Ok, ich oute mich. In so einem Fall hofft man ja immer, dass niemand, der einen persönlich kennt, dieses liest: ich habe Unterbuxengröße 42. Momentan. Vielleicht fallen die bei einem schwedischen Kleidungshaus aber auch nur klein aus. Dies zumindest meine Hoffnung…

Wie gehe ich also mit meinem After-Birth-Körper um? Ich bin guter Dinge. Schließlich sagt man ja „neun Monate kommt der Bauch, neun Monate geht er“. Ich dachte bis dato sooo viel habe ich ja in der Schwangerschaft nun auch wieder nicht zugenommen und das Kind wog ja auch was bei der Geburt. Was übrig ist, ist ein SEHR deutlicher Bauch (ok, neben Busen, Bein, Po…). So einer, der nicht nur über dem Bündchen, sondern auch unter dem Bündchen Rolle wirft (Insider wissen was ich meine). Ist aber ja auch klar, das Ganze ist ja gerade mal 8 Wochen her. Wie gesagt, ich bin guter Dinge, oder besser gesagt war guter Dinge. Bis ich in besagtem schwedischen Kleidungsgeschäft war.

Mutti hat 1,5 Stunden zum Shoppen. Inklusive An- und Abreise in den Shoppingtempel. Für eine Mutter von zwei Kinder quasi UNMENGEN an Zeit allein zum Einkaufen. Was macht sie als erstes: klar, stürmt die Kinderabteilung. In meinem Fall heißt das die Babyabteilung UND die Kinderabteilung. Selbstverständlich habe ich dort auch was gefunden. Weiter geht’s, vorbei an den Unterbuxen. Ist ja quasi wie im schwedischen Möbelhaus. Nimmt man dort immer Teelichter mit, kann hier ein 3er-Pack Unterbuxen nie schaden. Der Ständer steht auch am Gang, man muss also dran vorbei. Meine momentan bevorzugten Modelle nennen sich Hot Pants – in Größe 42 wohl eher ein Irrwitz an sich. Das hat sich wohl auch H&M gedacht (hups, jetzt ist es raus). Mutti muss also lange, lange suchen. Die Hot Pants hängen ganz unten. Am Gang. Und wie für H&M völlig untypisch, sind die Stangen megavoll. Ich bin also mehr oder weniger nur damit beschäftigt, die herunterfallenden Exemplare einzusammeln. Mitten im Gang thront also wie eine Dartscheibe mein Popo, mein Kopf steckt heruntergebeugt in den Hot Pants. Vorne lappt sich der Bauch über den Hosenbund. Ich glaube das Ganze ist recht schön anzusehen für den Rest des Publikums, welches zwischen 18:00 und 20:00 Uhr natürlich nur aus Leuten besteht, die zwischen 10 und 15 Jahren jünger sind als ich. Klar, die anderen bringen ja auch gerade ihre Kinder ins Bett (und ich kann euch sagen: in diesem Lebensabschnitt sah mein Körper auch noch anders aus).

Ich gebe auf und schaue weiter. Momentan trage ich ja gerne Jogginghose. Nö, nicht so. Die Jogginghose ist ja modern geworden. Schwarz, mit ein bisschen Gold am Bündchen und unten schmal zulaufend. Schmeichelt mir gerade. Und weil die mir so schmeichelt, auch schon in der Schwangerschaft, ist er Stoff fast durch. Also muss eine neue her. Hier allerdings das gleiche Bild wie unten, alles zu klein. Die Überlegung, das Stretchbündchen auf sein Optimum zu reizen und sich in eine der vielen Größe S Hosen zu schmeißen, verwerfe ich schnell.

Schaue ich doch einfach nach Oberteilen. Das gestaltet sich auch viel einfacher. Hier ist der neue Look nämlich anscheinend extra weit. Und da Atombusen unter Extra Weit noch atomiger aussehen, darf es hier Größe S bzw M sein – juhehhh!!! Es geht doch. So beflügelt möchte ich zum Abschluss noch eine neue Jeans kaufen. High Waist ist hier ja gerade das Stichwort. Ideal um den Bauch da reinzustecken. Ich also mit dem Ding in der Umkleide. Unter OP-Bedingungen – anders kann ich mir die Beleuchtung nicht erklären – wird sehr, sehr deutlich, dass High Waist definitiv nicht das Richtige für den Bauch ist. Mich schaut eine kalkweiße Frau an, mit sogenannten Reiterhosen (ich glaube so nennt man diese Oberschenkel), mit Bauch über und unter der High Waist, schickem Still-BH mit Wattebäuschchen drin, die sich Stilleinlagen nennen.

Ich verlasse das Geschäft. Vorher bezahle ich meine drei Teile. In der Schlange sehe ich, dass sich noch jemand für das Shirt entschieden hat. Eine Mittfünfzigerin.

Vielleicht doch besser noch Schuhe kaufen. Görtz hat Sale. Wie ich feststelle allerdings auch nur in Größen mit ner 3 vorne…