Babytragen – gab es sowas früher eigentlich schon? Wahrscheinlich Tragetücher. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen mein Baby den ganzen Tag zu tragen. Klassisch. Auf dem Arm. Heute sehe ich ja zumeist Mamis brav ihren Kinderwagen schieben und dabei ihren Nachwuchs in der Trage transportieren.

Schon bei Lütti waren wir große Tragefans. Allerdings haben wir bei ihr sehr viel später begonnen. Baby CJ musste mit der großen Schwester quasi von Tag 1 mit. Und mit, dass heißt überall am Start sein. Egal ob Ponyreiten oder Spielplatz. Oft ist da der Wagen nicht wirklich geeignet. Ich habe mich bewusst gegen ein Tuch entschieden, da es bei uns im Normalfall schnell gehen muss und da vertraue ich nicht auf meine koordinatorischen Fähigkeiten (die sind leider nicht sehr ausgeprägt) und die Geduld unserer Kinder (noch weniger ausgeprägt). Trage und kleines Baby war aber nicht sehr einfach. Wir haben da eine Menge ausprobiert. Auch den Bondolino von Hoppediz und von dem waren wir ganz schön angetan.

Design
Also ich muss ehrlich sagen, Babytragen heißen ja mittlerweile auch ein kleines Design Statement zu geben. Bei Hoppediz kann man beim Bondolino zwischen einer Unmenge verschiedener Designs und Materialien wählen. Es gibt die Varianten Klassik, Leichte Qualität, kbA Qualität (Biobaumwolle), Popeline, Slimfit und sogar eine Serie mit Swarovski Elementen. Ich, die ich ja schon ein kleines Fashion Victim bin, habe mich für den schwarzen Popeline mit Stern entschieden.

Gebrauchsanweisung
Auch wenn ich ja nun sonst nicht gerade der Freund von Gebrauchsanweisungen bin: spätestens bei einer Trage lese auch ich sie. Schließlich geht’s hier um die Sicherheit meines Kindes und eben dieses soll ja nicht mal eben aus der Trage plömsen oder gleich von Beginn an einen Rückenschaden kriegen. Die Gebrauchsanweisung von der Bondolino finde ich richtig gut. Das liegt im Besonderen daran, dass sie jungen Eltern eine Menge Unsicherheit nimmt ETWAS NICHT RICHTIG zu machen. Hier steht nämlich sehr wohl, dass erst mal ein paar Versuche notwendig sind, bis das Binden klappt (ja, da ist noch kein Meister vom Himmel gefallen), man das Ganze am Anfang am besten nur mit einem ausgeschlafenen, trockenen und satten Baby machen sollte UND wenn man auch selbst gut drauf ist. Das klingt für mich fast wie der ELTERNflüsterer UND ich habe die Gebrauchsanweisung verstanden – auch wenn ich sie nach dem Gala-Prinzip gelesen hätte. Böse Zungen mögen meinen ich überfliege im Normalfall den Text, ich sage ich bin eher der visuelle Typ – und für eben diesen ist alles gut bebildert.

Neben der Gebrauchsanweisung kommt der Bondolinio mit einem Rucksack. Das finde ich klasse, denn die Trage ist bei mir immer dabei. Ob untem im Kinderwagen, oder wenn da Einkäufe rein müssen nun eben auf dem Rücken im Rucksack.

Funktion
Die Trage wird über den Hüften mit dem Bauchgurt befestigt. Das Ganze mit Klett. Hier war ich erst ziemlich kritisch ob das hält. Hält aber Bombe. Dann das Baby reinsetzen und mit einer Hand festhalten. Die andere ist frei um die Gurten hinten stramm zu ziehen. Wenn ihr das Gefühl habt das Baby hat Halt, kann nun links und rechts hinten über Kreuz ein Gurt in die Hand genommen werden und unterhalb des Babypops stramm gezogen werden. Bitte aufpassen, dass die Gurte unterhalb der Babybeine entlang laufen, nicht oberhalb. Das ist mir beim ersten Mal schief gegangen. Keine Sorge, Baby CJ hat noch nicht mal gemuckt. Was sich jetzt vielleicht nicht ganz so einfach anhört und man am Anfang vielleicht gern mit Spiegel trainiert, ist in der Praxis wirklich super simpel. Selbst bei schreiendem Baby und nach Mama schreiender 2,5 Jährigen, kriege ich die Trage schnell und richtig angelegt. Richtig heißt CJ hat einen guten Sitz, gerade, mit tief sitzendem Po.

