht verschrecken. Schnell war einer der netten Campingnachbarn mit einer Zwiebel zur Hand. Sorry, aber das passiert dir in einer Ferienwohnung nicht. Auch nicht, dass jeder deiner 3-jährigen Tochter auf dem Weg bis zum Eisladen ein Ohr schenkt, dass sie einen Wespenstich, jaaaa, einen Wespenstich hat! (Tipp 2: was gegen Insektenstiche mit nehmen und sei es nur um den Campingnachbarn was zu geben).

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Auch haben wir festgestellt, dass draussen wirklich ALLES köstlich schmeckt. Kaum haben meine Kinder abends mal SO reingehauen. Und sogar gegrillte Bockwürstchen aus dem Glas schmecken köstlich (Tipp 3: genügend Grillgut und Saucen mitnehmen).

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Und das Schönste am Campen mit Kindern: Freiheit und Abendteuer! Wann können unser Kindern sonst mal bis spät rumrennen, so laut sein wie es ihnen passt, sich ohne Ende dreckig machen und echte Abenteuer erleben die Mut machen.

Unser Tochter hat am Sonntag erst einmal ganz stolz erzählt, was sie alles erlebt hat und wie mutig sie war. Dass sie sogar beim Gewitter im Zelt geschlafen hat. „Bei Hagel, Oma!!! Weißt du, was Hagel ist? Das sind so gefrorene Eiskugeln. Wirklich Oma, echt!“ Und heute wollte sie es im Kindergarten gleich im Morgenkreis erzählen – ihr echtes Abenteuer!

Ob ich in Zukunft jetzt immer campen gehe? Nein, mit Sicherheit nicht. Aber ab und an ein echtes Abenteuer? Darauf habe auch ich echt Lust bekommen.