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Die Trage hat schön breite, gut gepolsterte Schultergurte, was auch langes Tragen angenehm macht. Wir haben im Urlaub sogar unsere Tochter mit ihren schmalen 16 Kilo auf dem Rücken transportiert. Das ging wirklich recht gut und sogar ich habe das gestemmt. Ohne Trage für mich unmöglich bei einer längere Strecke.

Handling
Flott muss es auf jeden Fall gehen wenn das Baby in die Trage soll. Aus diesem Grunde haben wir schnell das Führungskreuz genutzt, um das Ganze gerade für unterwegs noch einfacher zu halten. Damit schlüpft man quasi nur in die Trage rein, macht unten den Bauchgurt zu und setzt das Baby von oben rein. Binden funktioniert wie beschrieben. Das Kletten (Bauchgurt) und Binden (Gurte) hat für mich zwei extreme Vorteile:

1. Die Trage passt mir immer
Wir nutzen die Trage beide. Mein Mann hat ja eine leicht andere Statur als ich. Gott sei Dank. Das heißt aber, dass er die vorhandene Trage immer umgestellt hat und natürlich NIE wieder auf meine Maße zurückgestellt hat. Wenn es also schnell gehen musste, habe ich mich immer immens geärgert. Passiert jetzt nicht mehr, da die Trage mit dem Binden und dem Klett bei jedem Tragen eingestellt wird

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2. Die Trage passt sich dem Baby an
Ja, die Trage wird wie gerade beschrieben mit dem Binden eingestellt. Heißt also wenn gestern Schietwetter war und ich den Kleinen im Wollanzug drin hatte, muss ich am nächste Tag bei Sonnenschein nicht an allen Schnallen was verstellen. Ich passe die Trage durchs Binden an Umfang und Größe des Kindes an.

Ein weiterer sehr wichtiger Grund für mich ist das sichere und feste Sitzen des Babykopfes in der Trage. Wie gesagt musste unser Baby schon früh überall hin mit. Mit wenigen Wochen schon rauf auf den Rutschenturm oder auf die Wackelbrücke. Von solchen Abenteuern können Erstgeborene wohl nur träumen. Bei solchen Aktionen bin ich mit den Augen eher bei meiner älteren Tochter um zu verhindern, dass diese irgendwo runterstürzt. Also muss ich mich auf die Kopfstütze verlassen können. Beim Bondolino kann man dies ganz individuell mit Klett einstellen und das gibt wirklich einen sehr guten Halt. Besser kann hier wohl nur ein Tragetuch funktionieren. Auch gibt es keine Schnallen oder ähnliches, an dem sich das Baby den Kopf stoßen kann. Echt klasse.

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Also alles nur toll? Fast. Klett hat den enormen Vorteil des individuellen Anpassens. Also in ihrer Funktion der Trage bin ich vom Bondolino voll überzeugt. Allerdings hat der Bondolino Klett auch schon eine Wollmützen angeknabbert und sich an eine Strickjacke geheftet. Das ist ärgerlich und da muss man besonders aufpassen. Also Obacht mit Wollsachen. Wer sich für die schwarze Variante entscheidet, muss sich bewusst sein, dass sie Flusen anzieht, aber das kennt ja jeder von schwarzen Klamotten.

Fazit
Ich finde den Bondolino wirklich spitze und kann sie jedem empfehlen. Auch schon für die erste Zeit, wenn man wie ich jemand ist, der kein Tragetuch nehmen möchte. Einzig eure Wollsachen solltet ihr der Trage nicht zum Fraß vorwerfen.

Mehr Infos zum Bondolino findet ihr hier.

(Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Hoppediz entstanden)